Verteidiger Josi ist ein Elite-Spielmacher

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Weil die NHL-Saison wegen der Corona-Pandemie seit 12. März pausiert und das Mannschaftstraining ausgesetzt ist, hält sich Roman Josi zu Hause fit. In seiner Garage hat sich der Kapitän der Nashville Predators ein kleines Gym eingerichtet, das er am Freitag bei einem Live-Q&A auf dem Instagram-Account von NHL Europe (@nhleurope) präsentierte. Zu den Utensilien, die sich dort befinden, zählen Gewichte, Hanteln, Springboxen und ein Squat Rack. In der Einfahrt hat er ein Eishockey-Tor aufgestellt, auf das er regelmäßig Schüsse abgibt.

Der Berner zählt in dieser Saison einmal mehr zu den herausragenden Spielern seiner Mannschaft. In 69 Einsätzen sammelte er 65 Scorerpunkte (16 Tore, 49 Vorlagen) und stellte damit einen NHL-Rekord für einen Schweizer Verteidiger auf. Nach einigen wechselhaften Phasen im Saisonverlauf hatten sich die Predators zuletzt stabilisiert und auf den zweiten Wildcard-Platz für die Stanley Cup Playoffs in der Western Conference vorgearbeitet. Dann kam die Unterbrechung.

Sechs Wochen währt die Zwangspause nun schon. Über die Antwort auf die Frage, welchen seiner Mitspieler er in Quarantäne am liebsten um sich hätte, musste Josi nicht lange nachdenken. "Nick Bonino. Er ist ein guter Koch. Da würde es sicherlich etwas Gutes zu essen geben. Außerdem ist er ein hervorragender Tischtennisspieler. An der Platte hätten wir garantiert viel Spaß zusammen. Nick hat auch immer einen guten Witz auf Lager", erzählte Josi.

EDM@NSH: Josi hämmert den Puck rein

Nicht funktionieren würde die Isolation dagegen mit Ryan Johansen. "Wir sind uns in vielerlei Hinsicht recht ähnlich. Wir haben zum Beispiel keine Ahnung vom Kochen. Allein deshalb würden wir in einem Haushalt vermutlich kein gutes Team abgeben", sagte Josi. Dennoch schätzt der Schweizer seinen Teamkollegen. Johansen sei neben Bonino der lustigste Typ bei den Predators.

Wenn er sich zwischen Schweizer Käse und Schokolade entscheiden müsste, würde Josi die herzhafte Spezialität seines Heimatlandes bevorzugen. "Ich mag eigentlich beides gerne. Aber es geht nichts über ein Käsefondue oder ein Raclette", schwärmte er. Zu den Essen, die er sich trotz seines nach eigenen Worten bescheidenen Talents am Herd ab und an selbst zubereitet, gehöre Hähnchen in verschiedenen Variationen.

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Musik spielt in Nashville nicht nur für Country-Fans eine wichtige Rolle, sondern auch für das Team der Predators. "Auf der Fahrt zur Arena höre ich gerne Musik", verriet Josi. Ein bestimmtes Lied vor einem Spiel lasse er jedoch nicht laufen. "Das hängt von meiner Stimmung ab. In der Kabine geht es dann weiter mit Musik. Colton Sissons ist unser DJ. Wir müssen dann das anhören, was er auflegt."

Ein Duett mit seinem Schweizer Kumpel Bastian Baker, der in jungen Jahren selbst Eishockey spielte und jetzt im Popbusiness erfolgreich ist, schließt Josi aus. "Das wird definitiv nicht passieren. Wir sind zwar gute Freunde und er war schon öfter hier bei mir in Nashville. Aber ich bin ehrlich gesagt ein schlechter Sänger."

Für Josi besteht auch keinerlei Notwendigkeit, die Branche zu wechseln. Im Oktober vorigen Jahres verlängerte er seinen Vertrag bei den Predators vorzeitig um acht Jahre bis 2027/28. Seit September 2017 führt er die Mannschaft als Kapitän an.

CGY@NSH: Josi bezwingt mit einem Snapshot Rittich

Welche Tipps er in Sachen Leadership geben könne, wollte ein Fragestelle beim Live-Q&A von Josi wissen. "Man muss selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Mit Mike Fisher und Shea Weber hatte ich gute Lehrmeister fürs Kapitänsamt. Sie waren immer diejenigen, die am härtesten gearbeitet haben. Ich habe viel von ihnen gelernt und versuche das jetzt umzusetzen", sagte er. Als Vorbilder in seiner Jugendzeit nannte er den Schweizer Martin Steinegger und die NHL-Profis Joe Sakic und Scott Niedermayer.

Zum Schluss des Live-Q&A richtete Josi noch ein paar persönliche Worte an die Fans: "Ich hoffe, dass ihr alle gesund bleibt und ich euch bald mal wieder bei einem Spiel sehen kann."