"Wir haben schon einige enge Spiele verloren, besonders in der letzten Serie und dieses Team kam immer wieder gestärkt daraus hervor", resümierte Trotz. "Auch heute war es ein Schock. Aber jedes Mal sind wir gestärkt daraus hervorgegangen. Diese Jungs haben so viel Charakter, so dass ich überzeugt davon bin, dass wir es noch besser machen werden."
Diese Überzeugung und Hoffnung brauchen die Islanders jetzt, denn nur zwei von 33 Teams (6 %) ist es in der NHL-Geschichte überhaupt gelungen, in einem Conference Finale einen Rückstand von 0:2 in der Serie noch zu einem guten Ende zu drehen.
Nachtrauern werden die Islanders vor allem ihren ausgelassenen Chancen. Sinnbild, dass für Tampa Bay einiges schlechter lief, war der unnötige Bandencheck von Alex Killorn gegen Brock Nelson in der 6. Minute, der dem Lightning-Stürmer eine Spieldauerstrafe und seinen Farben eine fünfminütige Unterzahl einbrachte. Doch die günstige Gelegenheit für die Islanders, die Führung vielleicht sogar mehrfach auszubauen, ließen diese ungenutzt. Ebenso wie bei einer doppelten Überzahl in der 50. Minute, als das Spiel mit 1:1 weiter auf der Kippe stand.
"Wir hatten viele gute Möglichkeiten, insbesondere das fünf gegen drei im 3. Drittel", analysierte Trotz. "Es waren 38 Sekunden, aber sie haben sie überstanden. Wir haben einfach nicht unseren Vorteil daraus gezogen. Das ist alles. Aber ich denke auch an weitere Chancen, denn wir hatten einige vielversprechende Gegenzüge und 2-auf-1-Situationen, wo wir uns für den Querpass, anstatt zu schießen, entschieden haben. Wir müssen den Puck etwas mehr schießen und unser Glück erzwingen."
Auch der Torschütze Martin resümierte sichtlich frustriert, dass sie ihre Chancen im Powerplay besser hätten nutzen müssen. "Dann hätten wir mehr erreichen können", sagte er kurz und knapp.
"Wir hatten Chancen und Möglichkeiten das Spiel für uns zu entscheiden und hätten es gewinnen können", verdeutlichte ebenso Nelson mit einer Schramme vom Bandencheck gegen ihn im Gesicht. "Wir haben bis auf diesen Punkt ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie konnten sich im ersten Drittel kaum entfalten. Ihr Unterzahlspiel war sehr gut und hat es uns nicht leicht gemacht, doch solche Chancen muss man einfach nutzen. Es war unsere Aufgabe, ihre Möglichkeiten zu reduzieren und das ist uns fast perfekt gelungen."
Doch der Konjunktiv bringt New York nicht viel weiter. Am Ende zählen die nackten Tatsachen und dass die Lightning die Serie mit 2:0 anführen. Allerdings hat Spiel 2 auch gezeigt, dass die Islanders durchaus noch eine Chance haben zurückzukommen, wenn sie den Lightning ihr Spielsystem aufzwingen können. Lediglich zehn Torschüsse erhielt New Yorks Torhüter Semyon Varlamov in den ersten zwei Dritteln auf sein Gehäuse, ehe Tampa Bay im Schlussabschnitt elf Mal hindurch kam.