Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Tampa Bay Lightning und den Montreal Canadiens

Ein starker Torwart und viel Tiefe im Angriff brachten die Montreal Canadiens am Mittwoch in eine komfortable Position. In Spiel 5 ihrer Serie der Ersten Runde in den Stanley Cup Playoffs 2026 in der Eastern Conference besiegten sie die Tampa Bay Lightning auswärts in der Benchmark International Arena mit 3:2. Dadurch führen die Canadiens in der Best-of-seven-Serie mit 3:2 Spielen. Ihnen fehlt nur noch ein Sieg, um in die Zweite Runde einzuziehen.

Unerwartete Helden

Die Canadiens haben einige Spieler in ihren Reihen, von denen man die entscheidenden Tore in wichtigen Spielen erwarten würde. In Spiel 5 waren es aber nicht Cole Caufield, Nick Suzuki oder Juraj Slafkovsky, die Montreal zum Sieg schossen. Trainer Martin St. Louis nahm zudem Rookie Oliver Kapanen aus der Aufstellung, der in der regulären Saison mit 22 Toren der viertbeste Torschütze der Mannschaft war.

Die Auswechslung von Kapanen erwies sich allerdings als die richtige Entscheidung. Für Kapanen kam Veteran Brendan Gallagher ins Spiel. Er war für die ersten vier Spiele der Playoffs nicht im Kader. Es dauerte aber nicht lange, bis er dem Spiel seinen Stempel aufdrückte.

Nach weniger als drei Spielminuten half Gallagher dabei, in der neutralen Zone den Puck zu erobern. Alex Newhook setzte sich daraufhin mit einer starken Leistung bis zum Tor durch. Er scheiterte noch an Torwart Andrei Vasilevskiy, doch Gallagher versenkte nach exakt drei Minuten den Nachschuss zum 1:0.

MTL@TBL, GM 5: Texier-Knaller zum 3:2-Siegtreffer

„Das Team ist gerade richtig konzentriert und spielt echt gutes Eishockey“, lobte der Torschütze. „Es macht Spaß, Teil davon zu sein.“

Die Lightning glichen zwei Mal aus, doch beide Male ging Montreal wieder in Führung und das nicht durch die großen Torjäger. Nach genau 27 Minuten setzte sich Kirby Dach mit einem starken Solo durch und erzielte das 2:1. Alexandre Texier gelang 66 Sekunden nach der zweiten Drittelpause das entscheidende 3:2. Texier und Dach hatten in der regulären Saison nur 43 und 37 Spiele bestritten und jeweils acht Tore erzielt. Gallagher kam in 77 Partien auf sieben Treffer.

„Wenn man sich unseren Kader anschaut oder irgendeinen Spieler fragt, würde sicher jeder gerne Tore schießen, aber manchmal ist das nicht das, was das Spiel verlangt“, erklärte Dach. „Wir wollen mit unserer Reihe einfach jeden Abend das gleiche Spiel liefern, konstant im Forecheck und in Abwehr und Angriff arbeiten. Wenn wir dafür belohnt werden, ist das natürlich schön.“

Hutson eifert Legenden nach

Weniger unerwartet war, dass Verteidiger Lane Hutson erneut einen Punkt beisteuerte. Er bereitete Texiers Tor mit einem überragenden Steilpass vor. Der 22-jährige Offensivverteidiger hat damit in jedem der ersten fünf Playoff-Spiele einen Punkt (zwei Tore, drei Assists). In der Geschichte der Canadiens hatten nur zwei andere Verteidiger, Larry Robinson und Serge Savard, eine solche Punkteserie zum Start in die Playoffs.

Hutson sammelte vor einem Jahr bereits fünf Assists in fünf Playoff-Spielen gegen die Washington Capitals, ehe Montreal ausschied. Er kommt also auf zehn Punkte in zehn Playoff-Spielen. Kein anderer Verteidiger schaffte das bei den Canadiens in so wenigen Spielen. Der vorherige Rekordhalter war kein Geringerer als Chris Chelios mit 13 Spielen.

MTL@TBL, GM 5: Dach stellt die Führung mit einem Super-Solo wieder her

Dobes in Bestform

Ein wichtiger Faktor für den Sieg am Mittwoch war auch, dass die Canadiens das Torwartduell eindeutig gewannen. Während der erfahrene Vasilevskiy bei 24 Torschüssen drei Tore zuließ, hielt Montreals junger Torhüter Jakub Dobes ganze 38 Schüsse.

Besonders brenzlig wurde es im dritten Drittel, als Dobes 17 Schüsse in 20 Spielminuten halten musste. Die Lightning nahmen Vasilevskiy 2:33 Minuten vor der Schlusssirene für den sechsten Skater vom Eis und kamen in dieser kurzen Zeit auf ganze zehn Schüsse, die alle an Dobes scheiterten.

„Es ist nicht einfach, gegen dieses Team so lange mit fünf gegen sechs Mann zu spielen“, gab St. Louis zu. „Ich finde aber, dass wir das gut gemacht haben. Dafür gab es nicht nur einen Grund, wir haben als Mannschaft einen Weg gefunden, den Puck aus unserem Tor zu halten.“

Nächste Runde im Visier

Die Serie ist insgesamt ähnlich eng wie das Spiel am Mittwoch. Montreal gewann Spiel 1, Tampa glich aus. In Spiel 3 gingen die Canadiens erneut in Führung, doch wieder schlugen die Lightning zurück. Nun steht es 3:2 für Montreal. Die erste Partie endete mit 4:3, alle anderen Spiele gingen mit 3:2 aus. In den vergangenen neun Jahren gab es nur eine andere Serie, in der die ersten fünf Spiele alle mit nur einem Tor Unterschied endeten. 2024 schlugen die Edmonton Oilers die Vancouver Canucks in der Zweiten Runde am Ende in sieben Spielen.

Die 3:2-Führung ist für Montreal aber ein gutes Zeichen. Teams, die beim Stand von 2:2 Spiel 5 gewannen, haben in der Geschichte der Playoffs eine Bilanz von 239-62, eine Erfolgsquote von 79,6 Prozent. Die Canadiens schlagen sich in dieser Situation sogar noch besser. Sie kommen auf eine Ausbeute von 27-3 und gewannen damit 90 Prozent dieser Duelle.

„Wir haben gerade ein Spiel 5 verloren, da geht mir natürlich viel durch den Kopf“, gestand Tampas Trainer Jon Cooper. „Hatten wir unser bestes Spiel? Sicherlich nicht. Ist es enttäuschend, zu Hause so zu verlieren? Natürlich. Wir sollten hier stolz mit erhobenem Haupt spielen und so eine Niederlage nicht akzeptieren.“

Montreal hat am Samstag die Chance, die Serie zu entscheiden, wenn sie in Spiel 6 wieder in ihrem Bell Centre antreten (7 p.m. ET; So. 1 Uhr MESZ).

Verwandte Inhalte