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Ein Eishockeyteam ist keine Maschine

Neuzugänge brauchen ihre Eingewöhnungszeit, das mussten auch die Jets, Predators und Blue Jackets feststellen

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Aller Anfang ist schwer, auch für gestandene Eishockeyprofis, die schon über jahrelange Erfahrung verfügen. Bis zum Ende der Wechselfrist am vergangenen Montag hat manch ein Titelaspirant auf dem Transfermarkt kräftig zugelangt, um seine Erfolgsaussichten in den anstehenden Stanley Cup Playoffs noch einmal zu erhöhen.

Besonders aktiv waren die Nashville Predators und Winnipeg Jets in der Western Conference sowie die Columbus Blue Jackets in der Eastern Conference. Alle drei Teams hatten bereits einen Tag nach der Trade Deadline mindestens einen Neuzugang am Start. 

Mit Erfolg?

Noch keine allzu großen Akzente konnte Wayne Simmonds in seinem ersten Spiel für die Predators setzen. Am Dienstag hatten sie bei den St. Louis Blues anzutreten. Mit 0:2 ging die Partie beim Divisions-Rivalen verloren. Den Predators fehlten zwar nur knapp 7 1/2 Minuten zu einem Punktgewinn, doch angesichts eines Torschussverhältnisses von 44:19 zu Gunsten der Hausherren, ging deren Sieg vollauf in Ordnung. Bis auf vier Punkte haben sich die Blues an die in der Central Division erstplatzierten Predators herangeschlichen. Simmonds agierte meist in der zweiten Sturmformation mit Calle Jarnkrok und Center Kyle Turris. Bei 19 Shifts bekam der Neuzugang aus Philadelphia 15:46 Minuten Eiszeit, in denen er sich zweimal an einem Torabschluss versuchte.

Simmonds zeigte sich nicht unzufrieden mit seinem Auftakt-Match, sah aber auch noch Verbesserungsbedarf: "Ich will nicht allzu viel darüber [über den Wechsel] nachdenken. Ich will nur rausgehen und spielen. Natürlich kann ich besser spielen, doch ich will ja auch nicht gleich nasse Füße bekommen, wenn ich reinkomme. Das war wohl meine Feuertaufe, denn das war eine ziemlich intensive Partie."

Besonders aktiv waren am 25. Februar die Jets. Der ärgste Konkurrent der Predators um die Divisions-Führung holte sieben neue Spieler in die Organisation, wobei nicht alle einen Stammplatz im NHL-Kader bekommen werden. Verteidiger Nathan Beaulieu, er war von den Buffalo Sabres gekommen, und Stürmer Kevin Hayes von den New York Rangers standen bereits in der Heimpartie der Jets gegen die Minnesota Wild im Aufgebot. Hayes agierte als Center der zweiten Reihe mit Mathieu Perreault und Nikolaj Ehlers, Beaulieu bildete zeitweise mit Jacob Trouba das erste Verteidigerpaar. Und was sprang dabei heraus? Die Jets mussten sich, trotz zweimaliger Führung, mit 2:3 geschlagen geben, da sie in den letzten 87 Sekunden der Partie noch zwei Treffer kassierten. Bei keinem der drei Gegentore standen Haynes (15:54 Minuten) oder Beaulieu (15:48 Minuten), die zu jeweils 18 Shifts kamen, auf dem Eis.

"Wir kennen Kevin, und so in der Art haben wir uns auch sein Spiel vorgestellt. Gut am Bullypunkt. Ich bin auch der Meinung, dass diese Reihe einige klasse Aktionen hatte. Mir gefiel ebenfalls das Spiel von Nathan. Stark und einfach. Das stach heute Abend heraus", zog Winnipegs Trainer Paul Maurice ein positives Resümee über die Leistung der Beiden.

 

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Bereits in den Tagen vor der Trade Deadline waren die Columbus Blue Jackets kräftig auf Einkaufstour gegangen. Am 22. Februar holten sie Matt Duchene von den Ottawa Senators, tags darauf stieß dessen Sturmkollege Ryan Dzingel dazu, und auch Verteidiger Adam McQuaid musste seine Koffer in New York packen, um sich auf die Reise nach Ohio zu begeben. Die drei Akteure wurden auch im Heimspiel gegen die Pittsburgh Penguins eingesetzt. Duchene (15:46 Minuten), der bereits seine dritte Partie für die Blue Jackets bestritt, bildete meist zusammen mit Artemi Panarin und Cam Atkinson die erste Reihe und schloss die Begegnung mit einem +/-Wert von -2 ab. McQuaid bekam 9:38 Minuten Eiszeit und brachte es auf -1 und Dzingel (10:54 Minuten), der zweite Debütant, verbuchte immerhin einen Assist beim Treffer von Oliver Bjorkstrand zum 1:3. An der bitteren 2:5-Niederlage, dem damit einhergehenden Verlust des dritten Tabellenplatzes in der Metropolitan Division sowie dem Rutsch aus den Playoff-Rängen konnten sie nicht verhindern.

An diesem Abend wurde wieder einmal deutlich, dass es seine Zeit braucht, bis die neuen Zahnräder mit den alten ineinandergreifen, dass man erst mehrmals gemeinsam auf dem Eis gestanden haben muss, bis man die Laufwege des Mitspielers in und auswendig kennt und sich daraus ein blindes Verständnis entwickelt hat.

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