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Die Stanley Cup Playoffs 2026 liefern bereits in der Ersten Runde eindrucksvoll den Beweis, wie hauchdünn Erfolg und Scheitern in der NHL voneinander getrennt sind. Kaum eine Postseason der jüngeren Vergangenheit war von derart knappen Spielverläufen geprägt wie diese.

Vor dem Spieltag am 30. April waren laut den Statistiken der Liga beeindruckende 48 Prozent der gesamten Spielzeit in der Ersten Runde bei Gleichstand absolviert worden – der höchste Wert in der Expansion Era. Noch bemerkenswerter: In 83 Prozent der gesamten Eiszeit lag zwischen beiden Teams maximal ein Tor Unterschied, ebenfalls ein historischer Spitzenwert seit 2012.

Die Zahlen unterstreichen den außergewöhnlich engen Charakter dieser Playoffs noch weiter: 87 Prozent aller Partien galten als „close games“, wurden also entweder mit nur einem Tor Differenz oder erst durch ein Empty-Net-Goal entschieden. 

Mehr als die Hälfte aller Begegnungen (54 Prozent) endete sogar direkt mit einem Ein-Tore-Unterschied. Hinzu kommt, dass bereits 30 Prozent aller Spiele – 12 von 39 – in die Verlängerung gingen. Damit gehört diese Erste Runde schon jetzt zu den overtime-reichsten Auftaktrunden der NHL-Geschichte.

Besonders bemerkenswert: Jede einzelne Serie beinhaltete mindestens ein Overtime-Spiel – erst zum fünften Mal überhaupt.

Wie eng selbst Serien mit vermeintlich klaren Ergebnissen tatsächlich verlaufen, zeigte Adrian Kempe von den Los Angeles Kings nach dem Sweep gegen die Colorado Avalanche auf. Trotz des deutlichen Endresultats empfand er die Duelle als extrem ausgeglichen: „Colorado hat nicht viel zugelassen, wir haben nicht viel zugelassen. Ich glaube, das habe ich schon einmal gesagt, aber nach drei Spielen – McKinnon, der jedes Jahr 130 oder 140 Punkte erzielt, hatte nach drei Spielen nur einen Punkt, es war also eine wirklich knappe Serie. Natürlich würden wir gerne offensiver spielen, aber wenn man gegen eine solche Mannschaft antritt, geht es meiner Meinung nach einfach um das Checking und um ganz kleine Details.“

Die Avalanche besiegen die Kings mit 4:0 und gesellen sich in der 2. Runde zu den Hurricanes

Auch Jake Evans von den Montreal Canadiens beschrieb die Serie gegen Tampa Bay als ständigen Balanceakt: „Es ist immer schwer zu sagen, ob eine Serie eng ist oder nicht. Bei uns war es bisher so, dass immer Kleinigkeiten in den Spielen am Ende den Unterschied machten. Das ist schon krass bisher.“
Genau diese Kleinigkeiten prägen bislang die Playoffs 2026. Defensive Disziplin, minimale Fehler und einzelne Schlüsselmomente entscheiden über Sieg oder Niederlage. Die erste Runde ist damit weniger von Dominanz als vielmehr von maximalem Wettbewerb geprägt – ein Sinnbild für die Ausgeglichenheit der Liga, die den Gewinn des Stanley Cups Am Ende so besonders macht.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Tampa Bay Lightning und den Montreal Canadiens

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