Für Kane war es der vierte Hattrick in seiner NHL-Laufbahn und der erste im Dress der Oilers. Zusätzlich sammelte er im Schlussabschnitt noch eine weitere Vorlage und war mit vier Zählern der Mann des Spiels. "Ich freue mich so sehr für Evander", beschrieb Trainer Jay Woodcroft seine Gefühlslage nach dem Match. "Es war ein interessantes Jahr für ihn und ich bin froh, dass er nach Edmonton kommen und ein Teil der Oilers-Organisation sein wollte. Er ist ein wichtiger Grund, warum wir dort sind, wo wir aktuell stehen."
In den finalen 20 Minuten drehten die Avalanche nochmals auf und kamen auf 16 Torschüsse. Edmonton hielt mit neun Abschlüssen dagegen, war aber weiterhin sehr konsequent im Umgang mit Torchancen. Die Kane-Vorlage nutzte Kailer Yamamoto für den Treffer zum 5:2 (51.).
Nathan MacKinnon verkürzte noch auch 3:5 (59.), doch ein sauberer Bullygewinn durch Leon Draisaitl und ein Fernschuss aufs verwaiste Avalanche-Tor durch Kris Russel (59.) sorgte nur 27 Sekunden später für die Entscheidung.
"Es war ein guter Teamerfolg", verteilte Kane nach dem Spiel das Lob an seine Mitspieler. "Den Playoff-Platz daheim zu sichern ist großartig. Ich denke, wir sind im ersten Drittel schlecht aus der Kabine gekommen und haben nicht das getan, was wir vor dem Spiel besprochen hatten. Im zweiten Abschnitt hatten wir einen starken Start und haben das Momentum mit in das Schlussdrittel genommen."
Neben Kane konnte auch Connor McDavid einen großen Anteil am Erfolg für sich verbuchen. Der Superstar legte drei Treffer auf und holte sich damit die Führung in der NHL-Scorer-Statistik zurück. Er steht bei 116 Punkten (43 Tore, 73 Vorlagen) und hat damit drei Punkte Vorsprung auf Jonathan Huberdeau von den Florida Panthers.
McDavid dürfte aber alle gesammelten Zähler gegen den ultimativen Erfolg eintauschen. Der vermeintlich beste Angreifer der Liga wartet auch im siebten NHL-Jahr noch auf den Gewinn eines Stanley Cups. Fünf der sieben Spielzeiten schloss er mit mehr als 100 Punkten ab, und auch in der Saison 2019/20 schrammte er mit 97 Zählern aus 64 Spielen nur knapp an diesem Meilenstein vorbei.
Mit seiner Wartezeit auf den Titel befindet sich McDavid jedoch in guter Gesellschaft. Auch Mario Lemieux, Steve Yzerman, Denis Savard und Wayne Gretzky mussten fünf oder mehr 100-Punkte-Saisons abliefern, bevor sie erstmals den Cup in die Höhe recken durften.
Mit dem Erfolg gegen die Avalanche bewies Edmonton, dass sie zumindest zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten gehören. Die Offensive ist dabei das Prunkstück. Draisaitl wäre bei einem Titelgewinn der erste Spieler seit 21 Jahren, der nach einer 50-Tore-Saison den Pokal berühren darf.
Die Problemzone für Edmonton wird erneut die Defensive sein und auch gegen Colorado gab es einen Wehmutstropfen in die Feierlaune. Darnell Nurse musste das Eis im Mitteldrittel mit einer Unterkörperverletzung verlassen. Der Verteidiger ist mit durchschnittlich 25:03 Minuten Eiszeit pro Partie der Vielspieler in der Defensive der Oilers.
Während die Avalanche in ihren verbleibenden vier Partien die Form wiederfinden und die kleine Niederlagen-Serie beenden müssen, kann Edmonton auf vier Erfolge hintereinander blicken. Auch die 8-1-1-Bilanz aus den vergangenen zehn Partie unterstreicht, dass die Oilers in bestechender Form sind, die sie am Sonntag (ab 19 Uhr auf Sky Sport, ProSieben MAXX (Free-TV) und im kostenfreien Livestream ran.de (Deutschland, Österreich), sowie MySports One (Schweiz, Liechtenstein)) im Rahmen des NHL Sunday präsentiert von SAP gegen die Columbus Blue Jackets erneut unter Beweis stellen dürfen.
"Wir spielen hart und wurden heute von einem guten Team gepusht", freute sich Oilers Coach Woodcroft über die Entwicklung seiner Mannschaft. "Wir fühlen uns in dieser Art von Partien immer wohler."
Edmonton hat nach einer Saison voller Höhen und Tiefen genau zur richtigen Zeit die Form gefunden. "In einer perfekten Welt hätte ich mir eine Saison gewünscht, die gleichmäßiger verlaufen wäre", sagte Draisaitl. "Manchmal läuft es eben so. Am Ende des Tages sind wir in den Playoff und das ist es, was zählt. Das war unser erstes Ziel und wir freuen uns darüber, sind stolz auf uns… aber wir sind noch lange nicht fertig."