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Die Pittsburgh Penguins hatten in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 gerade zu einer Aufholjagd geblasen, da ist diese auch schon wieder vorbei. Nachdem die Stahlstädter in Spiel 4 (4:2) und 5 (3:2) das Aus gegen die Philadelphia Flyers noch abwenden konnten, ging Spiel 6 am Mittwochabend in der Xfinity Mobile Arena denkbar knapp mit 0:1 n.V. verloren. Damit sind die Penguins, die mit Niederlagen in Spiel 1 (2:3), 2 (0:3) und 3 (2:5) stolpernd in diese Best-of-7-Serie (Endstand: 2:4) gestartet waren, ausgeschieden.

„Die Jungs haben gekämpft, hatten Chancen, hatten Möglichkeiten, hatten Saves. Sie haben getan, was sie tun mussten, aber das passiert manchmal“, konstatierte Pittsburghs Trainer Dan Muse.

„Ich fühle mich ein wenig leer“, sagte Offensivverteidiger Erik Karlsson. „Sie sind gebogen, aber nicht gebrochen, weshalb sie es sind, die in die Zweite Runde einziehen.“

„Wir waren nur einen Schuss davon entfernt, die Serie für ein Spiel 7 nach Pittsburgh zurückzubringen“, haderte auch Kapitän Sidney Crosby. „Wir konnten mit Widrigkeiten umgehen, haben uns zurückgekämpft und sind drangeblieben, egal, was passiert ist. Wir haben daran geglaubt, auch hier zurückkommen zu können. Es hat nicht viel gefehlt. Wir verstehen, dass die Erwartungen an uns nicht sehr hoch waren, das macht es gerade aber nicht weniger schmerzhaft.“

PIT@PHI, Sp4: Crosby trifft im Powerplay nach dem Bully

Die Gründe für das Aus

Der 0:3-Serien-Rückstand erwies sich als zu große Hypothek für die Penguins, die den Playoff-Start komplett verschlafen und erst zu spät zu ihrem Spiel gefunden hatten. In den Spielen 1 bis 3 kam Pittsburgh auf 1,33 Tore/Spiel, 3,67 Gegentore/Spiel, 80 Prozent im Penalty Killing, 24,7 Torschüsse/Spiel und 40 Blocks. In den Spielen 4 bis 6 waren es 2,33 Tore/Spiel, 1,67 Gegentore/Spiel, 100 Prozent im Penalty Killing, 28,3 Torschüsse/Spiel und 45 Blocks. Diese Zahlen lesen sich wie die einer komplett anderen Mannschaft.

Womöglich hatte Muse auch auf den falschen Torhüter gesetzt: In den ersten drei Partien erhielt Stuart Skinner den Start (null Siege, 3,08 Gegentore/Spiel, 87,3 Prozent Fangquote. Ab Spiel 4 übernahm Arturs Silovs den Platz zwischen den Pfosten und zahlte das Vertrauen mit starken Leistungen zurück (zwei Siege, 1,52 Gegentore/Spiel, 93,9 Prozent Fangquote).

„Er hat uns in jedem Spiel die Chance gegeben zu gewinnen“, sagte Crosby über Silovs. „‚Skins‘ hat es auch gut gemacht, aber es war nicht leicht für ihn (Silovs) nach dem 0:3-Rückstand reinzukommen und so zu spielen, wie er gespielt hat. Man muss ihm ein großes Lob aussprechen, dass er reingekommen ist und so toll gehalten hat.“

„Er war großartig“, sagte auch Muse über Silovs. „Er hat unglaubliche Paraden gezeigt. Dass er in dieser Serie so aufgedreht hat, sagt viel darüber aus, was für ein Kämpfer er ist.“

PIT@PHI, GM 6: Silovs hält die Penguins mit einem überragenden Stick-Save am Leben

Insgesamt war die Penguins-Offensive einfach zu schwach. Trotz der deutlich verbesserten Defensive im Verlauf der Ersten Runde waren im Schnitt 1,83 Tore/Spiel zu wenig. Leistungsträger wie Bryan Rust (1-1-2), Thomas Novak (0-2-2) oder Anthony Mantha (0-1-1) zeigten zu wenig. Die Nachkäufe Egor Chinakov (0-0-0) und Samuel Girard (0-0-0) zündeten überhaupt nicht.

In der feurigen Pennsylvania-Derby-Serie konnte Pittsburgh (199 Checks, 75 Blocks) auch mit der Härte und Physis von Philadelphia (248 Checks, 94 Blocks) nicht mithalten. Gleiches galt in den ersten Spielen auch für das Tempo der deutlich jüngeren Flyers (PHI: 27,3 Jahre alt; PIT: 29,11 Jahre alt).

Sicherlich war auch ein Faktor, dass die Penguins nach einer für viele überraschend starken regulären Saison in den Playoffs nicht mehr draufpacken konnten. Karlsson erklärte diesen Umstand ganz gut, indem er ausführte: „Jeder hat in dieser Saison voll am Limit gespielt. Zu diesem Zeitpunkt muss jeder nochmal ein bisschen was draufpacken, doch wir konnten dieses Level leider nicht erreichen.“

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Pittsburgh hat im NHL Draft 2025 mehrfach früh gedraftet: Stürmer Benjamin Kindel (1. Runde, 11. Stelle) verstärkte die Penguins bereits in dieser Saison tatkräftig (77 Spiele, 17-18-35; sechs Playoff-Partien, 0-0-0). Die Angreifer Bill Zonnon (1. Runde, 22. Stelle), William Horcoff (1. Runde, 24. Stelle), Verteidiger Peyton Kettles (2. Runde, 39. Stelle) und Torwart Gabriel D’Aigle (3. Runde, 84. Stelle) wurden bislang noch nicht abgerufen. 

Hinzu kommen Harrison Brunicke (44. Stelle) und Power Forward Tanner Howe (46. Stelle), zwei Zweitrunden-Picks aus dem NHL Draft 2024.

Mit dem 21-jährigen Jake Livanavage debütierte zudem ein ungedrafteter Offensivverteidiger aus der NCAA in der regulären Saison für die Penguins. 

Frisches Blut ist also unterwegs und könnte in naher Zukunft eine intakte Mannschaft verstärken. Genau die teaminterne Mentalität ist es, die für die Zukunft optimistisch stimmt.

„Ich liebe diese Mannschaft. Sie ist großartig“, schwärmte Trainer Muse nach dem Aus. „Die Erwartungen von außen waren nie den Erwartungen von innen. Mir war nur wichtig, was diese Mannschaft dachte und wie sehr sie an sich glaubte. Wenn es schwierig wurde, fand sie einen Weg, sich reinzuhängen und weiterzukämpfen. Ich bin stolz auf jeden einzelnen Spieler in diesem Team und auf alles, was wir dieses Jahr erreicht haben.“

Und dennoch stellt sich in diesem Sommer die Frage nach der Zukunft der „großen Drei“: Die Franchise-Spieler Crosby (38; Vertrag bis 2027), Kris Letang (39; Vertrag bis 2028) und Evegni Malkin (39; Vertrag bis 2026) könnten ein letztes Mal zusammengespielt haben, denn Malkins Vertrag läuft aus. Der Russe wird Stand heute zum Unrestricted Free Agent (UFA).

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