Chicago stellt St. Louis vor Probleme
Es sah lange so aus, als könnten die Blackhawks, die mit 21 Punkten den vorletzten Platz der NHL belegen, ein Erfolgserlebnis mit in die Feiertage nehmen. Angetrieben von Bedards Treffer lieferten sie ein gutes Spiel ab und zeigten sich torgefährlich. Anthony Beauvillier sorgte nur 23 Sekunden nach dem Ausgleich für die Führung. Im zweiten Drittel dauerte es nur 20 Sekunden, bis Kurashev mit seinem zweiten Assist des Spiels das 3:1 von Nick Foligno vorbereitete. Colton Parayko traf zwar in der 34. Minute für die Blues, aber Jason Dickinson (36.) stellte den Abstand noch vor der zweiten Drittelpause wieder her.
Undisziplinierte Blackhawks zahlen Lehrgeld
Im Schlussabschnitt machten sich die Gäste dann selbst das Leben unnötig schwer. Louis Crevier musste in der 45. Minute für zwei Minuten auf die Strafbank. Foligno überraschte zunächst noch mit dem 5:2 in Unterzahl (46.), doch noch vor Ablauf der Strafe bekam mit Connor Murphy schon Chicagos nächster Spieler zwei Minuten aufgebrummt. Diese Strafe nutzten die Blues dann auch, als Brandon Saad einen Pass von Kevin Hayes direkt ins Tor lenkte (48.).
Nach 50:13 Minuten musste zudem Chicagos Jarred Tinordi wegen Beinstellens gehen. Genau eine halbe Minute später fälschte Jake Neighbours einen Schuss von Justin Faulk zum Anschluss ab.
„Aus solchen Momenten müssen wir einfach lernen“, sagte Tinordi selbstkritisch. „Wir haben schon früher in der Saison solche Probleme gehabt. Wir haben zu viel zugelassen und erst dann gekämpft. Wir haben auch selbst schon aufgeholt und wir müssen lernen, wie man in diesen Situationen spielt, besonders auswärts. Sich einfach zurückzulehnen und abzuwarten ist glaube ich nie ein Erfolgsrezept.“
Blues vollenden starkes Comeback
Beflügelt von den beiden Powerplaytreffern, ließen die Blues ihre Gegner im dritten Drittel kaum noch mitspielen. 22:2 lautete das Torschussverhältnis in den letzten 20 Minuten. Jordan Kyrou nutzte den Schwung keine halbe Minute nach dem 4:5 zum Ausgleich (52.). Die drei Tore erzielte St. Louis mit drei aufeinanderfolgenden Torschüssen innerhalb von 3:13 Minuten.
„Ich denke, wir hatten gute Special Teams, haben im Powerplay getroffen und so das Momentum gewonnen“, erklärte Saad. „Dann haben wir weitergemacht und nochmal getroffen. Das Powerplay war heute unglaublich wichtig für unser Comeback.“
Die Führung gelang Faulk in der 58. Minute mit einem harmlos aussehenden Handgelenkschuss von der rechten Bande. Kyrou legte 61 Sekunden vor der Schlusssirene noch einen Empty-Netter nach.
„Da muss man einfach kämpfen und beißen, irgendwie einen Weg finden“, äußerte sich Faulk zur Aufholjagd. „Das war natürlich kein gutes Gefühl. Wir waren nicht mit dem Rückstand und uns selbst zufrieden, aber wir haben das Powerplay gekriegt und genutzt, als wir es brauchten. Das hat uns wieder Leben eingehaucht, das Momentum gegeben und dann hat es geklappt.“
Für St. Louis war es nach einer Serie von vier Niederlagen der vierte Sieg in fünf Spielen. Die Blues liegen in einem engen Feld nur einen Punkt hinter dem zweiten Wildcard-Platz der Western Conference. Zwischen Platz acht, also der zweiten Wildcard für die Stanley Cup Playoffs, und Platz 13 liegen nur sieben Punkte.
Nach den Feiertagen haben die Blues aber ein hartes Programm vor sich. Sie empfangen am 27. und 29. Dezember die Dallas Stars und Colorado Avalanche, welche die ersten beiden Plätze in der Central Division belegen.