Rögle gehört zu den Top-Favoriten auf den Gewinn des Le Mat Cup, dem schwedischen Pendant zum Stanley Cup. Mit 98 Punkten belegte die Vertretung aus Südschweden den zweiten Platz in der Hauptrunde hinter den Växjö Lakers. Seider hatte großen Anteil am erfolgreichen Abschneiden seines Teams. Mit seiner körperbetonten und cleveren Spielweise sowie seinem Offensivdrang hat er sich in Schwedens Oberklasse einen Namen gemacht.
Die Entscheidung der Red-Wings-Verantwortlichen, ihren Erstrundenpick beim NHL Draft 2019 (Gesamtposition 6) für eine Saison durch das Stahlbad der SHL zu schicken, erwies sich als goldrichtig. Seider machte in den vergangenen Monaten in vielerlei Hinsicht einen Sprung nach vorne, wie er in einem Gespräch mit einem schwedischen Korrespondenten von NHL.com bestätigte. "Ich spiele reifer, meine Direktschüsse sind besser geworden und ich versuche, die wirklich dummen Fehler zu vermeiden. Ich bin mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden", sagte er.
Dabei sei ihm der Saisonauftakt in Schweden nach der langen Spielpause im vergangenen Jahr keineswegs leichtgefallen. Doch seine Mannschaftskollegen hätten sich sehr um ihn gekümmert. Nach und nach sei es immer besser gelaufen. Einen besonders guten Draht fand er nach eigenen Worten zum früheren NHL-Profi Gelinas, der seit Februar 2019 bei Rögle BK unter Vertrag steht. "Zwischen Geli und mir hat sich eine spezielle Chemie entwickelt. Wir mögen es, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken, wenn wir zusammen auf dem Eis stehen", betonte Seider.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
Die imposanten Auftritte in der SHL und die Entwicklung des Verteidiger-Juwels hat man in Detroit mit großem Interesse verfolgt und begleitet. Als eine Art Mentor für den jungen Deutschen fungiert Niklas Kronwall, der nach 16 Saisons als aktiver Spieler direkt einen Bürojob bei den Red Wings antrat. Er ist jetzt als Assistent von General Manager Steve Yzerman tätig. "Es ist schön, sich mit einem erfahrenen Mann wie ihm von Zeit zu Zeit austauschen zu können. Wir reden, wenn es nötig ist, und finden gute Lösungen", beschrieb Seider die Zusammenarbeit.
Zugleich verwies er auf das positive Umfeld in Rögle, das ihm viele Möglichkeiten biete, sich weiter zu verbessern. Generell fühle er sich in Ängelholm sehr wohl. "Ich brauche Menschen um mich herum und bin gerne draußen. Ich mag es, mit Freunden abzuhängen und einen Kaffee zu trinken", beschrieb Seider einige der Vorzüge, die ihm seine schwedische Wahlheimat bietet.
Lange dürfte er sich dort allerdings nicht mehr aufhalten. Vieles spricht dafür, dass er nächste Saison nach einem Lehrjahr bei den Grand Rapids Griffins in der AHL und einem in der SHL die Chance bekommt, sich bei den Red Wings in der NHL zu bewähren. Sollte das aus irgendeinem Grund nicht klappen, wäre er enttäuscht, räumte Seider freimütig ein. "Ich habe hohe Erwartungen an mich selbst. Mein Ziel ist es, gleich zu Saisonbeginn einen Platz im Team einzunehmen und beim ersten Spiel der Red Wings auf dem Eis zu stehen. Um das zu schaffen, muss ich da weitermachen, wo ich im Moment bin und den Sommer über hart arbeiten."
In den kommenden Tagen tritt das Thema Detroit bei Seider jedoch in den Hintergrund. Sein Fokus liege voll und ganz auf der Endrunde mit Rögle. "Ich freue mich auf das erste Playoff-Spiel", sagte er. Sollte er am Ende tatsächlich die Meistertrophäe in den Händen halten, wäre das eine ausgezeichnete Referenz für den Wechsel in die NHL.