ANA@VGK: Getzlaf verwertet das Zuspiel von Rakell

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.

In dieser Ausgabe: Anaheim Ducks
Wenn die Belegschaft der Ducks aus der Sommerpause an den Arbeitsplatz zurückkehrt, werden sich viele vertraute Gesichter wiederbegegnen. Namhafte Neuzugänge von anderen Teams hat es in der Offseason bislang keine gegeben. Es kamen lediglich Ergänzungsspieler hinzu, wie Buddy Robinson (zuletzt Calgary Flames) oder Greg Pateryn (San Jose Sharks). General Manager Bob Murray war vielmehr damit beschäftigt, neue Verträge mit Free Agents aus den eigenen Reihen abzuschließen.
So setzte Kapitän Ryan Getzlaf sein Autogramm unter ein für ein Jahr gültiges Arbeitspapier. Er geht mittlerweile in seine 17. Saison in Anaheim. 2007 gewann er mit den Ducks den Stanley Cup. Topscorer Max Comtois unterschrieb für weitere zwei Jahre, sein Stürmerkollege Max Jones für drei Jahre. Jeweils um ein Jahr verlängerten die Angreifer Isaac Lundestrom und Sam Steel. Verteidiger Josh Mahura wurde mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet.
Einen Entry-Level-Vertrag mit dreijähriger Laufzeit erhielt der hochtalentierte Center Mason McTavish. Ihn hatte der Klub beim NHL Draft 2021 in der ersten Runde an dritter Stelle ausgewählt.
Nicht mehr zum Kader gehören künftig Angreifer Danton Heinen, Torhüter Ryan Miller und Verteidiger Haydn Fleury. Heinen erhielt kein qualifiziertes Angebot für eine Weiterbeschäftigung, Miller beendete seine Karriere und Fleury wurde beim NHL Expansion Draft 2021 von den Seattle Kraken auserkoren.
Die Schlüsselspieler
Die Ducks verfügen über einen Stamm an routinierten Spielern. Sie sollen mithelfen, die zahlreichen jungen Akteure auf ein höheres Level zu bringen. Im Tor ist John Gibson die unangefochtene Nummer 1. Er absolvierte in der zurückliegenden Saison insgesamt 35 Spiele (alle von Beginn an) und brachte es auf eine gute Fangquote von 90,3 Prozent und drei Shutouts. Mit Kevin Shattenkirk und Cam Fowler verfügt Anaheim über zwei mit allen Wassern gewaschene Blueliner, die nicht nur hinten ihren Mann stehen, sondern auch das Spiel nach vorne ankurbeln. Fowler war mit 23 Punkten aus 56 Partien der drittbeste Scorer der Mannschaft in der abgelaufenen Spielzeit.
Obwohl sie in Sachen Scorerpunkte hinter den Erwartungen zurückblieben, sind Center Getzlaf (17 Punkte) und die beiden Flügelstürmer Rickard Rakell (28) und Jakob Silfverberg (16) tragende Säulen beim Neuaufbau des Teams. Gespannt sein darf man auf die weitere Entwicklung von Linksaußen Comtois. Mit 33 Zählern avancierte er in seiner dritten NHL-Saison zum erfolgreichsten Punktesammler der Ducks.

ANA@COL: Getzlaf fälscht in der Verlängerung ab

Vielversprechende Talente
Große Hoffnungen ruhen auf dem diesjährigen Erstrunden-Draftpick McTavish. Der 18-Jährige lief in der vergangenen Saison für den EHC Olten in der Swiss League auf, der zweiten Liga der Schweiz. Er bestritt 13 Partien und erzielte sieben Punkte. Bei der U18-Weltmeisterschaft 2021 gelangen ihm in sieben Einsätzen für die Auswahl von Kanada elf Punkte. Dem jungen Angreifer wird zugetraut, auf Anhieb den Sprung ins NHL-Team zu schaffen.
Mit Center Trevor Zegras (2019, Nr. 9) und Verteidiger Jamie Drysdale (2020, Nr. 6) konnten zwei andere Draftpicks von Anaheim ihr Potential in der vorigen Spielzeit bereits auf NHL-Niveau unter Beweis stellen. Beide wurden jeweils in 24 Spielen eingesetzt. 2021/22 dürften es deutlich mehr werden.

zegras drysdale

Zu den jungen Spielern aus der Organisation der Ducks, die Aussichten auf den ein oder anderen Einsatz in der NHL haben, gehören die zwei Angreifer Jacob Perreault, Benoit-Olivier Groulx und Alex Limoges, Verteidiger Simon Benoit und Torhüter Lukas Dostal. Sie alle waren jüngst ausschließlich oder größtenteils fürs AHL-Farmteam San Diego Gulls aktiv.
Stärken
Was den kämpferischen Einsatz angeht, mussten sich die Ducks in der zurückliegenden Saison keine Vorwürfe machen. Am Bullypunkt gewannen sie 51,0 Prozent aller Puckwürfe, womit sie in dieser Kategorie ligaweit auf Platz 11 landeten. Das Penalty Killing konnte sich mit einer Erfolgsquote von 79,9 Prozent (Rang 16) ebenfalls sehen lassen. Mit 179 Gegentoren bewegte sich die Mannschaft im hinteren Mittelfeld (23. Position).
Vor der Zukunft braucht Anaheim nicht bange zu sein. Das Team verfügt über etliche Top-Talente. Das ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. Wenn nicht kurzfristig, so zumindest mittelfristig.
Entwicklungspotenzial
Wenn die Ducks wieder erfolgreiche Zeiten erleben wollen, müssen sie sich in der Offensive erheblich steigern. Mit 126 Toren (2,21 pro Spiel) belegten sie 2020/21 im NHL-Gesamtklassement den letzten Platz. Ein Powerplay, das diesen Namen verdient, fand praktisch nicht statt. Lediglich 8,9 Prozent der Überzahlsituationen oder anders ausgedrückt elf von 123 Gelegenheiten münzte Anaheim in einen Treffer um. Darüber hinaus verhinderte eine eklatante Heimschwäche (Matchbilanz 6-18-4) ein besseres Abschneiden in der Tabelle als den vorletzten Platz vor den Buffalo Sabres.
Um die Abteilung Attacke schlagkräftiger zu machen, stünde den Ducks ein erfahrener Spielmacher gut zu Gesicht. Zegras bringt zwar alles mit, um diese Rolle einmal auszufüllen. Er benötigt dafür aber noch Zeit.

ARI@ANA: Zegras mit feinem Move zum ersten NHL-Tor

Playoff-Chancen
Wenn alle Rädchen ineinandergreifen und die Mannschaft vom Verletzungspech verschont bleibt, könnten die Kalifornier durchaus in den Kampf um ein Ticket für die Stanley Cup Playoffs eingreifen. Bis auf die Vegas Golden Knights und mit Abstrichen vielleicht die Edmonton Oilers gibt es in der Pacific Division diesmal keine klaren Anwärter auf die vorderen Plätze. Diese Konstellation birgt eine Menge Überraschungspotenzial.