kahun malgin

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In dieser Ausgabe: Kahun und Malgin spielen eine starke Saison in der National League

Dominik Kahun vom SC Bern und Denis Malgin von den ZSC Lions haben eine Menge Gemeinsamkeiten. Beide spielen eine glänzende Saison in der Schweizer National League, beide gehören zu den festen Größen in der deutschen beziehungsweise Schweizer Nationalmannschaft, beide freuen sie sich auf ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 in Peking und beide hoffen auf ein Comeback in der NHL, wo ihre Karriere ins Stocken geraten war und sie sich deshalb zu einem Wechsel in die Schweiz entschieden.
"Die Entscheidung, nicht weiter in der NHL zu spielen, war schon hart für mich. Denn es gab ja doch immer mal wieder Optionen, aber es hat dann nicht so gepasst", bekannte Kahun vor Kurzem im DEL-Podcast "Eiskalt auf den Punkt - powered by SPORT1". Zuletzt lief er in der NHL bei den Edmonton Oilers auf. Davor trug er das Trikot der Chicago Blackhawks, der Pittsburgh Penguins und der Buffalo Sabres. Der Angreifer bestritt für die vier Klubs insgesamt 186 Einsätze in der regulären Saison und erzielte 83 Scorerpunkte (34 Tore, 49 Assists). In den Stanley Cup Playoffs kamen zwei Spiele für die Oilers hinzu, bei denen er leer ausging. Im Sommer unterschrieb er einen Dreijahresvertrag beim SCB.

EDM@VAN: Kahun mit seinem zweiten Tor des Tages

Inzwischen hat sich die Enttäuschung bei Kahun gelegt. Dazu beigetragen haben seine starken Vorstellungen in Bern, mit denen er kräftig die Werbetrommel in eigener Sache rührte. Nach 29 Auftritten stehen für ihn 29 Punkte (zehn Tore, 19 Assists) zu Buche. Damit liegt er in der teaminternen Scorerwertung auf Platz eins. "Wichtig ist, dass ich spiele und viel Eiszeit habe. Ich fühle mich wohl hier. Es läuft sportlich, die Liga ist gut. Was mir imponiert, ist die Geschwindigkeit im Spiel", sagte Kahun im Hinblick auf seinen Verein und die Qualität der obersten Schweizer Spielklasse.
Mit seinen Gedanken ist der Angreifer auch schon beim olympischen Eishockey-Turnier im Februar. "Ich habe immer gesagt, es ist ein Traum für Deutschland bei Olympia zu spielen. Ich freue mich sehr darauf", meinte Kahun.
Die Generalprobe der DEB-Auswahl beim Deutschland Cup im November musste er verletzungsbedingt absagen. "Ich wäre gerne dabei gewesen. Die Jungs haben sensationell gut gespielt und der Turniersieg ist toll", zeigte er sich begeistert und ergänzte: "Ich habe auch mit meinen Schweizer Teamkollegen gesprochen, von denen ja einige beim Deutschland Cup gespielt haben. Gerade unser Wille und die Leidenschaft im Spiel sind einmalig. Die Jungs schmeißen sich in alle Schüsse, vor allem in Unterzahl. Das fällt unseren Gegnern auf."
Mit guten Leistungen in Peking und im weiteren Saisonverlauf beim SCB hat Kahun die Möglichkeit, sich bei den Scouts aus Nordamerika in Erinnerung zu bringen. Denn die Hoffnung auf eine Fortsetzung seiner NHL-Laufbahn hat der Deutsche längst noch nicht aufgegeben. Deshalb ließ er auch eine Ausstiegsklausel in den Kontrakt mit Bern aufnehmen. Diese kann er jeweils nach Abschluss einer Spielzeit ziehen. "Es ist natürlich mein Ziel, wieder in der NHL zu spielen. Wir werden sehen, was kommt. Ich habe gezeigt, dass ich es sportlich kann", sagte Kahun.
Eine entsprechende Ausstiegsklausel hat auch Malgin mit den ZSC Lions vereinbart. Dort setzte er vor Beginn der Saison sein Autogramm unter einen Vierjahresvertrag. In der NHL bestritt er 192 Partien für die Florida Panthers und die Toronto Maple Leafs, in denen er es auf 60 Punkte (28 Tore, 32 Vorlagen) brachte. In der zurückliegenden Spielzeit hatten ihn die Maple Leafs an den Lausanne HC ausgeliehen. Im Sommer entschied sich Malgin vorerst dagegen, nach Nordamerika zurückzukehren. Doch als sein letztes Wort in dieser Angelegenheit wollte er dies nicht verstanden wissen.

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"Ich hatte zwar eine Offerte von Toronto vorliegen, aber dort hätte ich nicht oft spielen können. Ich bin erst 24, ich brauche viel Spielpraxis. Der Wechsel zum ZSC ist der beste Schritt für meine Karriere, um zu zeigen, was ich kann. Ich kann meine Mitspieler besser machen und will mehr Drive aufs Tor bringen", begründete er in einem Interview mit der Zürcher Zeitung seinen Entschluss, zunächst in seiner Schweizer Heimat weiterzumachen. Dort läuft es für den Angreifer prächtig. In der laufenden Hauptrunde verbuchte er 29 Zähler (elf Tore, 18 Assists) in 30 Spielen für die ZSC Lions. Damit ist er derzeit punktbester Akteur der Mannschaft.
Sollten Kahun und Malgin ihren Lauf in der National League fortsetzen und bei Olympia ebenfalls überzeugen, dürfte eine Rückkehr in die NHL spätestens im Sommer wieder auf die Tagesordnung kommen.