Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den New York Rangers und den Montreal Canadiens

Wer einen Leistungsabfall der Montreal Canadiens auf der Zielgeraden der regulären Saison erwartet hat, sieht sich getäuscht. Die Mannschaft präsentiert sich in bestechender Verfassung und eilt von Sieg zu Sieg. Am Donnerstag setzte sie sich bei den New York Rangers nach einem kurzen Schreckmoment mit 3:2 durch und brachte den siebten Erfolg hintereinander unter Dach und Fach. Überragender Akteur bei Montreal war einmal mehr Cole Caufield. Der Stürmer schnürte einen Doppelpack und ist mit nunmehr 49 Treffern dem Führenden in der Torschützenliste, Nathan MacKinnon von den Colorado Avalanche (50), dicht auf den Fersen.

„Er befindet sich momentan in absoluter Topform, macht alles richtig und wird dafür belohnt“, sagte Canadiens-Kapitän Nick Suzuki über Caufield. Nicht nur der Teamleader und Reihenkollege ist von den Darbietungen des 25-Jährigen begeistert, sondern auch dessen zweiter Mitspieler in der ersten Angriffsformation, Juraj Slafkovsky. „Wenn man so einen Torjäger hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er einen Puck findet und reinmacht. Ich hoffe, dass er die 50-Tore-Marke so schnell wie möglich knackt und noch viel mehr erreicht“, äußerte sich der First-Overall-Pick beim NHL-Draft 2022 zu Caufields beeindruckenden Lauf. In den zurückliegenden 27 Partien schoss der Linksaußen sage und schreibe 28 Tore.

In der Partie gegen die Rangers legte Caufield zwei Minuten nach der Führung von Alex Newhook im zweiten Drittel mit einer fulminanten Direktabnahme aus dem rechten Bullykreis nach und stellte den Zwischenstand auf 2:0. Doch im letzten Drittel wehrten sich die New Yorker gegen die drohende Heimniederlage und schafften durch Tore von Adam Fox und Will Cuylle den Ausgleich.

Die Canadiens verstanden das als Weckruf. Gerade einmal 47 Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer lagen sie wieder vorne. Caufield nahm den Puck in vollem Lauf in der neutralen Zone an der linken Bande auf, zog entschlossen vors Tor der Rangers und markierte den Siegtreffer.

MTL@NYR: Caufield mit der Führung

Für den Torschützen war es der zwölfte Game-Winner in der laufenden Spielzeit. Das ist die zweitbeste Ausbeute in der langen und ruhmreichen Geschichte der Canadiens. In dieser Kategorie hat er nur noch Guy Lafleur vor sich. Der brachte es 1978/79 auf 13 matchentscheidende Treffer.

Caufield traf bei seinem Galaauftritt im Madison Square Garden zum zwölften Mal in dieser Saison öfter als einmal ins Schwarze. Der letzte Spieler der Canadiens, der dies vollbracht hatte, war Stéphane Richer 1989/90. Er beendete die Hauptrunde seinerzeit mit 51 Toren. Caufield hat daher die große Chance, der erste Akteur der Canadiens nach Richer mit 50 oder mehr Treffern in einer Spielzeit zu werden.

Insgeheim träumt Caufield sogar von der Art Ross Trophy, die an den besten Torschützen der regulären Saison verliehen wird. Aber an erster Stelle steht für ihn der Mannschaftserfolg. „Ich sage dasselbe wie unser Trainer: Wir konzentrieren uns darauf, dass die Teamleistung stimmt und wir unsere Spiele gewinnen. Individuelle Interessen haben zurückzustehen“, betonte er.

Durch die jüngsten sieben Triumphe am Stück haben sich die Canadiens eine gute Ausgangsposition im Rennen um einen Platz in den Stanley Cup Playoffs verschafft. Es ist ihre längste Siegesserie seit 2016, als sie zwischen 18. Oktober und 2. November in acht Begegnungen nacheinander die Oberhand behielten.

Mit einer Matchbilanz von 44-21-10 und 98 Punkten aus 75 Spielen belegen die Canadiens den dritten Platz in der Atlantic Division. Vor ihnen rangieren der Spitzenreiter Tampa Bay Lightning und die zweitplatzierten Buffalo Sabres mit jeweils 100 Zählern. Ihr Vorsprung auf die Detroit Red Wings, die sich als erstes Team in der Eastern Conference außerhalb der Playoff-Zone befinden, beträgt zehn Punkte.

Nach Einschätzung von Caufield besteht trotz der günstigen Lage kein Grund zur Selbstgefälligkeit. „Natürlich hilft es, wenn man gewinnt. Aber es wäre verrückt, nicht zu wissen, was in der Liga sonst so los ist. Es stehen noch einige Spiele an. Wir müssen hungrig bleiben“, erklärte er.

Auf Montreal warten jetzt zwei aufeinanderfolgende Duelle mit den New Jersey Devils. Am Samstag im Prudential Center in Newark und am Sonntag im heimischen Bell Centre.

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