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Die Höhepunkte der regulären Saison 2017/18

An diese Momente der zu Ende gegangenen Spielzeit werden wir uns noch für lange Zeit erinnern

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die reguläre NHL-Saison 2017/18 ist Geschichte. Monate, in denen die Liga, ihre Teams und die Protagonisten auf dem Eis neue Maßstäbe gesetzt haben, bevor die Stanley Cup Playoffs 2018 beginnen. Jedem Fan bleiben Szenen aus der abgelaufenen Spielzeit in Erinnerung. Jeder hat seine persönlichen Highlights aus der an packenden Spielen, kuriosen Ereignissen und an Erfolgserlebnissen reichen Saison.

 

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10. Ovechkins Traum-Saisonstart

Zum siebten Mal in seiner NHL-Karriere wird Alex Ovechkin als bester Torjäger der Liga die Maurice 'Rocket' Richard Trophy in Empfang nehmen dürfen. Den Grundstein für seine 49-Tore-Saison legte der 32-jährige Russe mit jeweils einem Hattrick in den ersten zwei Saisonpartien.

Beim 5:4-Auswärtserfolg nach Penaltyschießen, im Spiel gegen die Ottawa Senators am 5. Oktober, lagen die Washington Capitals knapp 16 Minuten vor Spielende bereits mit 1:3 im Hintertreffen, ehe es Ovechkin zu Bund wurde und er mit drei Treffern sowie einem verwandelten Versuch im Shootout seinem Team die zwei Punkte sicherte. Zwei Tage darauf schickten die Capitals ihre Gäste aus Montreal mit einer 6:1-Schlappe nach Hause, wobei Ovechkin vier Treffer gelangen. Seinen zweiten Saison-Hattrick im zweiten Saison-Auftritt komplettierte er bereits in den ersten 18 Spielminuten.

Die bis dato letzten Spieler, denen zwei Hattricks zum Saisonstart gelangen, waren vor 100 Jahren, in der Spielzeit 1917/18, Cy Denneny, Joe Malone und Reg Noble gewesen.

9. Sedins' letztes Heimspiel

Ein Abschied ist immer schmerzhaft, doch die Fans, in der bis auf den letzten Platz voll besetzten Rogers Arena, machten ihn für Daniel und Henrik Sedin unvergesslich.

Am 5. April, drei Tage nachdem die schwedischen Zwillinge ihr Karriereende bekanntgegeben hatten, betraten sie zum letzten Mal das Eis jener Arena, die 17 Jahre lang ihre liebgewonnene Heimat geworden war.

Video: Sedins im Blickpunkt beim Heimabschied

"Man kann sich kein schöneres Ende in diesem Gebäude vorstellen. Das war so emotional", zog Daniel ein positives Fazit. Die Sedins gewannen die Partie gegen die Arizona Coyotes mit 4:3 nach Verlängerung.

Schöner könnte es in keinem Drehbuch stehen: Das Siegtor nach 2:33 Minuten in der Overtime markierte Daniel auf Vorarbeit seines Bruders Henrik. Die Brüder waren in ihrer NHL-Karriere gemeinsam an 745 Toren der Canucks beteiligt!

8. Bart ab

Ein ungewöhnliches Souvenir nahmen die San Jose Sharks nach ihrem Gastauftritt im Air Canada Centre von Toronto am 4. Januar mit nach Hause. Es war ein Stück von Joe Thorntons Rauschebart.

Der 38-jährige Stürmer der Sharks hatte sich zu einem Faustkampf mit Toronto Maple Leafs Nazem Kadri eingelassen und der packte Thornton nicht am Schlafittchen, sondern erwischte einen Teil dessen Gesichtsschmucks.

"Er ist groß und ich kam nicht über seine Schulterhöhe. Ich bin ein Eishockeyspieler und kein Barbier", entschuldigte sich Kadri. Thornton nahm die Geschichte ganz gelassen: "Ich hätte ohnehin zum Friseur gemusst und somit habe ich Geld gespart. Es hat auch überhaupt nicht wehgetan. Als ich auf dem Eis lag, sah ich in seine Hand und dachte 'das sind doch meine Haare. Okay, das ist ja hochinteressant'."

7. McDavids 5-Punkte-Spiel

Connor McDavid bereitete nicht nur den Oilers-Fans sondern jedem Liebhaber der schnellsten Mannschaftssportart viel Freude. Der Teamkapitän der Edmonton Oilers schloss die Spielzeit 2017/18 als punktbester Spieler der Liga mit 108 Scorerpunkten (41 Tore, 67 Assists) ab und wird zum zweiten Mal in Folge die Art Ross Trophy überreicht bekommen. 

Gala-Auftritte hatte McDavid derer viele in der Saison, doch am 5. Februar gelang dem 21-jährigen Stürmerstar sein Meisterstück. Beim Besuch der Tampa Bay Lightning im Rogers Place schnürte McDavid ein Fünfer-Pack mit vier Toren sowie einem Assist und erlegte den Tabellenführer, der sich mit 6:2 geschlagen geben musste, fast im Alleingang. 

Respekt zollte ihm mit Tyler Johnson auch der Gegner: "Er ist der beste oder der beste Spieler der Welt zusammen mit Crosby. Er hat überragend gespielt und gezeigt wie wertvoll er ist. Er ist ein richtig guter Spieler."

6. Freiluft-Abenteuer

Am 16. Dezember bestritten die Montreal Canadiens und Ottawa Senators zum Abschluss der 100-Jahr Feier der NHL im Landsdowne Park von Ottawa die erste NHL-Freiluftpartie dieser Saison vor knapp 34.000 Besuchern. Die gastgebenden Senators entschieden das Scotiabank NHL 100 Classic gegen den großen Traditions-Nachbarn mit 3:0 für sich. Schon Tage zuvor hatten sich Tausende von Fans rund um das Areal eingefunden, um das Jubiläum gebührend zu begehen, einen Blick auf den Stanley Cup zu werfen, das Alumni Game der Ehemaligen zu besuchen oder sich selbst bei diversen Geschicklichkeitsspielen am Puck zu versuchen.

Das Bridgestone Winter Classic 2018 trugen am Neujahrstag die New York Rangers und Buffalo Sabres auf dem Citi Field von New York aus. Für die Entscheidung zu Gunsten der Rangers sorgte J.T. Miller in der dritten Spielminute der Verlängerung zum 3:2-Endstand.

Die dritte Begegnung unter freiem Himmel fand am 3. März im Navy-Marine Corps Memorial Stadium von Annapolis zwischen den Toronto Maple Leafs und Washington Capitals statt. Die Capitals stellten eindrucksvoll ihre Stärke unter Beweis und bezwangen die Truppe von Headcoach Mike Babcock mit 5:2.

5. Playoff-Showdown

Das Rennen um die letzten Playoff-Plätze gestaltete sich in dieser Saison so spannend wie selten zuvor. In der Metropolitan Division trennten zwei Spieltage vor Schluss die zweitplatzierten Pittsburgh Penguins und den zweiten Wildcard-Inhaber, die Philadelphia Flyers, nur zwei Punkte. Dazwischen lagen mit den New Jersey Devils und den Columbus Blue Jackets noch weitere zwei Divisions-Rivalen. Die Florida Panthers auf Lauerstellung wiesen, bei einem noch zusätzlich zu absolvierenden Spiel, einen Rückstand von vier Punkten aus, und obwohl sie ihre Siegesserie auf fünf Spiele ausbauten, fehlte ihnen am Ende ein Zähler, um sich für die Playoffs zu qualifizieren.

In der Western Conference kam es am vergangenen Samstag sogar zu einem echten Endspiel um die Playoff-Teilnahme zwischen den Colorado Avalanche und den St. Louis Blues. Den Blues hätte im Pepsi Center von Denver ein Punkt genügt, um sich die zweite Wildcard zu schnappen. Sie verloren aber am Ende, nach zwei Empty Nettern der Avalanche, noch deutlich mit 2:5 und der Tabellenletzte der vergangenen Saison zog mit 28 Heimsiegen - so viele wie seit der Saison 2000/01 nicht mehr - und mit 95 Punkten in die Stanley Cup Playoffs ein.

4. Unmöglich ist möglich

Nein, damit konnte er nicht rechnen! Scott Foster war sich zwar immer seiner Aufgabe als Emergency-Torwart bewusst, saß des Öfteren auf der Pressetribüne des United Centers und schaute den Partien der Chicago Blackhawks zu, doch die Wahrscheinlichkeit, dass jener Notfall, für den er zur Verfügung stehen sollte, jemals eintreten würde, war eigentlich nicht existent.

Vor der Heimpartie der Blackhawks gegen die Winnipeg Jets am 29. März verletzte sich Chicagos Schlussmann Anton Forsberg beim Aufwärmen. Seiner statt übernahm Backup Collin Delia den Posten im Tor und hielt 45:59 Minuten durch, ehe er, beim Stande von 6:2, von Krämpfen geplagt, gezwungen war die Partie vorzeitig zu beenden.

Der 36-jährige Foster, von Hauptberuf Bilanzbuchhalter, wurde in die Umkleidekabine gebeten, um sich fertig zu machen und kam unverhofft zu seinem ersten NHL-Einsatz. In den verbleibenden 14 Minuten wehrte er sieben Schüsse der Jets ab. "Ich war zunächst geschockt, als ich mich anziehen musste und dann dachte ich, dass ich irgendwie ohnmächtig werde. Das ist ein Traum. Das kann mir niemand wegnehmen. Es ist etwas, das ich nach Hause nehmen und meinen Kindern berichten kann, und sie können es ihren Freunden und so weiter erzählen. Einfach eine Menge Spaß und viele gute Erinnerungen", beschrieb Foster wie es ihm erging.

3. NHL in Europa

Sechs Jahre Pause hatten am 10. und 11. November 2017 ihr Ende. Die NHL machte mit regulären Saisonpartien wieder Station in Europa. Im Ericsson Globe von Stockholm trugen die Colorado Avalanche und Ottawa Senators zwei Partien im Rahmen der SAP NHL Global Series 2017 aus. In beiden Aufeinandertreffen behielten die Senators die Oberhand.

In der erste Partie benötigten die Kandier noch die Verlängerung, um mit 3:2 das Eis als Sieger zu verlassen, doch in der zweiten Begegnung machten Johnny Oduya und Mike Hoffmann den Sack im dritten Drittel zum 4:3-Endstand zu, nachdem die Avalanche in den Durchgängen zuvor dreimal in Führung gegangen waren. Ausverkauftes Haus, super Stimmung und Spiele auf höchstem Niveau - Eishockeyherz was willst du mehr!

2. Halls Punkteserie

Auf den Spuren eines Patrick Kane, oder wer es noch drastischer möchte, auf jenen eines Mario Lemieux wandelte New Jersey Devils Ausnahmestürmer Taylor Hall zwischen dem 2. Januar und dem 6. März. In 26 Auftritten in Folge, und in 19 Partien der Devils hintereinander, sammelte der 26-jährige Linksaußen Punkt für Punkt, in der Summe waren es deren 38 (18 Tore, 20 Assists), und stellte damit eine Franchise-Bestmarke auf. 

Nur noch zwei Partien fehlten Hall, um mit Lemieuxs persönlichen Rekord aus der Spielzeit 1995/96, von 28 aufeinanderfolgenden Spielen, in denen er punkten konnte, gleichzuziehen. 

Vor Hall gab es in der mittlerweile über 100-jährigen NHL-Geschichte nur acht Spieler, denen ein solcher Lauf gelang. Bravo!

Video: NYR@NJD: Hall schießt das zweite Tor per Penalty

1. Vegas Golden Knights

Eishockey in Las Vegas, das soll doch nur eine weitere Attraktion für die Millionen-Besucher des Las Vegas Strip sein. Von wegen! 

Die Vegas Golden Knights stahlen mit ihren begeisternden und erfolgreichen Auftritten der reichhaltigen Konkurrenz aus der Unterhaltungsindustrie die Show. Für ein Expansion Team stellten die Golden Knights Rekord für Rekord auf und schlossen als Tabellenerster der Pacific Division ihre erste NHL-Saison ab.

Seit der Saison 1967/68 als sich die Liga dazu entschied eine Division nur mit neugegründeten Teams zusammenzustellen, hat dieses Kunststück keine Mannschaft vollbracht.

Von Saisonbeginn an stellten die Schützlinge von Headcoach Gerard Gallant fast täglich neue Bestmarken für ein Franchise in seinem ersten Jahr auf. Das Team eroberte mit seinem engagierten Eishockey umgehend die Herzen in der 600.000-Einwohner Metropole und löste eine Eishockey-Euphorie inmitten der Wüste Nevadas aus.

Diese Mannschaft ist in der Region angekommen, wird angenommen und ist ein Vorbild für alle zukünftigen noch nicht existenten NHL-Standorte. Die Messlatte haben die Golden Knights enorm hochgelegt!

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