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Für die Dallas Stars ist in den Stanley Cup Playoffs 2026 schon in der Ersten Runde Endstation. Sie verloren ihre Best-of-7-Serie in der Western Conference mit 2:4 gegen die Minnesota Wild. Der entscheidende Schlag kam am Donnerstag in Spiel 6 mit einer 2:5-Auswärtsniederlage in der Grand Casino Arena.

„Wir haben hart gearbeitet, aber es hat sich so angefühlt, als würde jeder Fehler in unserem Tor landen und es lag nicht daran, dass wir in der Offensive nichts versucht hätten“, kommentierte Stürmer Matt Duchene die Niederlage. „Wir hatten einfach kein Glück. Minnesota hat ein unglaubliches Team und sie haben sehr gut gespielt. Heute war ein recht ausgeglichenes Spiel. Das erste Drittel hat ihnen gehört, aber uns das zweite. Der dritte Abschnitt war dann ausgeglichen, aber sie hatten den glücklichen Abpraller von einem Schlittschuh. Das fasst die Serie gut zusammen.“

In der Serie trafen zwei der besten Teams der regulären Saison 2025/26 aufeinander. Die Stars lagen nach 82 Spielen mit 112 Punkten (50-20-12) auf Platz zwei der Western Conference und auf Platz drei der gesamten NHL. Die Wild, die die Saison mit 104 Punkten (46-24-12) auf Rang drei der Division und als siebtbeste Mannschaft der Liga beendeten, erwiesen sich im direkten Duell aber als die bessere Mannschaft.

„Wir wussten, dass sie im ersten Drittel Druck machen würden“, erklärte Abwehrchef Miro Heiskanen. „Da hätten wir besser spielen können, aber es stand nur 1:0 und im zweiten Abschnitt haben wir besser gespielt und Schwung mitgenommen. Aber Respekt vor ihnen. Sie haben nicht viel zugelassen, besonders vor dem Tor.“

DAL@MIN, Sp6: Wild und Stars treffen sich am Ende der Serie zum Handschlag

Die Gründe für das Aus

Das wohl größte Problem der Stars war im Duell gegen Minnesota, dass sie bei fünf gegen fünf nicht in Fahrt kamen. Während Dallas in den Special Teams absolut dominant war, war bei gleicher Spielerzahl nur wenig zu holen. Von den insgesamt 15 Toren der Stars fielen neun im Powerplay, eins war ein Empty-Netter und ein Mal trafen sie, als sie Torwart Jake Oettinger für den sechsten Skater vom Eis genommen hatten. Dallas erzielte nur vier Tore bei gleicher Spielerzahl auf dem Eis. Minnesota kam hingegen auf ganze 14 Tore bei fünf gegen fünf und eins bei vier gegen vier.

Aufgrund der schwachen Leistungen bei gleicher Stärke hatte Oettinger keinen leichten Job. Er schlug sich abgesehen von Spiel 1 durchaus respektabel, doch Minnesotas Jesper Wallstedt war überragend und entschied das Torwartduell mit einer Fangquote von 92,4 Prozent im Vergleich zu Oettingers 89,3 Prozent für sich.

„Wallstedt hat extrem gut gespielt“, musste Duchene anerkennen. „Ich meine, Jake hat auch stark gespielt, aber wir konnten einfach keine Tore schießen. Sie sind so gut in der Abwehr. Hynes ist ein guter Trainer für die Defensive, aber wir hatten unsere Chancen, unsere Schüsse und Versuche, konnten bei fünf gegen fünf aber keine Tore schießen. Da müssen wir uns verbessern.“

Ein weiterer Nachteil war, dass in der Offensive zu wenig aus den hinteren Reihen und von den Verteidigern kam. Jason Robertson (fünf Tore), Wyatt Johnston (vier), Matt Duchene (zwei), Mavrik Bourque (eins) und Mikko Rantanen (eins) sorgten in den ersten beiden Reihen für 13 der 15 Tore der Stars. Miro Heiskanen war der einzige Verteidiger der traf (zwei Mal), aus der dritten und vierten Angriffsreihe kam kein einziges Tor. Minnesota hatte hingegen elf verschiedene Torschützen, die Verteidiger steuerten fünf Treffer bei und jede Reihe erzielte mindestens ein Tor.

DAL@MIN, Sp6: Johnston verwertet gutes Passspiel im Powerplay

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Dallas war nicht umsonst eins der besten Teams der regulären Saison. Das Powerplay rangierte mit 28,6 Prozent Erfolgsquote genau wie die Abwehr mit 2,71 Gegentoren pro Spiel auf Platz zwei der Liga, die Offensive mit 3,33 Toren pro Spiel immerhin noch auf Platz neun. Die Stars haben gewaltige Stärken, hatten aber in der Ersten Runde schlicht ein extrem schweres Los.

Der Kader ist sehr solide und die meisten Leistungsträger stehen noch mindestens bis Ende der nächsten Saison, größtenteils deutlich länger unter Vertrag. In der Mannschaft sind zudem viele talentierte und junge Spieler, wie die Verteidiger Thomas Harley (24) und Lian Bichsel (21) oder die Stürmer Bourque (24) und Johnston (22), die ihre besten Zeiten noch vor sich haben und in den kommenden Jahren noch besser werden dürften.

Aufgrund der Erfolge der vergangenen Jahre und durch Transfers, in denen einige Draft Picks abgegeben wurden, ist der Prospect-Pool der Stars recht spärlich bestückt. Mindestens zwei durchaus vielversprechende junge Talente rücken aber nach, die Außenstürmer Emil Hemming und Cameron Schmidt.

Die Stars drafteten Hemming in der ersten Runde des NHL Draft 2024 (Nr. 29). Der 19-jährige Finne ist ein vielseitiger Stürmer und erzielte diese Saison in der Ontario Hockey League 63 Punkte (26 Tore, 37 Assists) in 46 Spielen.

Schmidt wurde von den Stars in der dritten Runde des NHL Draft 2025 (Nr. 94) gewählt. Ihm gelangen in der Western Hockey League in 72 Spielen für die Vancouver Giants und Seattle Thunderbirds 100 Punkte (51 Tore, 49 Assists).

DAL@PIT: Bichsel zieht ab und trifft

Bichsel etabliert sich

Der Schweizer Verteidiger Lian Bichsel machte diese Saison einen weiteren Schritt in seiner jungen Karriere. Es war seine zweite Saison in der NHL. In seiner Rookie-Saison bestritt er 38 Spiele, nun kam er auf 50 Partien und etwas mehr Eiszeit pro Spiel (15:40 Minuten). Dabei erzielte er acht Punkte (vier Tore, vier Assists). Obwohl er nur 50 der 82 Spiele bestritt, lag der Zwei-Meter-Hüne (107 Kilogramm) mit 139 Checks auf Platz zwei der Mannschaft. In den Playoffs gehörte er dank seiner körperbetonten Spielweise ebenfalls zu den auffälligeren Akteuren.

Für Bichsel steht ein wichtiges Jahr an, denn er spielt um einen neuen Vertrag. Sein jetziges Arbeitspapier endet mit Ablauf der nächsten Spielzeit.

Wild 4, Stars 2

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