Anthony Mantha #39 of the Pittsburgh Penguins reacts during the game against the New York Islanders at UBS Arena on March 30, 2026 in Elmont, New York. (Photo by Steven Ryan/NHLI via Getty Images)

Am 1. Juli öffnet in der NHL traditionell der Free-Agent-Markt – doch selten war die Ausgangslage so ungewöhnlich wie in diesem Sommer. Nachdem zahlreiche Stars ihre Verträge bereits Monate vor Ablauf verlängert oder im Zuge von Sign-and-Trade-Geschäften neue Arbeitgeber gefunden haben, präsentiert sich der Markt deutlich dünner als in den vergangenen Jahren. Dennoch verspricht die Free Agency auch 2026 jede Menge Spannung. Denn während auf dem UFA-Markt erfahrene Veteranen um ihre letzten großen Verträge kämpfen, richten sich viele Blicke gleichzeitig auf die Restricted Free Agents, mögliche Offer Sheets und weitere spektakuläre Trades.

Einige Stars haben schon Fakten geschaffen

Der größte Unterschied zu den vergangenen Jahren liegt in der Qualität der verfügbaren Spieler. Mit Mitchell Marner, Sam Bennett oder Aaron Ekblad erreichten 2025 zahlreiche Stars den Sommer, ehe sie kurz vor Öffnung des Marktes doch noch neue Verträge unterschrieben. Dieses Szenario wiederholt sich nun sogar noch deutlicher.

Spieler wie Connor McDavid, Kirill Kaprizov oder Jack Eichel verlängerten ihre Verträge bereits frühzeitig. Hinzu kommen Sign-and-Trade-Geschäfte, durch die auch Alex Tuch oder Darren Raddysh gar nicht erst in die Free Agency gelangten. Das Ergebnis: Das verbleibende Angebot an Stars ist ungewöhnlich dünn.

Sollte Verteidiger John Carlson, dessen Verhandlungsrechte inzwischen bei den Carolina Hurricanes liegen, ebenfalls noch vor dem 1. Juli ein neues Arbeitspapier unterschreiben, würde Anthony Mantha vermutlich zum prominentesten verfügbaren Feldspieler aufsteigen. Das verdeutlicht, wie überschaubar das Angebot in diesem Jahr tatsächlich ist.

Für die General Manager bedeutet das allerdings keineswegs einen ruhigen Sommer. Durch den deutlich steigenden Salary Cap verfügen zahlreiche Teams über reichlich finanziellen Spielraum und könnten gezwungen sein, für Spieler der zweiten Reihe deutlich höhere Summen auszugeben als in früheren Jahren.

Mantha als möglicher Gewinner des Sommers

Genau davon dürfte Anthony Mantha profitieren. Der 31-Jährige spielte bei den Pittsburgh Penguins die statistisch beste Saison seiner Karriere und erzielte 33 Tore. Entsprechend gilt er als einer der begehrtesten verfügbaren Angreifer.

Obwohl seine Verletzungshistorie und schwankenden Leistungen in der Vergangenheit durchaus Fragen aufwerfen, dürfte Mantha einen langfristigen Vertrag mit einem Jahresgehalt zwischen fünf und sieben Millionen US-Dollar anstreben. Mehrere Teams gelten als interessiert.

Als besonders heißer Kandidat werden die Seattle Kraken gehandelt. Die Kraken verfügen über erheblichen Cap Space und suchen dringend zusätzliche Offensivqualität. Andere Experten sehen hingegen die Montreal Canadiens als ideale Lösung. Die Canadiens könnten einen körperlich starken Flügelspieler gut gebrauchen, während Mantha als gebürtiger Québecer zudem hervorragend ins Profil der Franchise passen würde.

Unabhängig vom endgültigen Ziel dürfte Mantha zu den größten Gewinnern dieses Free-Agent-Sommers gehören.

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Bleibt Bobrovsky in Florida?

Eine weitere spannende Personalie betrifft Torhüter Sergei Bobrovsky. Der inzwischen 37-jährige Champions-Goalie zählt trotz seines fortgeschrittenen Alters weiterhin zu den besten verfügbaren Torstehern.

Allerdings erschweren die finanziellen Rahmenbedingungen eine Einigung mit den Florida Panthers. Bobrovsky soll sich einen langfristigen Vertrag mit einem Gesamtvolumen von über 40 Millionen US-Dollar vorstellen. Florida verfügt nach mehreren hochkarätigen Verpflichtungen jedoch nur noch über begrenzten finanziellen Spielraum.

Daher erscheint ein Kompromiss wahrscheinlich. Viele Beobachter rechnen damit, dass beide Seiten sich auf einen kürzeren Vertrag über zwei bis vier Jahre einigen könnten. Zwar wurden auch die San Jose Sharks als möglicher Interessent genannt, doch ein Verbleib beim langjährigen Arbeitgeber gilt derzeit weiterhin als wahrscheinlichstes Szenario.

Andersson sorgt für Spekulationen

Auch bei Verteidiger Rasmus Andersson bleibt vieles offen. Der Schwede wechselte erst während der vergangenen Saison von den Calgary Flames zu den Vegas Golden Knights, besitzt bislang aber noch keinen neuen Vertrag.

Vegas kämpft weiterhin mit einer angespannten Gehaltssituation. Deshalb mehren sich Spekulationen, wonach Andersson tatsächlich den freien Markt testen könnte. Als möglicher Interessent werden unter anderem die Boston Bruins gehandelt, die ihre Defensive verstärken möchte.

Andere gehen wiederum davon aus, dass Vegas durch verschiedene Kadermaßnahmen ausreichend finanziellen Spielraum geschaffen hat und Andersson letztlich doch langfristig halten wird. Seine Personalie dürfte deshalb bis zuletzt zu den spannendsten Geschichten der Free Agency gehören.

Rasmus Andersson #4 of the Vegas Golden Knights moves the puck during the second period in Game Three of the First Round of the 2026 Stanley Cup Playoffs Utah Mammoth at Delta Center on April 24, 2026 in Salt Lake City, Utah. (Photo by Eli Rehmer/NHLI via Getty Images)

Die eigentliche Musik spielt bei den Restricted Free Agents

Mindestens genauso spannend wie der Unrestricted-Free-Agent-Markt entwickeln sich die Vertragsverhandlungen mit zahlreichen Restricted Free Agents.

Allen voran steht Connor Bedard. Der Franchise-Spieler der Chicago Blackhawks geht nach einer Saison mit einem Punkt pro Spiel in seine erste große Vertragsverhandlung. Chicago möchte den 20-Jährigen möglichst langfristig binden. Gleichzeitig könnte Bedard versuchen, einen kürzeren Vertrag zu wählen, um bereits Mitte seiner Zwanziger erneut über einen noch lukrativeren Deal zu verhandeln.

Jason Robertson sorgt ebenfalls für Schlagzeilen. Der Flügelstürmer der Dallas Stars soll ein langfristiges Angebot über zwölf Millionen US-Dollar pro Saison bereits abgelehnt haben. Verschiedene Trade-Gerüchte halten sich hartnäckig, nachdem Robertson selbst bereits mehrere mögliche Wechselziele ausgeschlossen haben soll. Dallas würde den Angreifer zwar am liebsten halten, besitzt jedoch nicht mehr die alleinige Kontrolle über die Verhandlungen.

Weitere hochkarätige RFAs wie Leo Carlsson, Cutter Gauthier, Adam Fantilli, Trevor Zegras, Simon Edvinsson oder Simon Nemec stehen ebenfalls vor richtungsweisenden Vertragsentscheidungen, die die Zukunft ihrer jeweiligen Organisationen maßgeblich beeinflussen werden.

Kommt es endlich wieder zu einem Offer Sheet?

Mit den zahlreichen prominenten Restricted Free Agents rückt auch ein lange Zeit nicht mehr genutztes Instrument wieder stärker in den Fokus: das Offer Sheet.

Da viele Teams über erheblich mehr Cap Space verfügen als noch vor wenigen Jahren und gleichzeitig der UFA-Markt wenig attraktive Alternativen bietet, könnte sich erstmals seit längerer Zeit wieder eine aggressive Strategie lohnen.

Vor allem Robertson oder Fantilli gelten als potenzielle Kandidaten. Zwar kosten erfolgreiche Offer Sheets hohe Draft-Kompensationen, doch angesichts zuletzt spektakulärer Trade-Pakete erscheint dieser Preis für manche General Manager inzwischen deutlich akzeptabler als früher.

Weitere Trades könnten den Markt dominieren

Nicht ausgeschlossen ist außerdem, dass der eigentliche Free-Agent-Markt erneut von weiteren spektakulären Trades geprägt sein wird.

Bereits vor Beginn der Free Agency wechselten zahlreiche namhafte Spieler wie Brady Tkachuk, Jordan Kyrou, Bowen Byram, Simon Nemec oder Pavel Dorofeyev ihre Teams. Weitere prominente Namen stehen auf den Gerüchtelisten.

Unter anderem gelten Dylan Larkin, Zach Werenski, Kirill Marchenko, Connor Hellebuyck, Morgan Rielly oder Darnell Nurse als mögliche Kandidaten für einen Teamwechsel. Gerade weil viele Mannschaften über reichlich finanziellen Spielraum verfügen, könnten kreative Trade-Konstruktionen attraktiver sein als kostspielige Verpflichtungen auf dem freien Markt.

WSH@UTA: Ovechkin trifft dreifach gegen die Mammoth

Die Zukunft von Ovechkin bleibt offen

Eine besondere Geschichte schreibt schließlich Alex Ovechkin. Der inzwischen 40-Jährige ist ebenfalls Free Agent, doch realistisch kommt ausschließlich eine Rückkehr zu den Washington Capitals in Frage.

Unklar ist jedoch, ob Ovechkin überhaupt noch eine weitere NHL-Saison spielen möchte. Washington hat den Kader in den vergangenen Wochen mit Jordan Kyrou und Alex Tuch aufgewertet und signalisiert damit klar, noch einmal um den Stanley Cup kämpfen zu wollen.

Genau diese verbesserten Perspektiven könnten den erfolgreichsten Torschützen der NHL-Geschichte dazu bewegen, seine Karriere ein weiteres Jahr fortzusetzen.

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