Lukas Reichel

Jede Woche blickt NHL.com/de auf bemerkenswerte Leistungen der deutschsprachigen, bereits gedrafteten Spieler und sich abzeichnende Entwicklungen in der AHL, der ECHL und im Junioren-Eishockey zurück. In dieser Woche die Spiele vom 23.10. bis 28.10.22.

In der zweiten AHL-Woche standen einige direkte Duelle der DACH-Akteure auf dem Plan. Auf der Trainerbank bereiteten die Ontario Reign ihrem deutschen Übungsleiter weiter Freude und auch in den Junioren-Ligen waren alle deutschsprachigen Spieler auf den Spielberichtsbögen vertreten.
Die Enttäuschung darüber nicht in der NHL, sondern in der AHL aufzulaufen, dürfte bei Lukas Reichel mittlerweile verflogen sein. Der deutsche Angreifer hatte sich vor der Saison große Hoffnungen gemacht, den Sprung zu schaffen. Mit guten Leistungen bei den Rockford IceHogs drängt er sich weiter auf und sorgt dafür, dass der nächste Schritt nur eine Frage der Zeit ist. Zwar startete die Woche mit zwei Niederlagen, doch Reichel konnte in beiden Matches punkten. Auch beim 5:3-Erfolg gegen die Chicago Wolves bereitete der Deutsche einen Treffer vor. Mit sieben Zählern (2 Tore, 5 Assists) aus fünf Partien kann Reichel durchaus zufrieden sein.

Lukas Reichel

Glücklich dürfte auch Leon Gawanke sein. Der in Berlin geborene Verteidiger spielt mit den Manitoba Moose einen herausragenden Saisonstart. Lohn ist neben dem ersten Rang in der Central Division auch der 6:3-Erfolg, im deutschen Duell, gegen die IceHogs um Reichel. Beim 5:3-Erfolg gegen die Milwaukee Admirals feierte Gawanke seinen ersten Assist der Saison. Im Hinblick auf die Strafminuten (13) hat er nach fünf absolvierten Begegnungen schon fast seinen Höchstwert (21 Minuten, Saison 2019/20) erreicht, ein weiterer Beweis, dass auch Gawanke alles für den Sprung in die NHL gibt.

Gawanke 8 2

Der einzige DACH-Torhüter in der AHL stand in der zweiten Woche in einem Match auf dem Eis. Der Schweizer Akira Schmid hütete für die Utica Comets beim 5:1-Erfolg gegen die Cleveland Monsters das Tor und konnte 23 der 24 auf ihn abgegebenen Schüsse parieren. Das ergab eine Fangquote von starken 95,8 Prozent. Insgesamt liegt Schmid in den AHL-Goalie-Statistiken gut platziert. Er kassiert die sechstwenigsten Gegentreffer (1,68) und pariert die dreizehntmeisten Schüsse (92,5 Prozent).
An Schmid verzweifelte in der Vorwoche auch Tim Berni. Der Schweizer Verteidiger unterlag mit den Cleveland Monsters seinem Landsmann deutlich. Auch sonst verlief die Woche für den Vielspieler der vergangenen sieben Tage eher unglücklich. Aus den vier Duellen der Woche konnte lediglich ein Overtime-Erfolg gefeiert werden. Berni selbst punktete dabei nicht.
Den zweiten Rang in der Atlantic Division sicherten sich die Providence Bruins mit zwei 2:1-Erfolgen. Kai Wissmann gab beim Sieg gegen die Charlotte Checkers eine Vorlage und dürfte sich als Verteidiger auch über die gute und stabile Defensive der Bruins freuen.
Seinen ersten AHL-Einsatz der Saison feierte Julian Naparvnik. Nachdem der Angreifer aus Bad Nauheim zu Saisonbeginn zusehen musste, durfte er gegen die Charlotte Checkers erstmals in der Spielzeit für die Hershey Bears auflaufen. Ein Schuss und eine Plus-Minus-Bilanz von -1 waren sein Arbeitsnachweis bei der 2:3-Overtime Niederlage.
Niederlagen sind für Marco Sturm und die Ontario Reign ein Fremdwort. Zwei Partien standen auf dem Wochenplan und sowohl gegen die San Jose Barracuda (2:1) als auch gegen die San Diego Gulls (5:1) wussten die Reign zu überzeugen. Nach sechs Partien grüßen sie von der Spitze der Pacific Division und geben ihrem Trainer allen Grund zur Freude. Erst einmal musste sich Sturm, der seit Saisonbeginn der Bandenchef bei den Reign ist, mit einer Niederlage abfinden.

Sturm1

Im Junioren-Eishockey konnten sich alle DACH-Spieler mit Punkten in den Fokus spielen. Brian Zanetti war mit einem Tor und einer Vorlage an zwei Siegen der Peterborough Petes beteiligt. Beim Top-Duell gegen die Ottawa 67's, um Vinzenz Rohrer, konnte Zanetti zwar nicht punkten, die Zähler gingen jedoch trotzdem an das Team des Schweizers. Für Rohrer und Ottawa genügte die Vorlage des Österreichers nicht, sie mussten sich erstmals in der Saison geschlagen geben. Rohrer steht bei zehn Punkten (3 Tore, 7 Vorlagen) aus zehn Spielen. Für Haakon Hänelt gab es zwar einen persönlichen Erfolg, indem er seinen vierten Assist in der QMJHL sammelte, doch drei Niederlagen der Gatineau Olympiques sorgen eher für Frust bei dem Deutschen.