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Am 25. Mai 1989 herrschte Ausnahmezustand in Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta. Nicht die großen Edmonton Oilers, die ca. 300 km weiter nördlich in der selben politischen Region ansässigen Titelverteidiger, sondern der "Lokalrivale" Calgary Flames gewann durch einen 4:2-Erfolg im Montreal Forum gegen die Montreal Canadiens mit dem gleichen Ergebnis in der Serie zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte den Stanley Cup.

Viele Fans fühlen sich derzeit an diese glorreiche Zeit erinnert, wenn sie dem Team der Flames zusehen. Bis heute konnte der Cup kein zweites Mal in den Süden Albertas geholt werden, obwohl sie im Jahr 2004 mit dem Einzug in das Stanley Cup Finale und die Niederlage nach sieben Spielen trotz einer 3:2-Führung in der Serie gegen die Tampa Bay Lightning nahe dran waren. Das sechste Spiel entführten die Lightning damals in der zweiten Verlängerung aus dem Saddledome und es fehlte den Flames nur ein mickriges Tor zum Triumph nach einer langen und harten Saison.
Die Hoffnung auf einen weiteren glorreichen Auftritt in den Stanley Cup Playoffs 2019 wird genährt durch die Tatsache, dass Calgary ähnlich erfolgreich spielt, wie zuletzt vor 30 Jahren.

CGY@NJD: Giordano läuft rein und trifft per Rückhand

Am Mittwoch feierten sie mit dem 2:1-Sieg im Prudential Center gegen die New Jersey Devils ihren siebten doppelten Punktgewinn in Folge und bauten ihre Führung in der Pacific Division sowie der Western Conference gegenüber den zweitplatzierten San Jose Sharks auf sieben Punkte aus. Sollten sie ihren Vorsprung über die Ziellinie retten, dann wäre es zum ersten Mal seit 1990, dass die Flames wieder ihre Division gewinnen und als bestes Team des Westens in die Playoffs starten könnten.
Nach 64 Partien haben sie eine Bilanz von 41 Siegen, 16 Niederlagen in der regulären Spielzeit und sieben in der Verlängerung zu 89 Punkten vorzuweisen. Damit sind sie nur leicht schlechter als in der Spielzeit mit dem triumphalen Ereignis am Ende. 43 Siege, 13 Niederlagen und acht Unentschieden zu 94 Punkten hatten sie damals nach der gleichen Spielanzahl zu Buche stehen.
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"Ich denke, dass wir unser bestes Spiel ohne Puck absolviert haben", betonte Flames-Trainer Bill Peters am Mittwoch nach dem Sieg. "Wir können etwas besser mit dem Puck spielen und etwas mehr Zug zum Tor haben, aber wir spielen gerade gut. Wir haben eine Gruppe mit viel Charakter. Sie wissen, wie sie spielen und Führungen verwalten sowie die Arbeit im dritten Drittel erledigen müssen."
Mark Giordano traf für die Flames im zweiten Drittel zum 2:0-Siegtor und wurde durch sein erzieltes 14. Saisontor, verbunden mit 46 Assists, erst zum vierten Verteidiger in der NHL-Geschichte, der im Alter von über 34 Jahren (zum Beginn im Oktober gemessen) in einer Saison 60 Punkte erreichte. Er schloss sich berühmten Namen wie Nicklas Lidstrom (2005/06, 2006/07, 2007/08 und 2010/11) und Al MacInnis (1998/99 und 2002/03), die allerdings dieses Kunststück mehrfach schafften, sowie Sergei Zubov (2005/06) an. Zuletzt kam bei den Flames Dion Phaneuf in der Saison 2007/08 als Verteidiger auf 60 Punkte (17 Tore, 43 Assists), jedoch nach 82 Spielen.

CGY@NYI: Tkachuk durch die eigenen Beine zum PPG

Durch den Erfolg von Giordano haben die Flames in dieser Saison jetzt fünf verschiedene Spieler mit mindestens 60 Punkten. Calgary konnte diese Ausgeglichenheit zuletzt Ende Februar der Saison 1990/91 vorweisen. Die heutigen Helden Johnny Gaudreau (30/52/82), Elias Lindholm (26/46/72), Sean Monahan (29/40/69) und Matthew Tkachuk (25/36/61) können sich ebenso wie Giordano als legitime Nachfolger von großen Spielerlegenden wie MacInnis, Theo Fleury, Joe Nieuwendyk, Doug Gilmour und Sergei Makarov fühlen.
Das letzte Mal, dass eine NHL-Mannschaft fünf Spieler mit 60 Punkten am Ende des Februars auf dem Konto hatte, liegt auch schon 23 Jahre zurück. Die Pittsburgh Penguins kamen in der Saison 1995/96 durch Mario Lemieux, Jaromir Jagr, Ron Francis, Tomas Sandstorm und Petr Nedved zu dieser Ehre.

CGY@NJD: Giordano läuft rein und trifft per Rückhand

"Ich denke viele unserer Jungs in unserem Team haben starke offensive Zahlen vorzuweisen, weil wir sehr viele Tore schießen", bemerkte Giordano. "Die Art, wie wir spielen, ist wirklich sehr aggressiv, aber für mich passt das. Ich versuche auf dem Eis meine Arbeit in der Defensive zu verrichten und von dort geht alles andere aus."
Trotzdem wird nicht alles positiv gesehen und es gab selbst kritische Töne. Lindholm, der Torschütze im Powerplay zum 1:0 in der 22. Minute, merkte an: "Wir gewinnen, das ist gut, aber insgesamt denke ich, dass wir besser spielen können. Es wird enger und enger in den kommenden Wochen, von daher müssen wir von jetzt an wieder besser spielen."
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Die nächste Gelegenheit dazu, und ihre Serie weiter auszubauen, haben sie, wenn am Samstag (10 p.m. ET; CBC, SN, SN360, SN1, CITY, FS-N, NHL.TV) die Minnesota Wild in Calgary zu Gast sind.