Endlich mal wieder an der frischen Luft: Die Washington Capitals treten bereits zum vierten Mal bei einem NHL Outdoor Game an und treffen im Rahmen der Navy Federal Credit Union Stadium Series 2023 am Samstag (8 p.m. ET; NHL.tv; So. 2 Uhr MEZ) im Carter-Finley Stadium in Raleigh auf die Carolina Hurricanes. Bereits am Freitag konnten sich die US-Hauptstätter an die Bedingungen gewöhnen und sicherten sich die Dienste eines vierbeinigen Glücksbringers. Immerhin gilt es den Ausfall von Kapitän Alex Ovechkin zu kompensieren.
Oshie: "Wir wollen für Ovi gewinnen!"
Washington Capitals wollen auch ohne ihren Kapitän Alex Ovechkin in Outdoor-Spielen perfekt bleiben

© Patrick Smith/Getty Images
Ovechkins Ausfall wiegt schwer
Für Washington ist es bereits das vierte NHL-Outdoor-Game: Die Capitals waren bereits 2011 (Winter Classic in Pittsburgh), 2015 (Winter Classic in Washington) und 2018 (Stadium Series in Annapolis). Diese Freiluftspiele scheinen den Capitals zu liegen, konnten sie bislang alle drei Partien gewinnen (3:1 gegen die Pittsburgh Penguins in 2011; 3:2 gegen die Chicago Blackhawks in 2015; 5:2 gegen die Toronto Maple Leafs in 2018). Washington (3-0-0) ist damit das zweiterfolgreichste Team bei NHL-Spielen unter freiem Himmel - nur die New York Rangers (4-0-0) gewannen häufiger. Allerdings gehen die Capitals nun erstmals ohne ihren Superstar Ovechkin in ein Outdoor Game, der nach dem Tod seines Vaters freigestellt wurde.
"Das wiegt schwer", sagt Landsmann Evgeny Kuznetsov. "Es ist kaum vorzustellen, was er gerade durchmachen muss. Wir werden ihn so gut es geht unterstützen. Wenn er zurückkommt werden wir alles dafür tun, dass er es hier gut hat und sich zumindest für ein paar Stunden auf Hockey konzentrieren kann."
"Das ist nicht leicht, insbesondere, wenn es am anderen Ende der Welt passiert", fühlt auch Stürmer T.J. Oshie mit seinem Kapitän mit. "Wir denken jeden Tag an ihn und bleiben in einem Gruppenchat in Kontakt. Wir sind im Herzen bei ihm und vermissen ihn."
Doch nicht nur der Mensch, sondern auch der Spieler wird fehlen. Ovechkin ist mit 32 Treffern und 54 Punken der Top-Torjäger und Top-Scorer in Washington. Das nun entstandene Offensiv-Vakuum wollen die Capitals im Verbund auffüllen, zumal es für sie im Kampf um den Einzug in die Stanley Cup Playoffs um jeden Punkt geht.
"Das sind große Fußstapfen", betont Trainer Peter Laviolette. "Jeder muss ein bisschen mehr machen. Es ist keine Frage, dass wir ihn gerne hier hätten, er ist ein wichtiger Teil des Erfolgs. Wir müssen aber weitermachen und jetzt für Alex gewinnen. Er bekommt die Zeit mit seiner Familie, wir haben jetzt die Verantwortung ein Spiel zu spielen und es zu gewinnen."
"Es liegt an jedem Einzelnen sich zu zeigen und diese Rolle auszufüllen", sagt auch der erfahrene Center Nicklas Backstrom. "Das ist schwer, weil er einer der besten Spieler aller Zeiten ist. Jeder muss ein bisschen mehr machen und besser spielen."
"Unsere Offensive geht über ihn. Wenn du so einen Spieler verlierst, müssen andere einspringen. Wir müssen einen Weg finden, auch ohne ihn so viele Schüsse zu kreieren", so Stürmer Dylan Strome.
Glücksbringer Ripken und gute Bedingungen
Am Freitagabend ging Washington zum Training erstmals auf die Freiluft-Fläche in Raleigh, um sich an die äußeren Bedingungen zu gewöhnen. Ripken, ein Flughund, schickte die Capitals-Spieler dabei mit einem "Fist-Bump" aufs Eis. Normalerweise ist Ripken Glückbringer des ortsansässigen Baseball- und Football-Teams, könnte nun aber Washington zum vierten Sieg im vierten Outdoor-Spiel verhelfen.
"Es war gut, dass wir heute auf dem Eis waren und uns daran gewöhnen konnten", sagte Washingtons Torwart Darcy Kuemper. "Ich war überrascht, wie ähnlich es zu einem Training in der Halle war, denn ich konnte die Pucks gut sehen und verfolgen."
"Der Blick in die Tiefe ist ein wenig anders, wenn die Zuschauerränge nicht direkt hinter der Bande sind. Insgesamt ist es aber ein großartiger Aufbau: Das Eis war ziemlich gut und auch die Lichter waren kein Problem", resümierte Oshie.
"Es ist ein bisschen kälter als in der Arena, aber es hat viel Spaß gemacht", befand Strome. "Wir sind fokussiert, konnten uns an das Eis gewöhnen und freuen uns auf morgen."
"Ich habe schon andere Freiluftspiele im Fernsehen gesehen. Das ist jetzt mein erstes Outdoor-Spiel und schon das Training hat mich umgehauen", schäumte Angreifer Nic Dowd vor Vorfreude. "Es ist überragend. Allen voran brauchen wir aber auch die zwei Punkte. Es ist ein wichtiges Spiel für uns."
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Washington unter Druck
Zumal Washington nach zuvor drei Niederlagen in Folge und sechs aus den letzten neun Spielen (3-6-0) zunehmend unter Druck gerät. Der letzte Wildcard-Platz in der Eastern Conference ist in akuter Gefahr, denn die Verfolger Florida Panthers (28-24-6), New York Islanders (27-23-7) sowie die formstarken Detroit Red Wings (26-20-8, 7-3-0 aus den letzten zehn Spielen, fünf Siege in Serie), Buffalo Sabres (27-22-4, 6-3-1 aus den letzten zehn Spielen) und Ottawa Senators (26-24-3, 7-3-0 aus den letzten zehn Spielen) rücken näher heran und lauern auf weitere Patzer der Capitals.
"Es wird ein wichtiges Spiel für uns werden, unabhängig davon, dass es unter freiem Himmel und vor einer großen Kulisse stattfinden wird", so Kuemper. "Wir wissen, was wir tun müssen, um erfolgreich zu sein: Wir müssen alle an einem Strang ziehen und uns gegenseitig unterstützen, dann wird es uns gelingen, die Wende zu schaffen."
"Uns ist klar, dass es ein wichtiges Spiel ist. Die Trauben hängen hoch, insbesondere in diesem Stadion vor dieser großen Kulisse, aber wir brauchen einen Sieg und werden bereit sein", unterstreicht Strome.
Zudem haben die Capitals noch eine offene Rechnung mit den Hurricanes: Am vergangenen Dienstag verlor Washington sein Heimspiel gegen Carolina mit 2:3 und liegt somit auch in der Saison-Serie mit 0:2 zurück (0-1-1).
"In unserer Kabine wirst du niemanden finden, der nicht motiviert ist", betont Oshie. "Wir wollen für Ovi gewinnen!"

















