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Trainerwechsel soll neue Wege aufzeigen

NHL.com/de 31 in 31: Bei den Kings kann es nach einer Katastrophensaison nur besser werden

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Los Angeles Kings.

Der Saisonverlauf bei den Los Angeles Kings in der Vorsaison war, gemessen an den hohen Ansprüchen an das Team zum Saisonstart, eine sportliche Katastrophe. Lediglich die Ottawa Senators schnitten von allen 31 NHL-Teams noch schlechter ab als die Kalifornier.

Die am Ende gesammelten 71 Zähler waren für die Organisation der Kings das schwächste Ergebnis seit der Spielzeit 2006/07.

Logisch, dass sich etwas ändern musste, wenn die Verantwortlichen dem Team und den Fans wieder den Glauben an eine erfolgreichere Zukunft verleihen wollen. Entschieden haben sie sich für einen Trainerwechsel. Willie Desjardins, der das Amt erst im vergangenen November von John Stevens übernommen hatte, musste weichen. Am 16. April präsentierten die Kings Todd McLellan als neuen Verantwortlichen hinter der Bande. Auf ihm ruht nun ein Großteil der Hoffnungen auf eine erfolgreichere Zukunft in der Saison 2019/20. 

 

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Der Kader blieb weitgehend zusammen und das Vertrauen wird den zahlreich noch immer vorhandenen namhaften Akteuren gezollt.
 
Es wird an McLellan sein, dem Team mit den zweitwenigsten Treffern in der vergangenen Saison (199) und einem schwachen Powerplay (15,8 Prozent, 27. Platz) wieder mehr offensive Durchschlagskraft zu verleihen.

Die Schlüsselspieler

Das Potenzial zu mehr Treffern ist bei den Kings zweifelsohne vorhanden. Durchaus hochkarätige Spieler vom Schlage eines Anze Kopitar oder Ilya Kovalchuk müssten nach einer schwachen Saison nur an ihre alten, erfolgreicheren Zeiten anknüpfen. So reichte es für Kopitar in der Saison 2018/19 lediglich zu 60 Punkten (22 Tore, 38 Assists), nachdem er im Jahr zuvor mit 92 Punkten (35 Tore, 57 Assists) noch einer der Kandidaten auf den Gewinn der Hart Trophy war. Kovalchuk, der für große Schlagzeilen sorgte, als er nach Jahren in Russland im vergangenen Herbst auf die große NHL-Bühne zurückkam, konnte vergleichsweise bescheidene 16 Saisontreffer vorweisen. Auch in ihm steckt durchaus mehr, als das, was er in der vergangenen Runde abgeliefert hatte.
 
Die Abwehr der Kings hat personell bedingt ebenfalls Steigerungspotenzial. Mit durchschnittlich 3,16 Gegentoren pro Spiel reichte es lediglich zu Rang 22 im Ligavergleich. Das Unterzahlspiel stellte mit einer Erfolgsquote von 76,5 Prozent sogar das drittschlechteste der Liga dar. Drew Doughty und seine Kollegen sind ab Oktober gefordert, es besser zu machen. Gleiches gilt für Torhüter Jonathan Quick, der mit einer Ausbeute von 16-23-7, einer Fangquote von 88,8 Prozent und einem Gegentorschnitt von 3,38 pro Spiel, die schwächste komplette Spielzeit seiner Karriere hinlegte. Dass er es viel besser kann, hat er mehrfach bewiesen.

Video: SJS@LAK: Kopitar täuscht und erzielt Führung im

Sie könnten nachrücken

Sollte der eingespielte Kader der Kings in Kürze einmal Verstärkungen aus dem Nachwuchsbereich benötigen, stehen der Organisation durchaus geeignete talentierte, junge Spieler zur Verfügung, die für eine positive Überraschung sorgen könnten. 

Alex Turcotte zum Beispiel, der Nummer-5-Zug aus dem NHL Draft 2019, könnte mit seinen 18 Jahren schon bald erste Erfahrungen auf NHL-Niveau sammeln. Offiziell eingeplant ist er erst einmal für die Mannschaft der Universität von Wisconsin.

Etwas weiter in seiner Entwicklung ist Stürmer Gabriel Vilardi. Der elfte Zug aus dem NHL Draft 2017 wird in diesem Monat 20 Jahre alt. Im Vorjahr kam er aufgrund von Rückenproblemen lediglich auf vier Spiele in der AHL und konnte am Nachwuchscamp der Kings im Juni nicht teilnehmen. Wenn er fit ist, könnte er in der in Kürze beginnenden NHL-Saison eine Alternative im Roster von Los Angeles sein. In der Saison 2017/18 überzeugte er für das Team aus Kingston in der OHL mit 58 Punkten (22 Tore, 36 Assists) aus 32 Spielen. 

Ebenfalls kurz vor seinem endgültigen NHL-Durchbruch steht Stürmer Jaret Anderson-Dolan stehen. In der Spielzeit 2018/19 durfte er schon fünf Mal für die Kings auf das Eis, verbrachte den Großteil der Runde aber für das Team aus Spokane in der WHL, wo ihm 43 Zähler (20 Treffer, 23 Vorlagen) gelangen. Viele rechnen mit ihm im Kader der Kings, wenn die neue Spielzeit an Fahrt aufnimmt.

Ebenfalls auf dem Radar haben die Verantwortlichen bei den Kaliforniern Offensivkraft Rasmus Kupari und Verteidiger Tobias Bjornfot. Kupari überzeugte in Finnland bei Karpat, Bjornfot machte bei Djurgardens in Schweden auf sich aufmerksam. 

Stärken

Wenn eine Mannschaft weit unter ihren Möglichkeiten blieb und tief im Tabellenkeller abschloss, wie es den Kings widerfahren ist, fällt es schwer, auf dem Papier wirkliche Stärken zu finden. Fakt ist, dass der Kader der Kalifornier weit besser ist als es die Statistiken im Vorjahr abgebildet haben. In Los Angeles hatten sie über den Sommer die Ruhe den Kern des Teams beisammen zu halten und wollen mit der notwendigen Entschlossenheit an die Aufgabe herangehen, die Mannschaft wieder dorthin zu bringen, wo sie nach der Meinung vieler hingehört, an die Spitze der NHL. Diese Ruhe, dass die Verantwortlichen dem Drang widerstanden haben, in Aktionismus zu verfallen, das dürfte im Sommer 2019 die größte Stärke der Organisation gewesen sein. 

 

[Lies noch mehr 31 in 31 Saison-Vorschauen von NHL.com/de]

 

Entwicklungspotenzial

Die Kings erzielten in der Saison 2018/19 die zweitwenigsten Treffer in der Liga. Kopitar und Dustin Brown waren mit jeweils 22 Treffer die erfolgreichsten Torschützen im Team. Das Powerplay landete lediglich auf Rang 27 im Ligavergleich. Das Team gab mit im Schnitt 28,8 pro Spiel zudem die zweitwenigsten Torschüsse in der NHL ab. Spieler wie Kovalchuk und Tyler Toffoli (der lediglich 5,8 Prozent seiner Torschüsse im Kasten unterbrachte) sind gefordert, ihre Ausbeute und damit die Statistiken zu verbessern.

"Ich denke die Spieler, die wir gerade haben, sind immer noch gut genug, um mehr Tore zu erzielen, als sie das in der Vergangenheit taten", sagte Kings-Assistenztrainer Marco Sturm. "Wir haben bereits festgelegt, dass wir im Training mehr Fokus auf das Powerplay legen werden, so dass ich erwarte, mehr Tore von uns zu sehen, besonders in Überzahl." 

Auch in der Defensive ist das Team gefordert. Zuletzt war gerade der Abwehrbereich die große Stärke der Mannschaft. In der abgelaufenen Runde reichte es aber selbst hier nicht mehr zu Spitzenplätzen. Nur Rang 22 in Sachen Gegentore pro Spiel (3,16), da muss wieder mehr kommen von Doughty, Derek Forbort und Alec Martinez, wenn sie zurück in die Playoffs wollen.

Torwart Quick muss ebenfalls dringend wieder zu alter Form zurückfinden und seine Statistiken (3,38 Gegentore pro Spiel, 88,8 Prozent Fangquote) auf ein, seinen Ansprüchen genügendes Niveau anheben.

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Playoff-Chancen

Wenn ein personell überdurchschnittlich gut bestückter Kader sportlich auf ganzer Linie enttäuscht, liegt in einer Mannschaft traditionell einiges im Argen. Die Verantwortlichen solcher Klubs haben im Regelfall zwei Optionen. Entweder man tauscht große Teile des Kaders aus oder den Trainer. In Los Angeles haben sie sich für den zweiten Weg entschieden. Ob das die richtige Entscheidung war, ist schwer zu prognostizieren. McLellan als Trainer mit bekannt 'harter Hand' an die Bande zu stellen, macht auf den ersten Blick durchaus Sinn, schließlich hat ein Mehr an Disziplin und Engagement schon so mancher Mannschaft zu mehr Erfolg verholfen. Das Team hat durchaus die Klasse, in die Playoffs zurückzukehren. Aber die hatte es im Vorjahr ebenfalls schon. Die Kings bleiben eine Wundertüte. Der große Vorteil dabei ist, dass es schlechter als in der vergangenen Runde kaum noch laufen kann.

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