Bis zum Start der NHL-Saison 2021/22 dauert es noch eine Weile. Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentiert NHL.com/de eine Serie mit Bestenlisten in verschiedenen Kategorien im Hinblick auf die kommende Spielzeit.
In dieser Ausgabe: Die Top 10 der General Manager
Top 10 der General Manager für 2021/22
Im Ranking von NHL.com/de stehen die aktuellen Macher der Lightning, Islanders und Hurricanes ganz weit vorne

Sie stehen nur selten im Mittelpunkt einer größeren Öffentlichkeit, sind jedoch für den sportlichen Erfolg einer Mannschaft vielleicht die wichtigsten Protagonisten. Die General Manager in der NHL brauchen über längere Zeiträume hinweg das richtige Gespür für die Bedürfnisse ihres Kaders, müssen ihr Team mit viel Augenmaß und auch einer gehörigen Portion Glück im Bunde zusammenstellen um am Ende im Idealfall einen Champion zu formen. Sind es am Ende auch die Spieler, die über die Vergabe des Stanley Cups entscheiden, die General Manager sind es, die den Erfolg eines Klubs mit ihrer Arbeit im Vorfeld erst ermöglichen.
1. Julien BriseBois, Tampa Bay Lightning
Gewinnt eine Mannschaft zwei Mal in Serie den Stanley Cup, so wie zuletzt die Tampa Bay Lightning, dann kann der General Manager in der jüngsten Vergangenheit nur sehr wenig falsch gemacht haben. Dementsprechend ist klar, wer unser Ranking der aktuell besten Macher der Liga anführt. Seit September 2018 trägt Julien BriseBois die Verantwortung bei den Lightning. In seine dreijährige Regentschaft in Florida fallen zwei Meistertitel (2020, 2021), der Gewinn der Presidents' Trophy 2019 und drei Teilnahmen an den Stanley Cup Playoffs mit Tampa Bay. Viel mehr geht in dieser Zeitspanne nicht. Beeindruckend auch, dass er erst 44 Jahre alt ist. Ihm stehen somit noch viele weitere Jahre zur Verfügung, in denen er der NHL seinen Stempel als erfolgreicher GM aufdrücken kann.
Lightning tragen nach Sieg in Spiel 5 den Stanley Cup
2. Lou Lamoriello, New York Islanders
Deutlich erfahrener als unsere Nummer eins ist Lou Lamoriello, der aktuell bei den New York Islanders aktiv ist. Zuvor hatte der 78-jährige bereits die New Jersey Devils und Toronto Maple Leafs gemanagt. Am 22. Mai 2018 wurde Lamoriello von den Islanders als President of Hockey Operations eingestellt. Am 5. Juni 2018 entließ er den damaligen Trainer Doug Weight und General Manager Garth Snow, ernannte sich selbst zum neuen GM der Organisation. Am 21. Juni verpflichtete Lamoriello Barry Trotz als zukünftigen Coach, der gerade den Stanley Cup gewonnen hatte und daraufhin bei den Washington Capitals zurückgetreten war. Seit Lamoriello und Trotz gemeinsam am Kader der New Yorker basteln, haben sich die Islanders zu einer unbequem zu spielenden Mannschaft entwickelt, die in den Playoffs stets für Furore sorgte. Zuletzt ging es bis in das Stanley Cup Halbfinale gegen den späteren Meister, die Lightning.

© Icon Sportswire/Getty Images
3. Don Waddell, Carolina Hurricanes
Don Waddell wurde am 8. Mai 2018 zum neunten General Manager in der Geschichte der Franchise aus Hartford/Carolina ernannt. Waddell verfügt über 40 Jahre Erfahrung im professionellen Eishockey als Spieler, Trainer, General Manager, Scout und Geschäftsführer. In seiner ersten Saison als GM der Carolina Hurricanes 2018/19 half Waddell dem Team zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder die Stanley Cup Playoffs zu erreichen. Der Kader erreichte damals direkt das Finale in der Eastern Conference und Waddell wurde daraufhin zu einem der drei Finalisten für den General Manager of the Year Award 2018/19 ernannt. Als Mannschaft, die mit weniger prominenten Spielern im Kader, häufig als ein sportlicher Außenseiter gilt, hat Carolina in jeder von Waddells Spielzeiten in der Verantwortung die K.o.-Phase im Frühjahr erreicht.
4. Doug Armstrong, St. Louis Blues
Im Mai 2008 gaben die St. Louis Blues bekannt, dass sie Doug Armstrong zum neuen Direktor für das Spielerpersonal ernannt haben, nachdem sie ihn mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet hatten. Im Jahre 2010, nach Ablauf der zwei Jahre, wurde er nach dem Rücktritt von Larry Pleau zum neuen General Manager der Blues befördert. Im Jahr 2013 wurde Armstrong zum NHL General Manager of the Year ernannt und wurde 2019 in dieser Kategorie Zweiter. Unvergessen: In der Saison 2018/19 kletterten Armstrongs Blues in der Tabelle vom letzten Rang zum Jahreswechsel noch auf den dritten Platz in der Central Division, bevor sie schließlich im großen Finale die Boston Bruins in sieben Spielen besiegten und den ersten Stanley Cup in der Geschichte der Franchise gewannen. In Armstrongs elf Spielzeiten als GM von St. Louis haben die Blues drei Division-Titel gewonnen (2011/12, 2014/15, 2019/20) und neun Mal die Playoffs erreicht. Zudem schafften sie es vier Mal das Divisionsfinale und zwei Mal das Conference Finale zu spielen. Zu verdanken haben sie dies auch der starken Leistung von Armstrong.
5. Don Sweeney, Boston Bruins
Am 20. Mai 2015 ernannten die Bruins Don Sweeney zum General Manager des Teams. Dieser führte die Bruins in der Saison 2018/19 zurück in die angestrebte Erfolgsspur. Im Stanley Cup Finale 2019 gegen die St. Louis Blues betraten die Bostoner erstmals seit dem Jahre 2011, als sie den Titel gegen die Vancouver Canucks gewinnen konnten, wieder die ganz große Eishockeybühne. Trotz der Niederlage gegen die Blues wurde Sweeney bei der NHL-Preisverleihung in Las Vegas am 19. Juni 2019 mit dem NHL General Manager of the Year Award ausgezeichnet. Kam das Aus in den Playoffs zuletzt auch deutlich früher, sind die Bruins unter Sweeney doch zu einem dauerhaften Titelanwärter in der Liga gereift.
6. Kelly McCrimmon, Vegas Golden Knights
Nach sechsundzwanzig Spielzeiten bei den Brandon Wheat Kings aus der WHL wurde Kelly McCrimmon im August 2016 zum ersten Assistant General Manager des damals noch im Aufbau befindlichen NHL-Expansion-Teams, den Vegas Golden Knights, ernannt. In McCrimmons erstem Jahr als Assistant General Manager schafften die Vegas Golden Knights 2018 als erst zweites Expansionsteam nach den St. Louis Blues auf Anhieb den Einzug in das Stanley Cup Finale, wo sie allerdings den Washington Capitals mit 1:4-Siegen deutlich unterlagen. Am 2. Mai 2019 wurde McCrimmon zum General Manager der Organisation aus Nevada befördert, als der damalige General Manager George McPhee die Rolle des Präsidenten übernahm. Auch mit dem vorherigen Assistenten in der Verantwortung blieb den Golden Knights der Erfolg treu. Das Franchise ist seit seinem Ligaeintritt ein regelmäßiger Gast in den Playoffs und gilt stets als einer der Titelkandidaten. Einen großen Teil der Verdienste dafür, darf sich auch der 60-jährige McCrimmon gutschreiben lassen.
VGK@COL, Sp1: Avs' tolles 2. Drittel mit 4 Toren
7. Joe Sakic, Colorado Avalanche
2011, zwei Jahre nach seinem Rücktritt vom aktiven Sport, kehrte Joe Sakic zu den Colorado Avalanche zurück, um zukünftig in deren Front Office zu arbeiten. Am 10. Mai 2013 beförderten die Avalanche Sakic zum Executive Vice President of Hockey Operations. In dieser Rolle hatte Sakic das letzte Wort in allen wichtigen Personalfragen rund um die Mannschaft. Während Patrick Roys Zeit als Coach des Teams teilten sich die beiden die meisten Aufgaben, die normalerweise ein General Manager in der NHL innehat. General Manager Greg Sherman blieb zwar noch offiziell in seinem Amt, hatte aber hauptsächlich nur eine beratende Funktion für Roy und Sakic. Diese Aufgabenverteilung wurde im Folgejahr auch offiziell geändert, als Sakic zum neuen General Manager ernannt und Sherman zu seinem Assistenten wurde. Seither läuft es in Denver sportlich wieder deutlich besser, hat sich Colorado in den vergangenen Jahren erneut zu einem ernsthaften Anwärter auf den Stanley Cup gemausert.
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8. Brian MacLellan, Washington Capitals
Am 26. Mai 2014 wurde Brian MacLellan zum Senior Vice President und General Manager der Washington Capitals ernannt. MacLellan war zu diesem Zeitpunkt längst eine feste Größe in Washington. Zunächst arbeitete er dort als Profi-Scout, dann als Direktor für Spielerpersonal und in den sieben Spielzeiten vor seiner Ernennung zum GM war er Assistent des General Managers unter seinem Vorgänger George McPhee. Die Washington Capitals gewannen 2018 unter MacLellan nicht nur zum ersten Mal in der Franchisegeschichte den Stanley Cup, sie gewannen mit ihm zudem zwei Mal die Presidents' Trophy (2015/16 und 2016/16), sowie fünf Divisionstitel und nahmen sieben Mal an der K.o.-Runde teil. In den vergangenen Jahren scheiterten sie jedoch immer wieder überraschend früh in den Playoffs, was eine höhere Einstufung in diesem Ranking verhinderte.
9. Jim Nill, Dallas Stars
Im April 2013 wurde Jim Nill als General Manager der Dallas Stars vorgestellt. Der heute 63-Jährige spielte in den 1980er Jahren bei den St. Louis Blues, den Vancouver Canucks, den Boston Bruins, den Winnipeg Jets und den Detroit Red Wings, bevor er 1990 vom aktiven Eishockey zurücktrat. Er arbeitete als Scout für die Ottawa Senators, bevor er 1994 in leitender Funktion zu den Red Wings zurückkehrte. Dort blieb er, bis er 2013 als General Manager nach Dallas wechselte. Unter seiner Leitung kämpften die Stars lange Zeit um ihre Rückkehr an die Ligaspitze. Diese gelang ihnen erst im Vorjahr, als das Team aus Texas völlig überraschend in das Stanley Cup Finale gegen die Lightning einzog, dort jedoch mit 2:4-Siegen unterlag.
10. Jim Benning, Vancouver Canucks
Im Sommer 2006 wurde Jim Benning zum stellvertretenden General Manager der Boston Bruins. Nach der Meisterschaft der Bruins im Jahr 2011 wurde sein Name zum ersten Mal auf dem Stanley Cup erwähnt. Die Vancouver Canucks stellten den heute 58-jährigen Funktionär in einer Pressekonferenz am 23. Mai 2014 offiziell als ihren General Manager vor. Nach seiner Anstellung bei den Canucks entschied er sich für eine groß angelegte Umstrukturierung des Teams. Dieser Erneuerungsprozess dauert bis heute an, zeigte jedoch zuletzt deutliche Früchte. Insbesondere im Herbst 2020, als die junge Mannschaft in den Playoffs für Aufsehen sorgte, zeigte sich, dass der Neuaufbau unter Bennings Leitung neue Hoffnungen auf eine sportlich bessere Zeit in Westkanada zulässt. Die Canucks gewannen ihre erste Postseason-Serie seit neun Jahren, indem sie die Minnesota Wild ausschalteten, bevor sie auch den Titelverteidiger aus St. Louis in sechs Spielen eliminierten. Anschließend wurden sie von den ambitionierten Golden Knights in sieben Spielen ausgeschaltet. Auch wenn es zuletzt mit der Endrundenteilnahme nicht klappte, ging es bei den Canucks in Sachen Neuaufbau dank Bennings Arbeit spürbar voran.

















