NYI@TBL, Sp2: Kucherov gewinnt Spiel 2 spät

Die New York Islanders haben in Spiel 2 der Best-of-Seven-Serie im Eastern Conference Finale gegen die Tampa Bay Lightning am Mittwoch vieles besser gemacht als in Spiel 1 am Montag, welches sie mit 2:8 verloren hatten. Ziel war es, die Chancen und Torschüsse der Lightning zu minimieren, ihnen weniger Raum zu geben und selbst mehr Initiative zu ergreifen.

Das alles war bereits von Beginn an zu sehen und Tampa Bay tat sich folglich schwer, in die Partie zu kommen. Ins Bild passte die frühe Führung der Islanders durch Matt Martin nach 84 Sekunden. New York kontrollierte aber auch in der Folge das Geschehen und machte vieles besser als noch zwei Tage zuvor.
"Wir waren in Spiel 1 ein müdes Team und sind heute mit viel Energie zurückgekommen", lobte Islanders-Trainer Barry Trotz. "Mir hat vieles an unserem Spiel gefallen. Wir waren auf der richtigen Seite des Pucks. Wir spielen gegen ein gutes Eishockey-Team und haben heute mehr als mitgehalten. Wir hatten ebenso das Recht wie sie, das Spiel zu gewinnen."
Nur New York tat es nicht und das ist am Ende die bittere Pille, die sie schlucken müssen. Tampa Bay glich fast aus dem Nichts nach einem Bullygewinn in der 19. Minute mit dem erst vierten Torschuss aus und 8,8 Sekunden vor dem Ende besiegelte Nikita Kucherov mit dem 2:1 die zweite Niederlage zum Auftakt der Serie.

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"Wir haben schon einige enge Spiele verloren, besonders in der letzten Serie und dieses Team kam immer wieder gestärkt daraus hervor", resümierte Trotz. "Auch heute war es ein Schock. Aber jedes Mal sind wir gestärkt daraus hervorgegangen. Diese Jungs haben so viel Charakter, so dass ich überzeugt davon bin, dass wir es noch besser machen werden."
Diese Überzeugung und Hoffnung brauchen die Islanders jetzt, denn nur zwei von 33 Teams (6 %) ist es in der NHL-Geschichte überhaupt gelungen, in einem Conference Finale einen Rückstand von 0:2 in der Serie noch zu einem guten Ende zu drehen.
Nachtrauern werden die Islanders vor allem ihren ausgelassenen Chancen. Sinnbild, dass für Tampa Bay einiges schlechter lief, war der unnötige Bandencheck von Alex Killorn gegen Brock Nelson in der 6. Minute, der dem Lightning-Stürmer eine Spieldauerstrafe und seinen Farben eine fünfminütige Unterzahl einbrachte. Doch die günstige Gelegenheit für die Islanders, die Führung vielleicht sogar mehrfach auszubauen, ließen diese ungenutzt. Ebenso wie bei einer doppelten Überzahl in der 50. Minute, als das Spiel mit 1:1 weiter auf der Kippe stand.
"Wir hatten viele gute Möglichkeiten, insbesondere das fünf gegen drei im 3. Drittel", analysierte Trotz. "Es waren 38 Sekunden, aber sie haben sie überstanden. Wir haben einfach nicht unseren Vorteil daraus gezogen. Das ist alles. Aber ich denke auch an weitere Chancen, denn wir hatten einige vielversprechende Gegenzüge und 2-auf-1-Situationen, wo wir uns für den Querpass, anstatt zu schießen, entschieden haben. Wir müssen den Puck etwas mehr schießen und unser Glück erzwingen."
Auch der Torschütze Martin resümierte sichtlich frustriert, dass sie ihre Chancen im Powerplay besser hätten nutzen müssen. "Dann hätten wir mehr erreichen können", sagte er kurz und knapp.
"Wir hatten Chancen und Möglichkeiten das Spiel für uns zu entscheiden und hätten es gewinnen können", verdeutlichte ebenso Nelson mit einer Schramme vom Bandencheck gegen ihn im Gesicht. "Wir haben bis auf diesen Punkt ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie konnten sich im ersten Drittel kaum entfalten. Ihr Unterzahlspiel war sehr gut und hat es uns nicht leicht gemacht, doch solche Chancen muss man einfach nutzen. Es war unsere Aufgabe, ihre Möglichkeiten zu reduzieren und das ist uns fast perfekt gelungen."
Doch der Konjunktiv bringt New York nicht viel weiter. Am Ende zählen die nackten Tatsachen und dass die Lightning die Serie mit 2:0 anführen. Allerdings hat Spiel 2 auch gezeigt, dass die Islanders durchaus noch eine Chance haben zurückzukommen, wenn sie den Lightning ihr Spielsystem aufzwingen können. Lediglich zehn Torschüsse erhielt New Yorks Torhüter Semyon Varlamov in den ersten zwei Dritteln auf sein Gehäuse, ehe Tampa Bay im Schlussabschnitt elf Mal hindurch kam.

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"Wir haben ein wirklich solides Spiel abgeliefert, das müssen wir konservieren", richtete Stürmer Josh Bailey den Blick bereits nach vorne. "Wir haben keine Zeit zu verlieren, daran anzuknüpfen und in der Serie zurückzukommen. Man darf sich nicht zu lange mit Niederlagen beschäftigen und muss bereit für Morgen sein."
Der Morgen, das ist Spiel 3 am Freitag (8 p.m. ET; Sa. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN) im Rogers Place von Edmonton, wo die Islanders fast schon gezwungen sind, einen Sieg einzufahren, um ihre Träume vom ersten Conference Titel seit 1984 und dem Einzug ins Stanley Cup Finale nicht vorzeitig begraben zu müssen.
"Wir hatten unsere Energie heute und sie am Rande einer Niederlage", merkte Bailey an. "Wir haben lediglich den Deckel nicht darauf gemacht. Doch mir hat vieles von unserem Spiel heute gefallen. Wir müssen uns also nur noch weiter steigern und der Fokus liegt eindeutig auf der nächsten Partie."
Auch Nelson richtete den Blick bereits nach vorne. "Es ist ohne Zweifel hart, in so einem Spiel mit so vielen Chancen, neun Sekunden vor dem Ende zu verlieren. Aber abseits davon, haben wir ein wirkliches solides Spiel gemacht, das uns diese Chancen ermöglichte. Jetzt müssen wir nur daran anknüpfen und diese besser nutzen. Das alles stimmt uns positiv für das nächste Spiel. Es ist das einzige, was wir jetzt tun können."