Stanley Cup Final: Carolina Hurricanes v Vegas Golden Knights - Game Three

Können sich die Vegas Golden Knights ein Matchball erspielen? Oder gelingt den Carolina Hurricanes der Ausgleich? Am heutigen Dienstag (8 p.m. ET, Mi. 2 Uhr MESZ) steht in der T-Mobile Arena in Las Vegas Spiel 4 des Stanley Cup Finales 2026 bevor. Die Erkenntnisse aus den ersten drei Begegnungen lassen auf einen weiteren Eishockey-Thriller hoffen.

Wir stimmen mit fünf Slapshots darauf ein:

Spiel 4 könnte wegweisend sein

Ein Sieg der Golden Knights wäre ein großer Schritt in Richtung Stanley Cup. Der Blick in die Vergangenheit beweist: Teams, die in einem „Best-of-Seven“-Stanley-Cup-Finale mit 3:1 in Führung gingen, haben in 38 von 39 Fällen die Trophäe gewonnen. Dies ergibt eine Erfolgsbilanz von 97,4 Prozent. 

Die Kehrseite ist allerdings: Der wegweisende dritte Sieg ist anscheinend besonders schwer zu erringen. Bei den Gegnern wächst in diesen Duellen offenbar die Widerstandskraft. Mannschaften, die mit 1:2 zurücklagen und Spiel 4 auswärts bestreiten müssen, haben in vier der letzten fünf Fälle mit einem Sieg zum 2:2 ausgeglichen.

Carolina und Vegas bereit für Spiel 4 am 9. Juni

Enge Begegnungen trotz vieler Tore

Die ersten drei Begegnungen haben gezeigt: Vegas und Carolina liegen leistungstechnisch nahe beieinander. 

Alle Partien endeten mit nur einem Tor Unterschied, zweimal ging es sogar in die Verlängerung. Sollte auch Spiel 4 mit nur einem Tor Unterschied enden, wäre dies erst die vierte Finalserie der NHL-Geschichte, die mit vier aufeinanderfolgenden Spielen mit nur einem Tor Unterschied beginnt. 

Die knappen Spielstände sind besonders beachtlich, wenn man die vielen Tore berücksichtigt. 25 Treffer ereigneten sich in den ersten drei Partien. Dies ist der fünfthöchste Wert nach drei Spielen einer Finalserie. All das beweist, wie unberechenbar die laufende Serie ist.

CAR@VGK: Vegas gewinnt, nachdem es im 3. Drittel einen 4-Tore-Vorsprung verspielt hatte

Top-Scorer Marner dominiert Finalserie – auch dank der Defensivarbeit

Mitchell Marner ist der Unterschiedsspieler der Vegas Golden Knights. Der 29-Jährige erzielte in Spiel 3 der Finalserie seinen zweiten Hattrick der Stanley Cup Playoffs 2026 und führt die Scorerliste des Finales mit drei Toren und vier Assists (sieben Punkte) an. 

Hurricanes-Trainer Rod Brind’Amour weiß um die Qualität von Marner: „Das war bereits in Toronto so. Er macht die Spielzüge, er macht die Tore, er bereitet Treffer vor. Er ist einer der besten Spieler der Welt. Man muss zusehen, dass man ihm keine einfachen Gelegenheiten gibt.“

Doch Marner ist kein Spieler, der nach vorne denkt. Ihm ist bewusst, dass die Defensive nie vernachlässigt werden darf. „Wir spielen gegen eine sehr starke Mannschaft. Dieses Team nutzt Fehler gnadenlos aus. Sie können einen aggressiven Angriff sofort auf der Gegenseite bestrafen. Wir müssen weiterhin gut darin sein, wieder in unsere Grundordnung zu kommen und uns gegenseitig zu unterstützen“, sagt Marner.

CAR@VGK: Marner baut im zweiten Drittel mit einem „Natural Hattrick“ die Führung aus

Der Kanadier weiß, dass aus einer guten Verteidigungsarbeit Offensivmöglichkeiten resultieren. „Das ist der Grund, warum wir offensiv so viele Chancen zu bekommen. Wir drei (in der Sturmreihe) sind gut darin, Spielzüge zu unterbrechen und den Gegner zu stören. Dann gelingt es uns, schnell nach vorne zu kommen und Konterchancen zu kreieren. Deshalb ist es wichtig, defensiv verantwortungsvoll zu spielen.“ 

Daran wird sich auch in Spiel 4 nichts ändern. Ein Punkt genügt für einen historischen Meilenstein.

Marner könnte nach Mikko Rantanen (null Tore, acht Assists, acht Punkte in vier Spielen mit den Colorado Avalanche im Jahr 2022) der zweite Spieler der letzten 31 Jahre werden, der in den ersten vier Spielen eines Stanley Cup Finales mindestens acht Punkte erzielt. 

Jedes Spiel eine neue Aufholjagd – auch in Spiel 4?

Die Lehre aus den ersten drei Partien lautete: Schreibe nie eine Mannschaft ab, nur weil sie mit mehreren Toren zurückliegt! 

In den ersten beiden Begegnungen gewann jeweils die Mannschaft, die im Spielverlauf mit mehreren Toren zurücklag. Noch nie zuvor hatte es dies in der Finalserie um den Stanley Cup gegeben. 

In Spiel 3 blieb der Comeback-Sieg für die Hurricanes zwar aus, weil sie in der zweiten Overtime verloren. Aber: Sie waren erst das zweite Team in der Geschichte des Stanley Cup Finales, das unabhängig vom Endergebnis einen Rückstand von vier Toren wettmachte. Zuletzt gelang dies im Jahre 1972, als die New York Rangers gegen die Boston Bruins einen 1:5-Rückstand aufholten, das Spiel aber trotzdem nach regulärer Spielzeit mit 5:6 verloren.

Die Erkenntnis: Wer auch immer in Spiel 4 – vielleicht sogar mit mehreren Toren – in Führung gehen wird. Entschieden ist die Partie noch lange nicht.

Hurricanes müssen plötzliche Defensivschwäche beheben 

Die Hurricanes haben plötzlich ein Defensivproblem und kassierten bei beiden Niederlagen fünf Gegentore – wenn auch einmal in der Verlängerung. Zum Vergleich: In den 13 Partien der ersten drei Playoff-Runden ließen sie zwölf Mal maximal zwei Gegentreffer zu.  

„Fünf Gegentore zu kassieren ist offensichtlich nicht die Lösung“, sagt der Center Eric Staal. „Es war definitiv verrücktes Eishockey. Aber jedes Team versucht, einen Weg zu finden, um zu gewinnen.“ 

Offen ist, wer in Spiel 4 das Tor der Hurricanes hüten wird. Frederik Andersen war bislang in den Playoffs ein sicherer Rückhalt, wurde aber nach den vier Gegentreffern in Spiel 3 ausgewechselt. Brandon Bussi kam daraufhin zu einem Playoff-Debüt und hielt stark. Trainer Brind’Amour ließ offen, wer den Vorzug erhält.

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