BergmannSharks

Zwischen 2019 und 2021 war der deutsche Power Forward Lean Bergmann zwei Jahre in der Organisation der San Jose Sharks. Mit einem Auge schielt der 23-jährige aus Hemer noch immer auf die NHL, hofft auf eine Rückkehr in die beste Eishockey-Liga der Welt und verfolgt derweil seine Nationalmannschaftskollegen Moritz Seider (Detroit Red Wings) und Tim Stutzle (Ottawa Senators).

DEL-Eishockey in Mannheim
In zwei Jahren in San Jose absolvierte Bergmann 13 NHL-Spiele für die Sharks (0-1-1) sowie 63 AHL-Spiele für das Farmteam San Jose Barracuda (10-14-24). Seit Sommer 2022 ist der 1,87 Meter große und 93 Kilogramm schwere Linksschütze zurück in Deutschland und spielt DEL-Hockey für die Adler Mannheim (30 Spiele, 8-4-12).
"Ehrlich gesagt hätte es ein bisschen mehr sein können. Ich muss aber auch sagen: Je älter ich werde, desto weniger interessieren mich die Punkte. Warum spiele ich Eishockey? Nicht weil ich Top-Scorer sein will, sondern weil ich Spaß am Spiel haben und gewinnen möchte. Mit den Adlern sind wir diesbezüglich in einer guten Position", erzählt Bergmann gegenüber NHL.com/de. "Man darf auch nicht vergessen, dass wir durch die Corona-Situation teilweise mit zweieinhalb Reihen gespielt haben, das ist eine Katastrophe. Dadurch ist es schwer, konstante Leistungen abzurufen. Ich hatte mich auch schon in der Preseason verletzt, was Form gekostet hat und hatte auch im Dezember nochmal eine Verletzung. Diese Saison hatte also viele kleine Hürden, um einen optimalen Verlauf zu haben."
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Mit seinem energiegeladenen und physischen Stil geht Bergmann unter die Haut und sammelte auch schon 30 Strafminuten. "Das ist einfach zu erklären", sagt der in der Nähe von Iserlohn geborene Angreifer. "Ich bin jemand, der die eine oder andere Strafe nimmt, aber auch einige herausholt. Darunter sind auch zwei Schlägereien, da kommt man schnell auf 30."
Seider und Stützle auf dem Radar
In der ersten Saison nach seiner Rückkehr aus Kalifornien hat Bergmann die NHL weiter im Blick. "Natürlich habe ich meine zwei, drei Teams, die ich verfolge", bekennt Bergmann und zählt auf: "Ich sehe mir gerne die Colorado Avalanche an, die eine unglaubliche Mannschaft haben. Auch die Vegas Golden Knights, weil die noch denselben Coaching-Staff haben, unter dem ich in San Jose gearbeitet hatte. Entsprechend weiß ich, wie sie spielen und finde es sehr interessant, wie die Spieler das System umsetzen."
Im Fokus stehen auch seine Landsmänner und Nationalmannschaftskollegen Tim Stutzle (20) und Moritz Seider (21). "Ich schaue mir auch gerne die Highlights der Ottawa Senators und Detroit Red Wings an, weil Timmy und Mo dort spielen. Es sind auch immer Spiele, die interessant sind", findet Bergmann.

CHI@DET: Seider trifft im dritten Drittel in Überzahl

Trotz des Aufschwungs der Sharks kann Bergmann seinen Ex-Klub nur schwer einschätzen: "So wie in den letzten Jahren haben sie zu viele gute Spieler, um in der Tabelle unten zu stehen, aber nicht die Kaderstärke, um ganz oben mitzuspielen. Das sieht man in dieser Saison auch."
Eine gute Ergänzung für den Kader der Edmonton Oilers sei sein ehemaliger Teamkollege Evander Kane: "Ich glaube, man kann über Evander sagen was man will, aber er ist ein sehr guter Eishockeyspieler. Er ist so ein typischer Kanadier, bei dem auf dem Eis einfach alles zu klappen scheint. Egal, wie er den Puck schießt, wie sehr er flattert, er geht am Ende rein. Er ist jemand, der den Touch hat und wird auch in Edmonton wieder Tore schießen. Er zählte in den zwei Jahren zuvor schon zu den Top-Torschützen in San Jose, bringt Härte mit aufs Eis und hat auch immer sehr gut in Unterzahl gespielt. Ich denke, dass er den Oilers weiterhelfen kann."
Rückkehr in die NHL?
Doch nicht nur der visuelle, sondern auch der persönliche Kontakt in die NHL ist bei Bergmann nicht abgerissen: "Ich hatte Kontakt zu drei Teams. Wir haben ein bisschen geplaudert, etwas Konkretes war aber nicht dabei", verrät Bergmann. "Wir haben einfach über meine Zeit in San Jose gesprochen, was ich dort gelernt habe, warum ich nicht mehr da bin, wie es in Mannheim läuft und wie ich mir die Zukunft vorstelle."
Diese kann sich der 23-Jährige durchaus in der NHL vorstellen - das Kapitel ist jedenfalls noch nicht abgeschlossen: "Ich bin 23 Jahre alt - wenn ich keine Ziele mehr hätte, es dorthin zu schaffen, dann wäre das sehr ungesund. Mein Ziel ist, es wieder in die NHL zu schaffen", betont Bergmann. "Viele Spieler kommen erst mit Mitte 20 dorthin. Bei den Sharks waren damals Viele gar erst 26 oder 28 Jahre alt. Da ist die Messe also noch lange nicht gelesen. Ich weiß aber auch, dass ich mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren und gut in Mannheim, der DEL und der Nationalmannschaft spielen muss. Der Rest kommt von alleine."
Olympische Spiele mit Deutschland
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Mit der Nationalmannschaft ist Bergmann nun zu den Olympischen Spielen 2022 nach Peking gereist. Deutschland möchte die 2018 eroberte Silbermedaille verteidigen. "Der allgemeine Slang und auch bei mir persönlich ist es so, dass jeder dorthin fährt, um die Goldmedaille zu gewinnen. Wir haben sehr gute Chancen", freut sich Bergmann auf das Turnier. "Ich denke, wir haben abgesehen von den NHLern von der ersten bis zur vierten Reihe das Beste, was es im deutschen Eishockey gibt. Wir haben Spieler mit viel Erfahrung, die schon viele WMs gespielt und in verschiedenen Ligen gespielt haben, dazu auch noch Silbermedaillengewinner von damals. Unsere Mannschaft hat sich schon oft genug bewiesen und befindet sich ohne Frage auf einem Top-Niveau."
Einen zurzeit beliebtes NHL-Kunststück möchte Bergmann aber nicht bei Olympia zeigen, den Michigan-Trick: "Ich würde nicht darauf wetten, dass ich den mache", lacht Bergmann. "Es ist aus dem Spiel heraus sehr schwer zu machen. Ich glaube, ich könnte das gar nicht, von vier Versuchen gelingt es vielleicht einmal. Es ist auch etwas, was mir nicht erlaubt ist: Sowas dürfen nur andere Spielertypen machen."