Inzwischen hat sich die Enttäuschung bei Kahun gelegt. Dazu beigetragen haben seine starken Vorstellungen in Bern, mit denen er kräftig die Werbetrommel in eigener Sache rührte. Nach 29 Auftritten stehen für ihn 29 Punkte (zehn Tore, 19 Assists) zu Buche. Damit liegt er in der teaminternen Scorerwertung auf Platz eins. "Wichtig ist, dass ich spiele und viel Eiszeit habe. Ich fühle mich wohl hier. Es läuft sportlich, die Liga ist gut. Was mir imponiert, ist die Geschwindigkeit im Spiel", sagte Kahun im Hinblick auf seinen Verein und die Qualität der obersten Schweizer Spielklasse.
Mit seinen Gedanken ist der Angreifer auch schon beim olympischen Eishockey-Turnier im Februar. "Ich habe immer gesagt, es ist ein Traum für Deutschland bei Olympia zu spielen. Ich freue mich sehr darauf", meinte Kahun.
Die Generalprobe der DEB-Auswahl beim Deutschland Cup im November musste er verletzungsbedingt absagen. "Ich wäre gerne dabei gewesen. Die Jungs haben sensationell gut gespielt und der Turniersieg ist toll", zeigte er sich begeistert und ergänzte: "Ich habe auch mit meinen Schweizer Teamkollegen gesprochen, von denen ja einige beim Deutschland Cup gespielt haben. Gerade unser Wille und die Leidenschaft im Spiel sind einmalig. Die Jungs schmeißen sich in alle Schüsse, vor allem in Unterzahl. Das fällt unseren Gegnern auf."
Mit guten Leistungen in Peking und im weiteren Saisonverlauf beim SCB hat Kahun die Möglichkeit, sich bei den Scouts aus Nordamerika in Erinnerung zu bringen. Denn die Hoffnung auf eine Fortsetzung seiner NHL-Laufbahn hat der Deutsche längst noch nicht aufgegeben. Deshalb ließ er auch eine Ausstiegsklausel in den Kontrakt mit Bern aufnehmen. Diese kann er jeweils nach Abschluss einer Spielzeit ziehen. "Es ist natürlich mein Ziel, wieder in der NHL zu spielen. Wir werden sehen, was kommt. Ich habe gezeigt, dass ich es sportlich kann", sagte Kahun.
Eine entsprechende Ausstiegsklausel hat auch Malgin mit den ZSC Lions vereinbart. Dort setzte er vor Beginn der Saison sein Autogramm unter einen Vierjahresvertrag. In der NHL bestritt er 192 Partien für die Florida Panthers und die Toronto Maple Leafs, in denen er es auf 60 Punkte (28 Tore, 32 Vorlagen) brachte. In der zurückliegenden Spielzeit hatten ihn die Maple Leafs an den Lausanne HC ausgeliehen. Im Sommer entschied sich Malgin vorerst dagegen, nach Nordamerika zurückzukehren. Doch als sein letztes Wort in dieser Angelegenheit wollte er dies nicht verstanden wissen.