Im Juni setzte der 27 Jahre alte Angreifer sein Autogramm unter einen Einjahresvertrag bei den SCL Tigers. Der Klub hatte sich laut Michaelis hartnäckig um seine Dienste bemüht. "Die Entscheidung hat sich im Sommer richtig angefühlt und fühlt sich nach wie vor richtig an", sagte er über den Schritt, seine Profikarriere in der Schweiz fortzusetzen. Die National League habe ihn gereizt, nicht zuletzt wegen der vielen starken Spieler, die aus der Kontinental Hockey League (KHL) dorthin gewechselt sind.
Darüber hinaus gab es handfeste persönliche Gründe für den Schritt. "Als klar war, dass ich nach Europa zurückkehre, wollte ich zu einer Mannschaft, bei der ich viel spiele und viel Verantwortung habe. Die Offiziellen in Langnau haben mir das zugesagt. Von daher wusste ich, dass man mir hier wirklich die Chance gibt, wieder mein bestes Niveau zu erreichen", erläuterte Michaelis.
Den Vertrauensvorschuss hat der variabel einsetzbare Stürmer bereits in den ersten Monaten der regulären Saison zurückgezahlt. Mit 26 Punkten (neun Tore, 17 Assists) aus 27 Einsätzen ist er erfolgreichster Scorer seiner Mannschaft. Mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 19:48 Minuten rangiert er an vierter Stelle.
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Trotz der guten Scorerwerte ist Michaelis mit seinem Spiel nicht restlos zufrieden. "Der Weg zeigt in die richtige Richtung. Aber ich bin immer noch nicht dort, wo ich gerne sein möchte", betonte er.
Doch eines hat Michaelis inzwischen geschafft. Mit seinen Auftritten beim SCL ist es ihm gelungen, die zwei enttäuschenden und von Verletzungen geprägten Spielzeiten in der NHL und der AHL vergessen zu machen.
Nach überzeugenden Vorstellungen im College-Bereich waren die Vancouver Canucks auf den Deutschen aufmerksam geworden. Sie statteten ihn mit einem Einjahresvertrag für 2020/21 aus. Die Liaison stand allerdings unter keinem guten Stern. "Die Zeit in Vancouver hatte ich mir anders vorgestellt, um ehrlich zu sein. Dass meine erste NHL-Saison so sehr von Corona geprägt wurde, war hart. Es gab keine Fans, die Spiele fanden nur innerhalb der Divison statt. Deshalb habe ich in diesem Jahr nur sechs andere Städte gesehen und außerdem die meiste Zeit in der Taxi Squad verbracht. Da war ich im Training immer nur mit vier, fünf anderen Spielern zusammen und nicht mit dem gesamten Team. Rückblickend war das die schwierigste Phase meiner Laufbahn", berichtete Michaelis über sein Premierenjahr in Nordamerikas Eliteklasse.