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Am Samstag wird zum zweiten Mal in dieser Saison ein NHL-Spiel unter freiem Himmel ausgetragen. Im Nissan Stadium, in dem normalerweise die NFL-Mannschaft der Tennessee Titans antritt, werden die Nashville Predators zur Navy Federal Credit Union NHL Stadium Series 2022 die Tampa Bay Lightning empfangen (7:30 p.m. ET; NHL.tv; So. 1:30 Uhr MEZ). Rund um das Spiel wird es für die Fans jede Menge zu erleben geben, ehe zum Abschluss ein Eishockey-Leckerbissen wartet.

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Eine Legende läutet die Feierlichkeiten ein
Der Startschuss für das lange Wochenende, an dem sich in der Countrymusik-Hochburg Nashville alles um Eishockey dreht, fällt bereits am Donnerstagabend vor dem Spiel der Predators gegen die Dallas Stars. Der ehemalige Torwart Pekka Rinne wird als erster Spieler der Franchise-Geschichte geehrt, dessen Nummer unter das Hallendach der Bridgestone Arena gehängt und zukünftig nicht mehr vergeben wird.
Rinne hatte 15 Jahre lang in Diensten der Predators gestanden, ehe er im Anschluss der vergangenen Saison seine Karriere beendete. Er gewann 2018 die Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL und war vier weitere Male ein Finalist für die Auszeichnung. Er führte Nashville 2017 zum einzigen Stanley Cup Finale der Franchise-Geschichte und hält den Franchise-Rekord für die meisten Siege (369) und Shutouts (60) eines Torhüters. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit die Fans in Nashville in Stimmung zu bringen, als den absoluten Publikumsliebling unter dem Hallendach zu verewigen.

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"Bei ihm stand immer die Mannschaft im Vordergrund", ließ Predators-Kapitän Roman Josi wissen. "Er sucht nicht das Rampenlicht, aber er verdient es so sehr. Er sollte das genießen. Er ist so bescheiden, aber dieser Abend steht für alles, was er für uns getan hat, für die Stadt, für das Team. Da darf er diesen einen Abend auch mal genießen. Er verdient es definitiv."
Nashville will sich als Eishockey-Hochburg beweisen
Das 1998 gegründete Franchise aus Nashville gehört sicherlich nicht zu den Traditionsmannschaften, doch in den vergangenen Jahren bemühte sich die Organisation darum, sich einen Ruf als Eishockey-Hochburg der Südstaaten zu erarbeiten.
Die Stadium Series ist nicht das erste große NHL-Event, dass den Eishockeysport hier in den Mittelpunkt rückt. 2003 War die Stadt bereits Ausrichter des NHL Draft, 2016 folgte das NHL All-Star Game und 2017 wurden die Heimspiele während des Stanley Cup Finales in großem Rahmen zelebriert. Dieser Fokus auf die Predators sorgte für eine fanatische Anhängerschaft und das Publikum in Nashville gilt als eines der lautesten der Liga, was ihr den Spitznamen "Smashville" einbrachte. Entsprechend scheuen die Veranstalter keine Mühen mit einem Fanfest, Paraden und Livemusik für eine beeindruckende Atmosphäre zu sorgen.
"Das ist eine Belohnung für unser Franchise, für die Fans und für die Stadt", freute sich General Manager David Poile. "Das wird einfach ein fantastisches Event und ein weiterer Schritt zu dem, was wir als erfolgreiches Franchise auf und neben dem Eis sein wollen."
Auch die Sonne in Tennessee scheint die Predators zu unterstützen, denn sie zog sich zuletzt zurück, was die Arbeiten an der Eisfläche im Freien erleichtert. Eigentlich wurde mit Temperaturen über 20 Grad Celsius gerechnet, aktuell ist die Vorhersage für Samstag jedoch eine Höchsttemperatur von 12 Grad am Nachmittag, was gutes Eis verspricht.
Wichtige Punkte stehen auf dem Spiel
Auf dem Eis werden die Spieler der Predators alles geben, um die zwei Punkte in Tennessee zu behalten und die Stanley Cup Champions der vergangenen beiden Jahre mit leeren Händen nach Hause zu schicken. Das wird nicht leicht, denn Tampa bestätigt bisher seine Form der vorherigen beiden Saisons und liegt mit 72 Punkten (33-11-6) auf dem zweiten Platz der Atlantic Division und dem ligaweit vierten Platz. Fünf Spieler der Lightning knackten bereits die Marke von 30 Punkten, angeführt von Kapitän Steven Stamkos mit 56 Punkten (24 Tore, 32 Assists). Dazu kommt noch Starstürmer Nikita Kucherov, der verletzungsbedingt nur 15 Spiele bestritt, dabei aber 22 Punkte sammelte (8 Tore, 14 Assists).

EDM@TBL: Stamkos dreht sich und zieht ab

Die Predators müssen den harten Gegner bezwingen, um sich im engen Kampf um die Plätze für die Stanley Cup Playoffs in der Western Conference weitere Punkte zu sichern. Zwischen dem zweiten Platz und dem neunten Platz liegen nur sieben Punkte, die Predators liegen mit 62 Punkten (29-18-4) auf Rang fünf, vier Punkte hinter den zweitplatzierten Calgary Flames. Zuletzt strauchelte Nashville mit vier Niederlagen in Folge, beendete die Negativserie jedoch am Dienstag ausgerechnet mit einem 6:4-Erfolg gegen die Florida Panthers, das einzige Team, das in der Atlantic Division vor den Lightning steht.
Eliteverteidiger im direkten Duell
Besondere Aufmerksamkeit, vor allem von Seiten der Lightning, dürfte Roman Josi genießen. Der Schweizer Verteidiger führt die Predators mit 53 Punkten (14 Tore, 39 Assists) als Topscorer an und hat unter allen Verteidigern der NHL die meisten Punkte, zweitmeisten Tore und drittmeisten Assists. Er punktete in jedem der vergangenen sechs Spiele und sammelte dabei ein Tor und neun Assists. Josi trifft auf einen seiner Konkurrenten im Finale der Wahl zum besten Verteidiger der Saison 2019/20, Victor Hedman. Damals setzte sich Josi durch und wurde mit der James Norris Memorial Trophy ausgezeichnet.

NSH@FLA: Duchene bedient Josi

Hedman bewegt sich auch in dieser Saison praktisch wieder im Gleichschritt mit Josi. Der Schwede ist mit 50 Punkten (11 Tore, 39 Assists) der zweitbeste Scorer der Lightning und liegt nach Assists gleichauf mit seinem Schweizer Konkurrenten.
Spektakuläre Saves garantiert
Zwischen den Pfosten herrscht ebenfalls ein extrem hohes Niveau. Tampas Andrei Vasilevskiy, der 2019 die Vezina Trophy als bester Torhüter gewann, liegt mit 92,1 Prozent Fangquote auf dem neunten Platz der Liga und mit 2,29 Gegentoren pro Spiel auf Rang sieben. Er führt die Liga mit 27 Siegen an und durfte zwei Shutouts feiern.
Doch Nashvilles Juuse Saros erweist sich als würdiger Nachfolger für Rinne. In 42 Spielen holte er 24 Siege, mit einer Fangquote von 92,3 Prozent liegt er sogar zwei Plätze vor Vasilevskiy und seine 2,49 Gegentore pro Spiel können sich ebenfalls sehen lassen. Wie sein Gegenüber behielt er zwei Mal eine weiße Weste.