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Für Connor Bedard wird der 27. Dezember 2023 immer in Erinnerung bleiben. Der designierte Superstar, der bereits in seiner Rookie-Saison regelmäßig Top-Leistungen abruft und die Chicago Blackhawks mit 32 Punkten (15 Tore, 17 Vorlagen) aus 34 Spielen anführt, traf erstmals in der Overtime. Gegen die Winnipeg Jets war er derjenige, der beim 2:1-Erfolg der Blackhawks beide Tore erzielte.

Die Heldenrolle

Mit seinem Treffer in der Overtime, als er mittig ins Drittel der Jets eindrang und mit einem fantastischen Handgelenkschuss Connor Hellebuyck im Tor der Jets überwand, wurde Bedard zum drittjüngsten Spieler der NHL-Historie, der in der Verlängerung einen spielentscheidenden Treffer erzielen konnte. Connor Murphy beschrieb beide Treffer als Tore, die ein wahrer Torjäger erzielen würde. Besonders den Schuss zum Sieg bezeichnete er als beeindruckend.

WPG@CHI: Bedard trifft mit einem Laser-Schuss aus dem Slot und sorgt für den OT-Sieg

Mit 18 Jahren und 163 Tagen wurde er in der Kategorie lediglich von Sidney Crosby (18 Jahre, 101 Tage) und Jordan Staal (18 Jahre, 153 Tage) in der regulären Saison übertroffen. Don Gallinger (17 Jahre, 339 Tage) traft 1943 in Spiel 1 der Halbfinals für die Boston Bruins ebenfalls.

Für Bedard ist es der erste Vorgeschmack auf seine Zukunft in der NHL. Der junge Angreifer wird für die Blackhawks der kommende Superstar sein, auf den das Franchise die nächsten Jahre aufbauen wird. Nach seinem Siegtreffer bei den Tampa Bay Lightning am 9. November war der präzise Abschluss am Mittwoch erst der zweite Siegtreffer für Bedard, der sonst in einem Großteil der Matches auf dem Scoresheet zu finden ist (24 von 34 Spiele mit Punkten).

Tore sind immer schön

Bedard traf bereits im ersten Drittel zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung für die Blackhawks, doch die Jets konnten auf 1:1 ausgleichen und die Begegnung in die Overtime schicken. Für Bedard war der Treffer in der Extra-Spielzeit erst auf Nachfrage wirklich von herausragender Bedeutung.

„Es ist immer schön, Tore zu schießen“, befand er. „Besonders vor dem Publikum heute Abend (20.540) war es fantastisch. Es war schön, in der Verlängerung den Siegtreffer zu erzielen, und wie ich schon sagte, ist es immer ein gutes Gefühl, Tore zu schießen. Ich weiß nicht, ob ich zu viel darüber nachgedacht habe, aber es fühlt sich gut an.“

Für Bedard ist es nicht die Rolle als entscheidender Spieler, sondern der Spaß am Spiel, der ihn antreibt. „Ich glaube, er mag es wirklich, rauszugehen und zu spielen, und man kann sehen, wenn er ein Tor feiert, genießt er es wirklich. Aber wenn er auf die Bank kommt, ist er nicht der Typ, der die andere Bank oder das andere Team verhöhnt oder so etwas. Er ist ganz bei der Sache und bereit, beim nächsten Wechsel wieder rauszugehen und weiterzumachen,“ beschrieb Trainer Luke Richardson sein Supertalent.

Ein wichtiger Aspekt bei Bedard ist der Lernwille, den er jeden Tag zeigt. „Er versteht sich wirklich gut mit all seinen Teamkollegen und ist trainierbar. Er hört zu und stellt Fragen, und offensichtlich versucht er, solche Dinge in sein Spiel zu integrieren.“ 

Weiterentwicklung als Ziel

Für Bedard war der Overtime-Siegtreffer der erste seiner Karriere, doch nach dem Spiel lobte sein Trainer ihn nicht nur für die offensiven Qualitäten, sondern auch für die Fortschritte, die er in der Defensive gemacht hat. 

„Wir habe ihn gefordert und wollten, dass er ein paar Elemente in sein Spiel mit aufnimmt und ein paar Dinge auf diesem Level hinbekommt, wenn er die Scheibe nicht hat. Ich fand, dass er in der defensiven Zone gut war und einige Male in der richtigen Position stand,“ lobte Richardson die Entwicklung. Er untermauerte auch, dass Bedard sich im Eins-Gegen-Eins gut verhalten und einen harten Check gefahren habe. 

Bedard betonte nach dem Match, dass die Checks, die alle Spieler gesetzt haben, durchaus einen Effekt auf das Spiel hatten. Er erklärte, dass es den Gegner etwas Energie kosten könne und besonders gegen einen so starken Gegner sei das wichtig.

Am Ende stellte Bedard immer die Mannschaft in den Vordergrund und versuchte nicht sich selbst als den Heilsbringer für Chicago darzustellen. Seinen Trainer verwunderte das kein bisschen: „Er hat einen bescheidenen Hintergrund. Er ist ein wirklich guter Mensch. Ich glaube nicht, dass er die ganze Aufmerksamkeit will, aber er wird sich daran gewöhnen müssen. Sie wird da sein.“

Nach seinem ersten Overtime-Treffer und vielen starken Leistungen ist Bedard bereits voll im Fokus und mit der zu erwartenden Entwicklung dürfte sich der Blick auf ihn als Superstar einer ganzen Generation noch deutlich weiter verstärken, besonders, wenn er die Blackhawks zu alter Stärke zurückführen kann.

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