Sturm-Family

Der Stanley Cup hat am Samstag in Augsburg Station gemacht: Stanley Cup Champion Nico Sturm brachte den Heiligen Gral des Eishockeys in seine Geburts- und Heimatstadt, nahm sich dabei ganz viel Zeit für seine Fans und im wahrsten Sinne des Wortes für ein Event zum Anfassen.

"Ich glaube, es war insgesamt eine gelungene Sache. Am wichtigsten war, dass die Nachwuchsspieler und die Fans die Chance hatten, den Cup zu sehen, ihn vielleicht anzufassen und ein Bild zu machen."
Beeindruckende Kulisse im Goldenen Saal
Eine gewisse Ehrfurcht war bei Sturm noch immer zu spüren, als der Stanley Cup in einem Hotel in der Augsburger Innenstadt ankam. "In Nordamerika wird der Stanley Cup als die schönste Trophäe im Sport bezeichnet. Ich habe selbst noch Ehrfurcht davor, wenn ich ihn anfassen und in die Höhe stemmen darf", sagte der 27-jährige Mittelstürmer.

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Mit dem Bus ging es zum Augsburger Rathaus, wo zu einem Empfang im Goldenen Saal geladen wurde. "Nico, wir sind mächtig stolz auf dich", sprach AEV-Präsident Wolfgang Renner den NHL-Spieler direkt an. "Du hast ein großes Herz für den Nachwuchs und bist ein Vorbild für viele Eishockey-Spieler."
"Wir sind stolz, denn Sie haben Sportgeschichte geschrieben", sagte auch Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber in der beeindruckenden Szenerie des Goldenen Saals. Unter den 100 geladenen Gästen war neben Politikern und Freunden natürlich auch die engste Familie: Mama Gaby, Papa Klaus und Nicos Brüder Timo und Dennis.
"Am Allerwichtigsten ist, dass ich mich bei meiner Familie für die Unterstützung bedanke", betonte Sturm. "Familie und Freunde sind das Wichtigste. Ohne sie geht überhaupt nichts."

Sturm-Talks

Am Ende des offiziellen Teils trug sich Sturm noch ins Buch der Stadt ein, schnappte sich dann den Stanley Cup und präsentierte diesen kurz auf dem Rathausplatz. "Am meisten freue ich mich darauf, den Stanley Cup ins Curt-Frenzel-Stadion bringen zu dürfen", so Sturm.
Großer Jubel und lange Schlangen im Curt-Frenzel-Stadion
In der Heimspielstätte seines Jugendvereins Augsburger Panther angekommen, stellte Sturm den Stanley Cup zunächst in einer Junioren-Kabine auf. "Mir war wichtig, dass die Nachwuchsspieler ein Bild damit bekommen, damit sie selbst einmal davon träumen, in die NHL zu kommen, es dorthin zu schaffen und diesen Pokal zu gewinnen", erklärte der Blondschopf, der die 20 Kilogramm schwere Trophäe stolz zeigte. "Wenn ich heute nur ein oder zwei Spieler motiviert habe, härter zu arbeiten und an sich zu glauben, dann war es ein gelungener Tag", sagte Sturm.
Im Eisstadion warteten derweil rund 2000 Fans auf den Mann des Tages. Der Signature-Song "All the small things" von Blink-182, der die Colorado Avalanche zum Stanley Cup Sieg getragen hatte, ertönte, Sturm trug den Stanley Cup unter Applaus auf die Eisfläche und beantwortete viele Fragen.

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Es folgte ein Foto-Marathon, denn der Center betonte, dass jeder Fan ein Bild mit ihm und den Stanley Cup bekommen solle. Es bildeten sich also lange Schlangen, die den kompletten Umlauf der Arena in Beschlag nahmen.
"Die Schlangen waren so lang, aber er hat darauf bestanden, dass er so lange bleibt, bis auch jeder sein Foto hat. Ich ziehe meinen Hut vor ihm. Deshalb ist er ein Stanley Cup Champion", zeigte sich Cup-Keeper Phil Pritchard beeindruckt. "Es ist schön zu sehen, dass jeder ein Lächeln im Gesicht hatte. Jeder hatte gute Laune. Er ist stolz, von hier zu sein und wollte seine Geschichte mit den Fans und mit den Hockey-Kids hier teilen. Ihre Augen waren groß und wer weiß: Vielleicht werden ein, zwei von ihnen einen ähnlichen Weg einschlagen. Und darum geht es."
Auch nach anderthalb Stunden hatte Sturm sein Lächeln noch nicht verloren, strahlte in die Kamera und erfüllte Autogrammwünsche.

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"Ich hatte bislang kaum Gelegenheit, den Stanley Cup einmal für zehn Minuten anzuschauen", lachte er. Sturm wird in den nächsten Tagen übrigens häufiger im CFS anzutreffen sein: "Ich mache meine Saisonvorbereitung hier in Augsburg. Mal schauen, wann ich hier wieder aufs Eis darf", grinste der gebürtige Augsburger. "Ich möchte unbedingt einmal für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Deutscher Meister mit Augsburg zu werden - das hätte schon auch mal was."
Neues Kapitel in San Jose - Rückkehr zur Nummer 7
Bevor eine Rückkehr in die DEL auf dem Plan steht, möchte der Deutsche aber weiterhin in der NHL auf Torejagd gehen. Das nächste Kapitel führt Sturm zu den San Jose Sharks nach Nord-Kalifornien. Seine Nummer wird dort aber nicht die 78 wie in Colorado, sondern wieder die Nummer 7 wie in Minnesota sein. "Die 78 war die Idee von meinem kleinen Bruder. Jetzt kehre ich zur Nummer 7 zurück", erklärte der 1,91-Meter-Hüne.
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Zum Abschluss seines Cup Days wurde es dann privat: Sturm zog sich mit dem Stanley Cup, Freunden und Familie in sein Elternhaus zurück und feierte dort mit seinen Liebsten eine Gartenparty.