Point, Kucherov helfen Lightning zu Rekord in Spiel 1

Die New York Islanders mussten sich nach den Reisestrapazen in die Hub-Stadt Edmonton für die Eastern Conference Finals mit 8:2 den Tampa Bay Lightning geschlagen geben und liegen in der Best-Of-Seven-Serie damit mit 1:0 im Rückstand. Bereits am Mittwochabend (Ortszeit) geht es für New York um Wiedergutmachung, doch zuvor stand am spielfreien Dienstag die Vorbereitung auf das zweite Match gegen die herausragende Offensive der Lightning an.

Point, Palat, Kucherov bereiten die New York Kopfzerbrechen
Den Islanders war schon vor dem Desaster in Spiel 1 klar, dass die Angriffsformationen der Lightning stark besetzt sind. Die erste Partie zeigte der eigentlich starken Defensive aus New York klar die eigenen Grenzen auf. Besonders die Formation um die Flügelspieler Ondrej Palat und Nikita Kucherov, sowie Center Brayden Point war für die Islanders kaum zu kontrollieren. Während Palat mit nur einem Assist in der Reihe eher die Arbeiterrolle einnahm (sechs Checks) punkteten Point und Kucherov jeweils fünffach, ein Playoff-Kunststück, dass noch keinem Spieler in der Franchise-Geschichte gelungen war.
Point, der mit 23 Punkten (acht Tore, 15 Vorlagen) auf dem zweiten Rang der Playoff-Scorer, hinter Nathan MacKinnon, liegt, erzielte zwei Tore selbst und bereitete weitere drei Treffer vor. Kucherov assistierte vier Mal und netzte einmal ein.

NYI@TBL, Sp1: Point markiert schöne frühe Führung

Point war es auch, der bereits nach 1:14 gespielten Minuten die Weichen für den Lightning-Erfolg stellte. "Wir haben eine Woche nicht gespielt und uns gefragt, wie der Start seine würde", beschrieb Victor Hedman die latente Unsicherheit vor der Partie. "Und dann geht Point da raus und tut das, was er tut. Er hat vom Start weg die Richtung vorgegeben."
Die Islanders-Defensive wird in Spiel 2 sicher besser eingestellt sein und auf die Stärken der Lightning eingehen. "Sie haben uns etwas zu sehr auseinander gezogen", erklärte Devon Toews die Schwächen in der eigenen Zone. "So haben sie Zeit und Raum im oberen Bereich unseres Drittels generiert. Wir hatten Probleme das zu erkennen und zu verteidigen.
Für Barry Trotz war das Ergebnis auf der Anzeigetafel deutlicher als das tatsächliche Spielgeschehen. "Sie haben aus fast jeder ihrer Chancen ein Tor gemacht", sagte er auf der Pressekonferenz am Tag nach der Begegnung. "Wenn du dir die Statistiken der Partie anschaust, dann war das vermutlich viel enger als das 8:2. Aber am Ende ist die einzige Statistik, die zählt das Ergebnis."
Die Niederlage abhaken
In den Playoffs ist nach einer Partie keine Zeit sich an den Fehlern aufzuhängen. Bereits zwei Tage später stehen sich die beiden Teams erneut gegenüber und die Situation beginnt wieder beim Stand von 0:0. "Dieses Spiel werden wir abhaken", sagte Barry Trotz direkt nach der deutlichen Auftaktniederlage. "Wir haben ein paar Begegnungen in aufreibenden Verlängerungen verloren, hatten einige harte Matches und all das. Manchmal bekommst du es einfach gezeigt, so wie wir heute."
Dass die Islanders sich von Niederlagen lösen können und in der nächsten Partie eine deutliche Leistungssteigerung anbieten ist in den Playoffs deutlich erkennbar gewesen. In fünf Fällen musste das Team von Trotz sich geschlagen geben. Die darauffolgenden Begegnungen weisen eine 4-1-Bilanz auf, wobei die einzige Niederlage aus Spiel 6 gegen die Philadelphia Flyers herrührt. Das Spiel wurde erst in der zweiten Verlängerung entschieden und bot ausreichend Chancen für die Islanders zum Erfolg zu kommen.
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Für Spiel 2 muss New York genau diese Stärke wieder zeigen und noch weiter ausbauen. Das erste Match darf dabei keinen der Spieler lähmen und genau deshalb ist es wichtig, dass die Erkenntnis von Jordan Eberle sich auch in den Köpfen seiner Mitspieler durchsetzt: "Es war einfach eines dieser Spiele. Sie hatten eine Chance und wir machen einen Fehler. Sie bekommen eine Chance und der Puck landet in unserem Tor." Die Partie muss als Ausrutscher abgehakt werden, mit dem klaren Anspruch eine Leistungssteigerung am Mittwoch zu zeigen.
Barry Trotz ließ am Tag nach der Partie das Eistraining ausfallen. Der erfahrene Trainer war sich bewusst, dass sein Team eine mentale Pause benötigt, um für die zweite Partie gegen Tampa Bay gewappnet zu sein. "Wir waren heute nicht auf dem Eis. Barry war der Überzeugung, dass es für uns das Beste wäre", erklärte Mathew Barzal den Ablauf des Tages. "Wir haben etwas Streching und ein kurzes Workout gemacht und ein paar Videos geschaut."
Trotz selbst erklärte den Plan, den er mit dem trainingsfreien Tag verfolgte. "Die vergangenen sechs Tage haben wir alles gegeben, als wir versucht haben die Flyers zu besiegen. Es hat viel physische und psychische Vorbereitung dafür gebraucht. Und dann ging es schnell weiter und wir haben vielen Spielern in den vergangenen 48 Stunden viele Informationen mitgegeben." Der schnelle Wechsel von dem Hochgefühl nach dem Erfolg in Spiel 7 und der krachenden Niederlage in Spiel 1 der Conference Finals unterstützt die mentale Schwächephase der Islanders, der Trotz mit ein wenig Abstand entgegenwirken will.
Special Teams als Knackpunkt
Bereits vor der Serie war klar, dass die Special Teams eine wichtige Rolle spielen könnten. Beide Kontrahenten glänzten in der Postseason bis zum Beginn der Conference Finals nicht mit Top-Werten in Überzahl und Unterzahl. Dafür waren sich beide Mannschaften, in den Statistiken, bei Fünf-Gegen-Fünf nahezu ebenbürtig. Um so weniger verwundert es, dass die Lightning durch drei Powerplaytreffer für ein sehr deutliches Ergebnis in Spiel 1 sorgten. Hedmans 2:1-Überzahl-Führungstreffer war der Ausgangspunkt für den Erfolg und Point machte mit dem Powerplay-Tor zu 5:1 bereits im Mitteldrittel alles klar.

NYI@TBL, Sp1: Hedman hämmert Puck im Powerplay rein

Während die Lightning 50 Prozent der Situationen mit mehr Spielern auf dem Eis nutzen konnten, gelang den Islanders bei fünf Situationen lediglich ein Treffer. Mit ihrer Powerplayquote von nur 17,2 Prozent stellt New York das schwächste verbleibende Team bei numerischer Überlegenheit. Selbst das anfällige Unterzahlspiel der Lightning, mit einer Quote von 81,1 Prozent sorgte nicht dafür, dass die Islanders besonders viel Gefahr für Andrei Vasilevskiy im Tor Tampa Bays hervorrufen konnten. Eine Verbesserung in Überzahl ist der Schlüssel für den Erfolg der Islanders.
In Spiel 2 am Mittwoch (8 p.m. ET; Do 2 Uhr MESZ; NHL.tv, DAZN, Sport 1+) muss New York die eigene Identität wiederfinden. Die Identität, die Trotz seinem Team gibt, basiert auf einer soliden Defensive, die dann Fehler der Kontrahenten nutzt, um eiskalt zuzuschlagen. Eine unnötige Strafe und die sich bietende Überzahl wären ein solcher Fauxpas, den es zu nutzen gilt. Noch wichtiger wird jedoch sein, dass sich die in den ersten Runden überzeugenden Islanders nicht von einer, zugegeben schmerzhaften, Niederlage verunsichern lassen.