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International Ice ist die wöchentliche Serie von NHL.com/de, in der über Spieler mit NHL-Bezug aus den wichtigen europäischen Ligen berichtet wird. Dabei richtet sich der Fokus auf Akteure aus Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Mit den Schweizern Reto Berra und Christoph Bertschy von Fribourg-Gottéron und dem Deutschen Korbinian Holzer von den Garz 99ers sind drei Ex-NHL-Spieler zu Meisterehren gekommen. Das Team aus der Westschweiz setzte sich in der Playoff-Finalserie der National League gegen den HC Davos durch, während die Mannschaft aus der Steiermark in den Endspielen der ICE Hockey League der Südtiroler Vertretung vom HC Pustertal das Nachsehen gab.

Premiere nach 89 Jahren

Fribourg-Gottéron hat sich zum ersten Mal in seiner 89-jährigen Geschichte den Schweizer Meistertitel gesichert. Nach sieben teilweise dramatischen Spielen gewann die Mannschaft in der Finalserie gegen den favorisierten HC Davos in der Gesamtwertung mit 4:3. Den Ausschlag gab das 3:2 n.V. am Donnerstag in Spiel 7 bei den Graubündnern. Mit Torhüter Reto Berra und Angreifer Christoph Bertschy stemmten am Ende auch zwei ehemalige Schweizer NHL-Profis beim Siegerteam den Pokal in die Höhe. Beide besaßen großen Anteil am Triumph von Fribourg-Gottéron.

Berra stand in allen 19 Playoff-Begegnungen zwischen den Pfosten. Alles in allem spulte er eine unglaubliche Eiszeit von 1160:34 Minuten ab. Kein anderer Akteur konnte ihm in dieser Hinsicht das Wasser reichen. Sein Gegentorschnitt pro Spiel belief sich auf 2,12, die Fangquote betrug 92,26 Prozent. In der NHL lief Berra zwischen 2013 und 2018 für die Calgary Flames, Colorado Avalanche, Florida Panthers und Anaheim Ducks auf.

Bertschy absolvierte ebenfalls alle 19 Auftritte in der Postseason der National League. Mit einer Ausbeute von 10 Scorerpunkten (6 Tore, 4 Assists) belegte er im Abschlussranking den dritten Platz. Nach dem Halbfinale der Playoffs lag er sogar vorne. Da er jedoch in allen sieben Finaleinsätzen leer ausging, verlor er zum Schluss zwei Positionen. Von 2015 bis 2018 bestritt der Flügelstürmer einige NHL-Spiele für die Minnesota Wild.

Den Titelgewinn für Fribourg-Gottéron brachte mit Lucas Wallmark ein anderer ehemaliger NHL-Akteur unter Dach und Fach. Er setzte in Spiel 7 gegen den HCD in der Verlängerung den entscheidenden Punch zum 3:2. Der Center verdingte sich zwischen 2017 und 2021 bei den Carolina Hurricanes, Florida Panthers und Chicago Blackhawks in der Beletage des nordamerikanischen Eishockeys.

Die Serie zwischen Davos und Fribourg war extrem hart umkämpft. Vier Begegnungen wurden erst in der Overtime entschieden. Bis auf eine Ausnahme endeten alle Duelle mit nur einem Tor Unterschied. Und in sieben Spielen gab es nur zwei Heimsiege.

Der Jubel im Lager der „Drachen“, wie Fribourg-Gottéron genannt wird, kannte nach dem vierten Sieg keine Grenzen. „Schweizer Meister, das klingt sehr gut. Jeder, der diesem Klub nahesteht, weiß, was der Titel bedeutet“, sagte Bertschy unmittelbar im Anschluss.

Berra war ebenfalls überglücklich. Er freue sich riesig für die Fans, die so lange auf diesen Erfolg des Teams haben warten müssen. Darüber hinaus sei er froh, dass die Mannschaft die Klublegende Julien Sprunger nach 24 Dienstjahren mit dem Gewinn der Meisterschaft in den Ruhestand verabschiedet habe. „Er hat das so verdient“, hob der Goalie hervor.

Lange Zeit haftete Fribourg-Gottéron das Image eines Teams an, das zu keinen großen Erfolgen fähig ist. Fünf Vizemeisterschaften, darunter vier Niederlagen in Finalserien der Playoffs, trugen zu diesem Ruf bei. Selbst der Sieg beim Spengler Cup 2024 zählte für viele nicht richtig. Nun dürften die Spötter endgültig verstummen.

Auf dem Weg in die Endspielserie schaltete Fribourg-Gottéron im Viertelfinale den SC Rapperswil-Jona Lakers in der Endabrechnung mit 4:3 aus. Im Halbfinale behaupteten sich die Mannschaft mit 4:1 gegen den Genève-Servette HC.

Graz 99ers nicht zu stoppen

Die Graz 99ers haben Ende April mit ihrem Kapitän Korbinian Holzer in der win2day ICE Hockey League die oberste Stufe der Leiter erklommen Für den deutschen Blueliner war es der erste Karrieretitel im Seniorenbereich. In der Liga sind Teams aus Österreich, Ungarn, Italien und Slowenien vertreten.

Die Vertretung aus der Steiermark marschierte unaufhaltsam durch die Playoffs und verlor kein einziges seiner zwölf Spiele. Nach Sweeps in den Best-of-7-Serien gegen den EC VSV aus Villach im Viertelfinale, Fehervar AV19 im Halbfinale und den HC Pustertal im Finale war der Durchmarsch zur ersten Meisterschaft perfekt.

Holzer kam in den Playoffs auf acht Einsätze und sechs Assists. Wegen einer Lungenentzündung war seine Beteiligung an den Finalspielen gefährdet. Er wurde jedoch nach einer Pause rechtzeitig gesund. In der NHL trug er zwischen 2010 und 2020 das Trikot der Toronto Maple Leafs, der Anaheim Ducks und der Nashville Predators.

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