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Mikael Backlund sieht Calgary verstärkt

Der erfahrene Center der Flames sieht sein Team in der kommenden Saison durchaus mit Überraschungspotential

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Der Schwede Mikael Backlund von den Calgary Flames kehrte in diesem Sommer in seine Heimat in Skandinavien zurück. Im Rahmen eines Mediatages in Stockholm hatte NHL.com International kürzlich die Gelegenheit sich mit dem im Jahre 1989 geborenen Führungsspieler über die Situation bei den 'Flames', seine persönliche Situation, und auch über die Ambitionen für die Zukunft in Alberta zu sprechen.

Backlund begann seine Profi-Karriere als Eishockeyspieler ursprünglich einmal in der Jugend von VIK Västerås HK, für dessen Profimannschaft er von 2005 bis 2009 in der zweiten schwedischen Liga aktiv war.

In dieser Zeit wurde der Center im NHL Entry Draft 2007 in der ersten Runde als insgesamt 24. Spieler von den Calgary Flames ausgewählt, für die er am 8. Januar 2009 im Spiel gegen die New York Islanders dann sein Debüt in der NHL, der besten Eishockeyliga der Welt, gab.

Der Schwede kommt aus einer persönlich sehr starken Spielzeit in der NHL, wo er mit den Flames nach einem zunächst mäßigen Start am Ende doch noch in die Playoffs einziehen konnte. In den Augen vieler galt sein starker Auftritt beim 'World Cup of Hockey 2016' in Toronto als die Grundlage seiner starken Saison 2016-17.

Video: FLA@CGY: Backlund schießt zwei Tore in 13 Sekunden

Er selber sieht in erster Linie in der ernsthaften Inbetrachtnahme für die letztjährige Selke Trophy, die NHL-Auszeichnung für die Stürmer mit dem besten Defensivverhalten, die Grundlage für eine auch zukünftig hoffentlich positive persönliche Entwicklung.

"Es wurde ja viel darüber diskutiert ob das so überhaupt gerechtfertigt war. Doch wenn ich mal so auf den schlussendlichen Ausgang blicke, dann war das ja schon sehr knapp am Ende. Ich schöpfe daraus viel Motivation für die Zukunft. Es war so toll auch einmal ein Teil der offiziellen NHL Awards zu sein, dort als einer der absolut Besten der Branche anerkannt zu werden. So knapp an der Trophäe vorbeigeschrammt zu sein (Anm: am Ende landete er auf Rang Vier), das gibt mir frischen Schwung und neue Motivation für die Zukunft" gibt sich der Center gegenüber NHL.com International in Stockholm frisch und durchaus angriffslustig.

An seine Anfänge in Übersee, als er zunächst nur in der AHL zum Einsatz kam denkt er rückblickend sogar mit einer gewissen Dankbarkeit zurück.

"Als ich mit 17 nach Nordamerika ging, da war das zunächst nicht einfach für mich. Doch in dieser Zeit habe ich gelernt mit Rückschlägen umzugehen. Das war in dieser Phase meiner Karriere etwas ganz Neues für mich. Das gab es vorher schlich nicht. In der AHL bin ich viel erwachsener geworden, wurde mental stärker und auch körperlich härter. Das war eine schwierige Zeit, doch ich habe sie am Ende erfolgreich hinter mir gelassen."

Video: CGY@DET: Backlund versenkt Querpass zur Führung

Sogar eine vorzeitige Rückkehr nach Schweden habe er damals hin und wieder gedacht gesteht er ein. "Ja, meinen Agenten hatte ich schon ein paar Mal gefragt, ob er mir nicht zu einer Rückkehr verhelfen könne. Doch er hat mich dann immer bestärkt nicht die Flinte ins Korn zu werfen, mich in die NHL zu kämpfen. Auch meine Eltern gaben mir in dieser Zeit die notwendige Kraft. Im Rückblick bin ich nun natürlich sehr dankbar dafür, dass sie sich verhalten haben, wie sie es eben taten. Jetzt verstehe ich das Alles."

Nach zunächst fünf aufeinanderfolgenden Playoffs ohne sein Zutun, konnte er nun in zwei von drei Jahren der KO-Phase auch seinen Stempel aufdrücken, durfte das Flair der Playoffs in der besten Eishockeyliga genießen.

"Klar, in den Playoffs ist das hier noch einmal ein ganz anderes Spiel" bestätigt Backlund gegenüber NHL.com International. "Die ersten Jahre, wenn man ein Team ganz neu aufbaut, die sind immer schwer. Doch nun ernten wir so langsam die Früchte für all unsere harte Arbeit. Aber so etwas geht natürlich nicht über Nacht. Schaut mal auf die Edmonton Oilers, da brauchte es auch erst das Eintreffen von McDavid bis es dort so richtig voranging."

"An deren Entwicklung kann man tatsächlich viel Spaß haben" schaut er voller Anerkennung auf die Leistung des Rivalen. "In meinen ersten Tagen in der NHL haben wir damals direkt gegen die Oilers gespielt. Beide Teams kamen damals aus Niederlagenserien. Das wird in diesem Jahr dann hoffentlich erneut ganz anders aussehen, dann sind es hoffentlich Siegesserien mit denen beide Teams in solche Derbys gehen. Wenn alles gut läuft, dann treffen vielleicht sogar zwei der besten Teams der Liga dabei aufeinander. Das wäre dann eine wirklich tolle Sache."

Video: DET@CGY: Backlund hämmert den Puck in der OT rein

Auf die konkrete Frage, wie nahe die Flames denn aktuell selber schon an einem möglichen Stanley Cup-Gewinn sind weicht er derzeit noch etwas aus. "Wir machen unsere Sache gut, denke ich. Schaut beispielsweise doch einmal auf Nashville. Denen hätte man die Finalteilnahme im Frühsommer doch auch nicht unbedingt so zugetraut. Sie sind aber grundsätzlich nicht besser aufgestellt als wir, denke ich. Sie waren halt da als es wirklich zählte, in den Playoffs. Und speziell auch ihre Torhüter waren in Topform als es sportlich um die sprichwörtliche Wurst ging. Bei uns war das leider nicht so. Doch ich denke, dass unser GM da in diesem Sommer einen tollen Job gemacht hat. Jetzt haben auch wir ein Top-Torhütergespann. Unsere Defensive in Kombination mit diesen Goalies sollte uns in die Lage versetzen mit allen Teams der Liga grundsätzlich auf Augenhöhe mithalten zu können. Das hatte ich in meiner Zeit mit der Franchise so bisher noch nie."

Die Tatsache, dass es im Vorjahr mit inzwischen 91 Schweden in der NHL einen neuen Rekord zu feiern gab, die macht Backlund zudem etwas stolz auf sein Heimatland, welches so stark wie nie in der Liga vertreten ist.

"Unser Ausbildungssystem in Schweden trägt jetzt Früchte. Auch wenn die schwedische Liga zuletzt doch einige Spieler und damit auch Qualität in Richtung Schweiz, an die KHL und die NHL/AHL verloren hat. Aber die Ausbildungscamps für den schwedischen Nachwuchs fördern die Spieler in immenser Weise. Das Selbstvertrauen unserer Nachwuchsleute ist in den vergangenen Jahren auch gestiegen, alles wurde etwas 'amerikanisiert' in dieser Richtung. Daher fällt vielen Schweden die Eingliederung in Nordamerika inzwischen dann auch immer leichter."

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