Fiala sticht 2019/20 bei den Wild heraus

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde der Stanley-Cup-Qualifikanten, in Best-of-5-Serien der Stanley-Cup-Qualifikation und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie wirft NHL.com/de einen Blick auf den Starfaktor der einzelnen Teams und präsentiert jeweils einen herausragenden Spieler. In dieser Ausgabe: Kevin Fiala von den Minnesota Wild.

Die Minnesota Wild erlebten diese Saison eine echte Achterbahnfahrt. Nach einem schwachen Start und dem letzten Platz in der Liga, kämpften sie sich mit einem furiosen Schlussspurt und 77 Punkten aus 69 Spielen (35-27-7) auf den zehnten Platz der Western Conference und in die Best-of-5-Serie der Stanley-Cup-Qualifikation gegen die Vancouver Canucks. Den größten Anteil bei dieser Aufholjagd hatte nicht etwa Kapitän Mikko Koivu, Abwehrchef Ryan Suter, oder Starstürmer Zach Parise, sondern der 23-jährige Schweizer Kevin Fiala.
"Er hat unglaublich für uns gespielt", schwärmte Parise während der Pause, als noch unklar war, wie und ob die Saison fortgesetzt werden würde. "Er hatte einen echten Lauf, bevor das alles losging, hoffentlich können wir mit diesem Momentum, das er hatte, zurückkehren."
Wie sein Team startete Fiala schwach in die Saison. Ende Oktober stand nach acht Spielen lediglich ein Assist auf seinem Konto, eine enttäuschende Ausbeute. Am 2. November erzielte er in der Partie gegen die St. Louis Blues sein erstes Saisontor und das war der Startschuss, den er brauchte.

MIN@ANA: Fiala vom Kreis im Powerplay zum OT-Sieg

Fiala zeigte besonders zum Saisonende hin, welches unglaubliche Potenzial in ihm steckt. Seit November blieb er nie länger als zwei Spiele in Folge ohne Punkt, 14 Mal erzielte er mehr als einen Punkt und zwei Mal gelangen ihm drei Zähler in einer Partie.
"Wenn ich auf die Saison zurückschaue, bin ich glücklich damit, nicht mit dem Start, aber mit der Zeit wurde es immer besser", freute sich Fiala über die Entwicklung und lobte seine Mitspieler. "Am Ende habe ich mich am besten gefühlt, ich habe mich sehr wohl gefühlt und das Team hat großartig gespielt. Sie haben mir geholfen es einfach aussehen zu lassen und ohne sie wäre es für mich nicht so gut gelaufen."
Fiala beendete die Saison mit einem Lauf von 26 Punkten (14 Tore, 12 Assists) in 18 Spielen und 14 Punkten (sieben Tore, sieben Assists) in den letzten acht Begegnungen. In den letzten 18 Saisonspielen war er der drittbeste Scorer in der NHL.

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"Diese letzte Phase nehme ich mit", erklärte Fiala während der Pause und gab sich selbstbewusst. "Es ist wichtig für mich konstant zu bleiben und so weiter zu machen. Wenn die Saison weiter geht... weiß ich, dass ich das kann."
Fiala wurde in der ersten Runde beim NHL Draft 2014 an elfter Stelle von den Nashville Predators ausgewählt und kam vergangene Saison in einem Tausch gegen Mikael Granlund nach Minnesota. Bei den Predators erzielte er 97 Punkte (45 Tore, 52 Assists) in 204 Spielen. 48 Punkte gelangen ihm in der Saison 2017/18, in der er mit 23 Toren und 25 Assists persönliche Rekorde aufstellte. Seine Bestwerte an Punkten und Assists knackte er mit 31 Assists und 54 Punkten im laufenden Jahr, seinen Rekord an Toren stellte er ein.
Im Team der Wild war er diese Saison der beste Scorer und der zweitbeste Torschütze hinter Parise, dessen 2-Tore-Vorsprung er wohl noch aufgeholt hätte, wäre die Saison nicht unterbrochen worden.
Fiala tut was er kann, um diese Form beizubehalten. So verbrachte er die spielfreie Zeit nicht etwa in Minnesota, oder in der Schweiz, sondern in seiner Wahlheimat Schweden. Der Unterschied? Während in der Schweiz und in den USA strenge Ausgangsbeschränkungen galten, konnte Fiala in Schweden als einer von wenigen NHL-Spielern auf dem Eis trainieren.

canucks wild

In Göteborg ging Fiala gemeinsam mit anderen NHL-Spielern fünf Mal pro Woche aufs Eis, um sich fit zu halten. Er trainierte unter anderem gemeinsam mit Anton Blidh von den Boston Bruins, Pierre Engvall von den Toronto Maple Leafs und John Klingberg, dem Eliteverteidiger der Dallas Stars.
"Das war für mich ein wichtiger Grund nach Schweden zu kommen", bestätigte Fiala seine Motivation. "Wenn die Saison weiter geht, werde ich wahrscheinlich eine bessere Chance haben wieder auf 100 Prozent zu kommen, als die Spieler, die so lange kein Eis gesehen haben."
Aufgrund seiner sensationellen Leistungen im Februar und März wurde Fiala zu einem großen Thema in Minnesota und in der gesamten Liga. In den Spielen der Qualifikation wird er sicherlich unter besonderer Bewachung der gegnerischen Verteidiger stehen, doch damit wusste er bereits in der regulären Saison umzugehen. Mit seiner Spielintelligenz, seiner Schnelligkeit und seinem Torinstinkt kann er für die Wild zum entscheidenden Faktor werden, nicht nur in der Qualifikation gegen die Vancouver Canucks, sondern womöglich noch weiter.