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Deutschland hat sich am Dienstag bei der IIHF Weltmeisterschaft mit einem souveränen 5:0 gegen Frankreich fürs Viertelfinale qualifiziert. Die DEB-Auswahl sicherte sich durch den vierten Sieg nacheinander den vierten Platz in der Gruppe A und löste damit das Ticket für die Runde der letzten Acht. Dort trifft die DEB-Auswahl am Donnerstag auf die Schweiz. Die Eidgenossen verloren zwar am Abend ihr letztes Gruppenspiel mit 3:4 n.V. gegen Lettland. Sie standen jedoch vorher schon als Gewinner der Gruppe B fest.

Deutschland - Frankreich 5:0 (2:0/1:0/2:0)

Die Ausgangslage für die deutsche Mannschaft vor der Partie in der Nokia Arena von Tampere war klar: Sie musste unbedingt gewinnen, wenn sie unabhängig vom Ausgang der Partie zwischen Finnland und Dänemark den Sprung ins Viertelfinale schaffen wollte. Dementsprechend legten sich die Schützlinge von Bundestrainer Harold Kreis ins Zeug. In die Karten spielte ihnen zudem, dass es für die Franzosen um nichts mehr ging. Sie hatten den Klassenerhalt bereits sicher und waren ohne Chance auf den Einzug in die K.o.-Phase.

In der vierten Minute eröffnete Alexander Ehl den Torreigen. Nach einer Vorlage von Wojciech Stachowiak ließ er die gegnerische Defensive aussteigen und überwand Schlussmann Sebastian Ylonen. Frederik Tiffels erhöhte noch im ersten Drittel auf 2:0, als er einen Schuss von JJ Peterka mit dem Schlittschuh über die Linie lenkte (16.).

Im zweiten Durchgang legte Deutschland schnell nach und sorgte so für die Vorentscheidung. Peterka schüttelte zwei Verteidiger ab und schlenzte die Scheibe aus kurzer Distanz in die Maschen (23.). Mit seinem Treffer und der Vorlage stockte der Stürmer der Buffalo Sabres sein Scorerkonto bei dieser WM auf neun Punkte (vier Tore, fünf Assists) auf. Mit dieser Ausbeute steht er in der Scorerwertung teamintern an erster Stelle und turnierweit an fünfter Position.

"Das Wichtigste für uns war, dass wir das Spiel heute selbst in der Hand hatten und dann auch überzeugend über 60 Minuten aufgetreten sind", sagte Peterka. "Genauso wichtig war, dass hinten die Null stand. Mathias Niederberger hat in den letzten Spielen eine super Leistung gezeigt und das freut mich für ihn und das gesamte Team."

Im letzten Drittel blieb Deutschland am Drücker und erlaubte sich keine Nachlässigkeiten in der Abwehr, wie noch gegen Ungarn am Sonntag. Mit zwei Powerplay-Treffern besorgten Daniel Fischbuch (44.) und Maximilian Kastner (54.) den 5:0-Endstand.

Der Bundestrainer zeigte sich hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler. "Die Mannschaft hat heute zum vierten Mal ein Ausscheidungsspiel bestritten und wir sind sehr gut damit umgegangen. Wir hatten die Franzosen von Anfang an unter Kontrolle und haben wenig Chancen zugelassen. Das war wirklich eine kompakte Leistung von der Mannschaft", gab Kreis zu Protokoll.

Laut Kapitän Moritz Müller war die überzeugende Vorstellung auch im Hinblick auf das Duell mit der Schweiz von Bedeutung. "Wir wollten uns nochmal ein gutes Gefühl fürs Viertelfinale holen und dafür eine souveräne Partie spielen, sowohl vorne als auch hinten. Ich denke, das ist uns gut gelungen", erläuterte er.

Stürmer Marcel Noebels sah es genauso. "Die Mannschaft war heute sehr konzentriert und hat von Anfang an gezeigt, in welche Richtung sie gehen will. Wir wollten das Spiel deutlich gewinnen und Selbstvertrauen mitnehmen. Das haben wir gemacht. Von daher können wir mit breiter Brust im Viertelfinale auftreten", lautete seine Einschätzung.

Deutschland zählt zum sechsten Mal in sieben Jahren bei der WM zu den besten acht Teilnehmern. Frankreich, das in den letzten drei Begegnungen kein Tor erzielte, beendete das Turnier an sechster Position in der Gruppe A vor Österreich und Ungarn.

Schweiz - Lettland 3:4 n.V. (0:0/1:2/2:1/0:1)

Ausgerechnet beim letzten Auftritt in der Gruppenphase verdarb sich die Schweiz ihre bis dahin makellose WM-Bilanz. Nach sechs Siegen in der regulären Spielzeit unterlag die Nati dem WM-Co-Gastgeber Lettland in einem spannenden Aufeinandertreffen mit 3:4 n. V. in der Arena Riga.

Für die Entscheidung zugunsten der Letten sorgte Rudolf Balcers mit einem Powerplaytor in der Overtime auf Zuspiel von Uvis Janis Balinskis (63.). Das war für Lettland das i-Tüpfelchen auf eine gelungene Vorstellung. Durch den Punktgewinn nach 60 Minuten hatten sie sich bereits ihre Teilnahme am Viertelfinale gesichert.

Die Letten starteten voller Elan in die Begegnung mit der Nati. Der erste Treffer gelang ihnen jedoch erst im zweiten Abschnitt. Ralfs Freibergs hieß der Torschütze (22.). Der Ausgleich der Eidgenossen ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nach einem Bullygewinn von Enzo Corvi kam der Puck zu Kevin Fiala, der ihn über die Schulter von Torhüter Arturs Silovs ins Netz beförderte (27.). 32 Sekunden später lagen die Letten erneut in Front. Rodrigo Abols überwand den Schweizer Goalie Joren van Pottelberghe nach einem Solo aus Nahdistanz zum 2:1.

Im letzten Drittel drehte die Mannschaft von Nationaltrainer Patrick Fischer das Spiel zunächst zu ihren Gunsten. Marco Miranda (48.) und Andres Ambühl (54.) hatten getroffen. Doch die Freude über das 3:2 währte nur kurz. Kaspars Daugavins markierte das 3:3 (55.) und rettete die Letten in die Verlängerung, wo sie das bessere Ende für sich besaßen.

Die Schweiz hatte aufgrund der Ausgangslage bereits einige Top-Spieler fürs Viertelfinale geschont. So gehörten Nico Hischier, Nino Niederreiter, Dean Kukan und Denis Malgin nicht zum Aufgebot.

Das übrige WM-Geschehen vom Dienstag im Stenogramm:

Gruppe A

Schweden - USA 3:4 n.V. (1:1/0:2/2:0/0:1)

Bis weit ins letzte Drittel hinein schienen die US-Amerikaner den Sieg in der Tasche zu haben. Den 0:1-Rückstand durch einen Treffer von Leo Carlsson (10.) egalisierte Nick Bonino (17.). Conor Garland (34.) und Lane Hutson (40.) stellten den Zwischenstand auf 3:1. Doch die Schweden kamen durch den zweiten Treffer von Carlsson (55.) und ein Tor von Timothy Liljegren (58.) noch einmal zurück. In der Verlängerung behielten die USA dank Dylan Samberg (62.) die Oberhand. Dadurch verteidigten sie den ersten Rang in der Tabelle vor Schweden.

Finnland - Dänemark 7:1 (3:0/3:0/1:1)

Beim Kantersieg von Finnland gegen hoffnungslos unterlegene Dänen zeigte sich die Ausgeglichenheit in der Offensive des WM-Gastgebers und Titelverteidigers. Mit Marko Anttila (3.), Atte Ohtamaa (4.), Ville Pokka (19.), Hannes Björninen (23.), Juho Lammikko (36.), Kasperi Kapanen (39.) und Nikolas Matinpalo (43.) trugen sich sieben verschiedene Torschützen in den Spielberichtsbogen ein. Der Ehrentreffer von Dänemark ging auf das Konto von Nikolaj Ehlers (43.). Im Viertelfinale kommt es für die Finnen zu einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels gegen Kanada.

Gruppe B

Slowakei - Norwegen 4:1 (3:0/0:1/1:0)

Mit einem überzeugenden Anfangsdrittel legten die Slowaken den Grundstein zum ungefährdeten Sieg gegen die Norweger. Marek Hrivik (4.), Peter Celarik (8.) und Robert Lantosi (16.) schossen eine komfortable 3:0-Führung nach 20 Minuten heraus. Markus Vikingstad (24.) gelang zwischendurch der Anschluss und Richard Panik markierte den Endstand (59.).

Kanada - Tschechien 3:1 (1:0/0:1/2:0)

Trotz klarer Überlegenheit mussten die Kanadier lange um den Erfolg bangen. Erst mit dem Empty-Net-Goal von Lawson Crouse in der Schlussminute war die endgültige Entscheidung gefallen. Peyton Krebs (19.) hatte die Ahornblätter nach vorne gebracht. Martin Kaut erzielte den Ausgleich (23.). Das 2:1 ging auf das Konto von Tyler Myers (45.). Durch den Sieg sicherte sich Kanada in der Tabelle den zweiten Platz vor Tschechien.