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Die Edmonton Oilers leben weiter - und das verdanken sie einmal mehr ihrem überragenden Superstar-Duo Leon Draisaitl und Connor McDavid. In Spiel 5 ihrer Serie der Ersten Runde in den Stanley Cup Playoffs 2026 in der Western Conference gegen die Anaheim Ducks stand Edmonton am Dienstag im heimischen Rogers Place mit dem Rücken zur Wand, lag in der Serie bereits 1:3 zurück und durfte sich keinen weiteren Fehler erlauben. Doch genau in diesem Moment zeigten die beiden Ausnahmekönner, warum sie zu den gefährlichsten Offensivwaffen der gesamten NHL zählen.

Mit einem überzeugenden 4:1-Heimsieg im Rogers Place verkürzten die Oilers die Best-of-7-Serie auf 2:3 und erzwangen ein weiteres Do-or-Die-Spiel am Donnerstag (10 p.m. ET; Freitag, 4 Uhr MESZ) in Anaheim. Draisaitl traf doppelt, McDavid steuerte trotz angeschlagenem Knöchel zwei Assists bei. Die Entscheidung von Trainer Kris Knoblauch, beide wieder gemeinsam in einer Reihe aufs Eis zu schicken, erwies sich an diesem Tag als goldrichtig.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Edmonton Oilers und den Anaheim Ducks

Früher Sturmlauf setzt Anaheim sofort unter Druck

Schon vom ersten Bully an war zu erkennen, dass Edmonton nicht bereit war, die Saison kampflos zu beenden. Die Oilers spielten mit maximaler Intensität, aggressivem Forechecking und einer Offensivwucht, die Anaheim in den ersten Minuten komplett überforderte.

Vasily Podkolzin eröffnete den Torreigen bereits nach 2:22 Minuten, ehe Zach Hyman (9.) und Draisaitl (11.) innerhalb von nur 1:40 Minuten nachlegten. Nach lediglich 10:13 Minuten stand es 3:0. Ducks-Goalie Lukas Dostal musste nach drei Gegentoren bei nur neun Schüssen bereits zu diesem Zeitpunkt vorzeitig seinen Platz räumen. Es war Edmontons schnellster Drei-Tore-Start in ein Heim-Playoff-Spiel seit 2017. Damals war ihnen ein ähnliches Kunststück ebenfalls gegen Anaheim gelungen.

ANA@EDM, GM 5: Draisaitl fälscht einen Schuss von Bouchard zum 3:0 ab

Draisaitl betonte nach dem Spiel die Dringlichkeit der Situation: „Ja, wir hatten keine andere Wahl. Unser Verzweiflungslevel war extrem hoch. Natürlich wollten wir unsere Saison verlängern. Heute war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Wir nehmen es Tag für Tag.“

Die Oilers spielten von Beginn an mit einer Klarheit, die ihnen in den vorherigen Spielen phasenweise gefehlt hatte. Besonders die neu formierte Top-Reihe mit Draisaitl und McDavid sorgte sofort für Chaos in der Ducks-Defensive.
„Wir machen einfach das, was wir eben tun. Wir haben Chancen kreiert und waren da, wenn wir liefern mussten. Es war ein guter Start“, erklärte  Draisaitl die erneute Zusammenarbeit mit McDavid unaufgeregt.

Draisaitls Killerinstinkt und McDavids historische Klasse

Der gebürtige Kölner war in diesem Schlüsselspiel der eiskalte Vollstrecker. Sein erstes Tor fiel durch eine perfekte Ablenkung im Slot, sein zweiter Treffer im Powerplay in der 31. Minute war ein typischer One-Timer aus seiner Lieblingsposition im rechten Bullykreis - vorbereitet von niemand Geringerem als Kapitän McDavid.

ANA@EDM, GM 5: Draisaitl lauert im Powerplay in seinem Wohnzimmer und versenkt einen Onetimer

Damit baute Draisaitl seine beeindruckende Bilanz in Eliminierungsspielen weiter aus und erreichte als erst zweiter Spieler der Oilers-Geschichte neben McDavid die Marke von 20 Punkten in Partien, in denen das Saison-Aus drohte.

McDavid wiederum unterstrich trotz seiner Verletzung einmal mehr seine historische Bedeutung. Mit seinen beiden Vorlagen erreichte er die Marke von 110 Karriere-Playoff-Assists, was für ihn Platz 21 der NHL-Allzeitliste bedeutet. Zugleich war dies bereits sein 51. Multi-Punkte-Playoff-Spiel.

Besonders bemerkenswert: McDavid bereitete bereits zum 29. Mal in seiner Karriere ein Playoff-Tor von Draisaitl vor. Gemeinsam funktionieren die beiden Superstars weiterhin auf einem beinahe unvergleichlichen Niveau. Sobald sie zusammen auflaufen, verändert sich das gesamte Offensivspiel der Oilers.

Führungspersönlichkeiten in größter Not

Während Draisaitl und McDavid offensiv dominierten, war auch ihre mentale Wirkung auf das Team entscheidend. Nach einer enttäuschenden Niederlage in Spiel 4 sendeten die Führungsspieler laut Teamkollegen die klare Botschaft: Die Serie ist noch lange nicht vorbei.

McDavid formulierte die Situation nüchtern, aber entschlossen: „Es wird eine große Leistung brauchen, eine wirklich, wirklich große Leistung. Wir sind immer noch in einer sehr schwierigen Lage. Aber wir müssen einen Weg finden, in einer schwer zu spielenden Arena zu gewinnen.“

Ducks 3, Oilers 2

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Noch deutlicher wurde der Kapitän nach dem Sieg: „Du musst dankbar sein, überhaupt den nächsten Tag zu erleben. Alles, was wir getan haben, ist einen weiteren Tag zu überleben.“

Diese Haltung spiegelt exakt wider, wie Edmonton die Lage intern bewertet: Der Sieg war notwendig, aber noch lange kein Grund zur Entspannung.

Auch Verteidiger Evan Bouchard, der am Dienstag mit drei Assists glänzte, hob die besondere Mentalität der Mannschaft hervor: „Wenn unser Rücken zur Wand steht, spielen wir gutes Eishockey. Das haben wir heute wieder gezeigt.“

Anaheim bleibt gefährlich - doch Edmonton glaubt wieder

Trotz des klaren Resultats bleibt die Herausforderung enorm. Die Ducks führen weiterhin 3:2 in der Serie und kehren nun mit Heimvorteil ins Honda Center zurück. Historisch gesehen ist Anaheim in heimischen Serien-Entscheidungsspielen extrem stark. In Kalifornien kommen sie in solchen Spielen auf eine Ausbeute von 11-4.

Doch die Oilers reisen mit neuem Selbstvertrauen an. Die Erinnerung an vergangene Eliminierungssiege auf fremdem Eis gibt Hoffnung, ebenso wie die wiedererstarkte Verbindung zwischen Draisaitl und McDavid.

Draisaitl lobte zudem die verbesserte Defensivarbeit gegen das schnelle Ducks-Team:

„Sie sind schnell, sie sind talentiert, sehr diszipliniert. Es ist definitiv eine Herausforderung. Aber ich denke, wir haben heute einfach einen besseren Job gemacht.“

Diese Mischung aus Respekt und Selbstvertrauen könnte entscheidend werden.

Superstar-Duo als Schlüssel zur Wende

Spiel 5 hat eindrucksvoll gezeigt: Wenn Draisaitl und McDavid gemeinsam dominieren, sind die Oilers selbst unter maximalem Druck nur schwer zu stoppen. Draisaitls Abschlussstärke, McDavids Spielintelligenz und die enorme individuelle Klasse beider Spieler könnten die gesamte Serie noch einmal kippen lassen. Edmonton hat das drohende frühe Saisonende zunächst vertagt, mehr zunächst einmal noch nicht. Doch nach diesem Statement-Sieg ist klar: Die Oilers sind noch nicht bereit, ihre Stanley-Cup-Träume aufzugeben.

Nun wartet Spiel 6 in Anaheim. Wieder ein Endspiel. Wieder maximaler Druck. Wieder wird alles davon abhängen, ob Draisaitl und McDavid ihre Mannschaft noch einmal tragen können. Denn solange diese beiden Superstars gemeinsam auf dem Eis stehen, bleibt für Edmonton alles möglich.

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