Die Lightning präsentierten sich im Stil eines ausgebufften Champions. Als die Zuschauer in der Arena sich schon auf die Verlängerung eingestellt hatten, starteten sie einen letzten Angriff und banden den Sack noch vor dem Schlusssignal zu. Da war es dann auch völlig egal, dass die Panthers zuvor mehr Spielanteile besaßen. 37:29 Torschüsse, 77:52 Schussversuche und 52:35 Checks aus Sicht der Hausherren zeugen von deren Überlegenheit.
Lightning-Torhüter Andrei Vasilevskiy bot einmal mehr eine herausragende Leistung. Unter seinen 36 Saves waren etliche Glanzparaden. Vor allem im letzten Drittel hielt er sein Team im Spiel. Dennoch dürfte er sich in einer Situation geärgert haben. Beim einzigen Tor der Panthers durch Eetu Luostarinen zum 1:1-Ausgleich im zweiten Durchgang sah er unglücklich aus. Der Puck rutschte dabei zwischen seinem Arm und Körper hindurch und trudelte über die Linie.
Die Lightning mussten erneut auf Stürmer Brayden Point verzichten. Er laboriert an einer Unterkörperverletzung, die ihn bereits in Spiel 1 gegen die Panthers außer Gefecht setzte. Trainer Jon Cooper entschied sich deshalb wieder dafür, nur elf Stürmer ins Rennen zu schicken und stattdessen einen siebten Verteidiger aufzubieten. Diese Maßnahme hatte sich in der Vergangenheit für Tampa Bay häufig ausgezahlt, so auch diesmal.
In der Defensive überzeugten die Lightning durch ihren großen Kampfgeist. Sie blockten 24 Schüsse der Panthers. Das war mit ausschlaggebend dafür, dass Tampa Bay alle vier Unterzahlsituationen schadlos überstand. Doch der unermüdliche Einsatz forderte seinen Tribut. Die Stürmer Steven Stamkos und Brandon Hagel sowie Verteidiger Erik Cernak mussten nach Blocks kurzzeitig in die Kabine. Sie kehrten jedoch alle aufs Eis zurück.
"Das ist das Opfer, das man zu diesem Zeitpunkt des Jahres zu bringen hat", meinte Stamkos. "Wir erwarten von jedem in der Gruppe, dass er alles gibt, sei es beim Penalty Killing, beim Blocken von Schüssen, wenn es darum geht, einen Check einzustecken oder einen Spielzug zu machen. Und genau das passiert. Alle sind dazu bereit. Das ist ein enormer Pluspunkt unserer Mannschaft", erläuterte der Kapitän.
Die Special Teams der Lightning funktionierten nicht nur bei der Absicherung der eigenen Zone, sondern auch auf der anderen Seite des Spielfeldes. Das 1:0 von Corey Perry resultierte aus einem Powerplay. Es war bereits das vierte Überzahltor des Titelverteidigers in der Serie gegen die Panthers. Beim 4:1 in Spiel 1 hatte Tampa Bay dreimal eine numerische Überlegenheit in einen Treffer umgemünzt.
Durch die beiden Auswärtserfolge in Sunrise halten die Lightning alle Trümpfe in der Hand. Doch Coach Cooper will nicht zu viel Euphorie aufkommen lassen. "Wir sind unserem Ziel zwei Spiele näher gekommen, aber wir sind längst noch nicht durch. Ich habe das während der vergangenen Serie immer wieder gepredigt und tue das auch jetzt: Heute Abend war nur ein Spiel. Aber wir sind angetreten, um eine Serie zu gewinnen", gab er zu Protokoll.
Spiel 3 zwischen den Panthers und den Lightning findet am Sonntag (1:30 p.m. ET; NHL.tv; 19:30 Uhr MESZ) in der Amalie Arena von Tampa statt.