Hill und die Golden Knights schlagen Panthers in Spie

Die Vegas Golden Knights haben am Samstagabend in der T-Mobile Arena Spiel 1 des Stanley Cup Finales 2023 gegen die Florida Panthers mit 5:2 gewonnen. Den Siegtreffer in einer teils hitzigen Partie erzielte Verteidiger Zach Whitecloud.

"Es fühlt sich überragend an", sagte Golden-Knights-Torwart Adin Hill. "Wir sind nur noch drei Siege entfernt. Unser Job ist noch nicht beendet."

Große Show vor dem Puck-Drop

Vegas-Trainer Bruce Cassidy schickte für den ersten Wechsel im Finale seine vierte Reihe mit William Carrier, Nicolas Roy und Keegan Kolesar aufs Eis. Im Tor startete Adin Hill.

Floridas Coach Paul Maurice berief seine zweite Linie mit Nick Cousins, Sam Bennett und Matthew Tkachuk in die Starting-Six und setzte zwischen den Pfosten auf Sergei Bobrovsky.

Nach einer unterhaltsamen und emotionalen Ramp-Up-Show und Michael Buffer als prominenten Einheizer vor dem Puck-Drop, fiel der erste Puck im Stanley Cup Finale 2023 aufs Eis.

1.Drittel: Staal narrt Hill mit einem Bauerntrick in Unterzahl

Die Panthers setzten sofort auf das Stilmittel, das sie bis hierhin gebracht hatte: Aggressives Forechecking mit zermürbenden Checks an den Banden. Zusätzlich versuchte Florida, viele Stürmer vor dem gegnerischen Tor zu positionieren und nutze so die großen und physisch starken Verteidiger der Golden Knights zu ihrem Vorteil, denn Hill hatte dadurch kaum noch Sicht.

Vegas versuchte wiederum spielerische Lösungen zu finden und durch die dadurch entstehenden Lücken im gegnerischen Defensivverbund durchzuschlüpfen. Genau das gelang in der 4. Spielminute, als Brett Howden frei vor dem Tor auftauchte und Bobrovsky eine erste Glanzparade abverlangte. Die Gäste aus den Sunshine State verbuchte die beste Chance in der Anfangsphase durch einen Abschluss des aufgerückten Verteidigers Aaron Ekblad im Slot, der allerdings an Hill scheiterte (6.).

Ansonsten gelangen hüben wie drüben kaum längere offensive Drangphasen, dafür nahm die Schärfe im Spiel nach knackigen Checks und Rudelbildungen vor dem Tor zu. Aus einer solchen resultierte das erste Powerplay für die Golden Knights, nutzen konnten es allerdings die Panthers, die in Unterzahl einen erfolgreichen Konter starteten: Eric Staal narrte Hill mit einem Wrap-Around (Bauerntrick) und stellte per Shorthander auf 1:0 für Florida (10.). "Es war ein guter, harter Pass von Lundy, ich konnte ihn verarbeiten und bin gut ums Tor gekommen", so Staal.

In Folge dessen nahm die Partie merklich an Fahrt auf: Im ersten Powerplay für die Panthers knallte Tkachuk den Puck an den Pfosten (13.). Als die Golden Knights erneut die Überzahl-Reihen aufs Eis schicken durften, platzte der Knoten: Chandler Stephenson spielte aus dem Lauf einen gefühlvollen Rückhand-Pass von hinter dem Tor auf das Tape von Jonathan Marchessault, der per fulminanter Direktabnahme zum 1:1-Pausenstand traf (18.).

2. Drittel: Hills Monster-Save, Theodores Premiere, Duclairs Buzzer-Beater

Der zweite Durchgang begann mit einem Monster-Save: Nach Querpass von Tkachuk hatte Cousins ein halbleeres Tor vor sich und drückte aus der Nahdistanz ab. Ein sicherer Treffer? Nein! Hill machte sich ganz lang und stoppte den Puck sensationell mit seinem Torwartschläger (21.). Daraufhin hallten laute "Adin"-Rufe durch die T-Mobile Arena.

"Das war ein unwirklicher Save oder?", stellte Cassidy eine rhetorische Frage. "Genau solche Paraden brauchst du in Schlüsselsituationen."

"Das war definitiv ein Momentum-Wechsler für uns und hat unsere Bank elektrisiert", sagte Vegas-Stürmer Mark Stone. Immerhin sollte dies für eine längere Phase die letzte Möglichkeit für die Panthers gewesen sein. Stattdessen nahm Vegas die Zügel in die Hand. Stone selbst setzte die Scheibe nach starker Einzelaktion an den Außenpfosten (27.), kurz darauf zielte Jack Eichel unter Druck aus der Nahdistanz knapp am Tor vorbei (28.).

FLA@VGK, Sp1: Hill beraubt Cousins im 2.

Verdient war daher auch die erste Führung der Golden Knights in dieser Finalserie: Verteidiger Shea Theodore drehte sich an der blauen Linie erst um die eigene Achse, bewegte sich dann schräg nach vorne in den freien Raum und traf aus High-Slot-Position durch den Verkehr hindurch zum 2:1 (31.). Es war sein erster Playoff-Treffer in dieser Saison. "Ich habe darauf gewartet", sagte Theodore. "Ich schätze heute war ein guter Abend, um das erste Tor zu schießen."

FLA@VGK, Sp1: Theodore trifft durch Verkehr im 2.

Kurz vor der zweiten Pause meldete sich Florida zurück: Ein Distanzschuss von Aleksander Barkov küsste das linke Kreuzeck (38.), einer von Brandon Montour den linken Pfosten (40.). 10,2 Sekunden vor der Sirene fand Anthony Duclair eine Lücke und versenkte nach gewonnenem Offensiv-Faceoff von Barkov den Puck schnörkellos zum 2:2 im Tor.

"Das war ein enorm wichtiges Tor. Immer wenn du in letzter Minute ausgleichen kannst, ist das großartig Darin sind wir schon das ganze Jahr gut", sagte Staal.

3. Drittel: Whitecloud spielt das Zünglein an der Waage, Stone mit zauberhafter Entscheidung

Im dritten Abschnitt wogte die Partie hin und her. Erst mit einer Drangphase der Panthers, dann mit einer der Golden Knights. In letzterer feuerte Vegas-Verteidiger Zach Whitecloud einen Handgelenksschuss von der blauen Linie ab, der im rechten Eck zum 3:2 einschlug (47.). "Ich konnte den Puck kaum sehen", ärgerte sich Bobrovsky.

FLA@VGK, Sp1: Whitecloud nutzt Barbashevs Zuspiel

Dass Florida fortan hinten aufmachen musste, spielte den Golden Knights ein Stück weit in die Karten, denn immer wieder konnte Vegas Entlastungsangriffe fahren und Florida somit weit weg von seinem eigenen Gehäuse halten.

Technisch anspruchsvoll fing Stone einen Puck aus der Luft mit dem Schläger ab, visierte das rechte Eck an und stellte auf 4:2 (54.). Maurice ließ das Tor wegen einem vermeintlichen hohen Stock überprüfen, doch bekam mit seiner Coaches Challenge nicht Recht - der Treffer zählte.

FLA@VGK, Sp1: Stone fischt Puck aus der Luft und trif

In der Schlussphase kochten die Emotionen noch einmal hoch, weswegen die Golden Knights fast bis zum Schluss in Überzahl spielen durften, diese Möglichkeit aber nicht für ein weiteres Tor nutzen konnten. Vielmehr musste Hill einen Alleingang von Sam Reinhart entschärfen (58.). Am Ende aber schraubte Reilly Smith den Endstand mit einem Empty-Net-Treffer noch auf 5:2 (59.).

Spiel 2 ist am Montagabend (8 p.m. ET; NHL.tv und Sky Sport; Di. 2 Uhr MESZ) erneut in der T-Mobile Arena in Vegas.

"Wir werden nichts verändern", so Stone. "Wir halten uns an unser Program und an das, was uns erfolgreich gemacht hat."