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In dieser Ausgabe: Der EHC Red Bull München will bei Titelvergabe in der CHL mitreden
Die Titelvergabe in der Champions Hockey League (CHL) ist seit ihrer Premiere in der jetzigen Form zur Saison 2014/15 eine geografisch einseitige Angelegenheit gewesen. Fünfmal siegte ein Klub aus Schweden, viermal Frölunda Göteborg und einmal Luleå HF. Dazwischen triumphierte einmal JYP Jyväskylä aus Finnland. In diese skandinavische Phalanx eindringen würde gerne der EHC Red Bull München. Es ist das einzige Team aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, das dieses Jahr den Sprung in das Viertelfinale der europäischen Königsklasse geschafft hat.
Einmal waren die Red Bulls schon nahe dran am CHL-Gewinn. 2018/19 unterlagen sie Frölunda im Finale mit 1:3. In der laufenden Spielzeit wollen sie erneut einen Angriff auf den Pokalsieg starten. Die Münchener stehen zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten Acht. Dass sie es diesmal bis ins Viertelfinale geschafft haben, war jedoch alles andere als ein Selbstläufer. Aber in den entscheidenden Phasen präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Don Jackson hellwach und zu allem entschlossen. Als es am letzten Spieltag der Gruppenphase darauf ankam, liefen seine Schützlinge zur Höchstform auf und fertigten den Schweizer Meister EV Zug in dessen Halle mit 6:1 ab.

Don Jackson

Mit dem Erfolg in Zug sicherten sich die Red Bulls den zweiten Platz in der Gruppe D hinter Spitzenreiter Rögle BK aus Schweden und somit das Ticket fürs Achtelfinale. "Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs. Die Einstellung war super. Spiele wie dieses schweißen die Mannschaft noch enger zusammen", sagte der Coach der Münchner nach dem grandiosen Auswärtssieg.
Im Achtelfinale bekam es der dreifache deutsche Meister erneut mit einem starken Kontrahenten aus der Schweiz zu tun. Der HC Fribourg-Gottéron hatte sensationell alle sechs Partien für sich entschieden und dabei auch zweimal dem hoch eingeschätzten schwedischen Vertreter Leksands IF das Nachsehen gegeben. Nach dem 4:2-Sieg im Hinspiel in Fribourg wähnten sich manche im Münchner Lager schon in der nächsten Runde. Aber die Schweizer stemmten sich im Rückspiel nach Kräften gegen das Ausscheiden. Im letzten Drittel lagen sie mit 2:0 vorne. Ein weiteres Tor und sie wären für das Viertelfinale qualifiziert gewesen. Doch die Red Bulls besannen sich auf ihre Stärken und zwangen die Eidgenossen am Ende noch mit 3:2 in die Knie. "Es zeichnet unsere Mannschaft in dieser Saison aus, dass wir in Drucksituationen wieder voll da sind", beschrieb Angreifer Yasin Ehliz nach dem Match eine der besonderen Qualitäten des EHC.
Im Viertelfinale bekommen es die Münchner mit Lukko Rauma aus Finnland zu tun. Fürs erste Aufeinandertreffen am 7. Dezember (18 Uhr, live auf Sport1) reisen sie in den hohen Norden. Rund 2.300 Kilometer Wegstrecke legen sie dabei zurück. Überhaupt haben die Red Bulls gegen Jahresende ein straffes Programm zu bewältigen. In neun Auswärtsspielen zwischen 16. November und 30. Dezember spulen sie ein Pensum von 9.000 Kilometern ab.

EHC München

Die Herausforderung dabei liegt laut Verteidiger Yannic Seidenberg im mentalen Bereich. "Es kommt darauf an, wie man mit so vielen Spielen umgeht. Wenn ich jeden Tag sage, wie schlimm das ist, werde ich mich müde fühlen. Ich bleibe aber positiv und setze im Krafttraining Reize, auch wenn ich müde bin. Hinterher stehen Massagen, therapeutische Einheiten oder die Sauna an. Ich mache Atemübungen, dann kommt man zur Ruhe", sagte der 37 Jahre alte Routinier.
Mit dem Gegner aus Rauma haben die Münchener noch eine Rechnung zu begleichen. In ihrer ersten CHL-Saison 2015/16 zogen sie gegen die Finnen in der ersten Playoff-Runde den Kürzeren. Beide Spiele gingen seinerzeit verloren. Das soll bei den bevorstehenden Duellen anders werden.
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Die Red Bulls hoffen, dass sich Stürmer Frederik Tiffels wieder von seiner besten Seite zeigt. Mit zwölf Punkten (sechs Tore, sechs Assists) aus acht Einsätzen steht er derzeit in der CHL-Scorerwertung an zweiter Stelle. Erfolgreicher schnitt bislang nur Ryan Lasch von Frölunda ab, der es auf 14 Zähler (zwei Tore, zwölf Assists) brachte.
Neben den Vergleichen zwischen Rauma und München kommt es zu drei weiteren reizvollen Paarungen. Der amtierende CHL-Sieger Frölunda startet seine Serie auswärts beim SHL-Ligarivalen Leksands IF, während es für das dritte verbliebene schwedische Team, Rögle BK aus Ängelholm, zunächst nach Tschechien zum Gastspiel bei Sparta Prag geht. Und Tappara Tampere empfängt den französischen Meister Rouen Dragons, der erstmals das CHL-Viertelfinale erreicht hat.