Die Gründe für das Aus
Toronto wähnte sich im Sommer auf einem guten Weg: Superstar Mitch Marner, der aus welchen Gründen auch immer im Umfeld als einer der Hauptverantwortlichen für das regelmäßig frühe Scheitern den Playoffs ausgemacht worden war, wurde zu den Vegas Golden Knighs ziehen gelassen. Statt einen frischen Neustart aber erlebten die Maple Leafs einen herben Einbruch. Mit Marner fehlte ein unberechenbares Element, ein kongenialer Spielmacher, der seine Mitspieler besser macht sowie auch ein exzellenter und explosiver Schlittschuhläufer, der Lücken im gegnerischen Defensivverbund aufreißen kann. Die 27 Tore, 75 Assists und 102 Scorerpunkte, die Marner in einem persönlichen Karriere-Jahr in der Saison 2024/25 noch für Toronto erzielt hatte, konnte in der aktuellen Spielzeit niemand auffangen.
Aus den „Core Four“ wurden die „Core Three“, doch keiner der verbliebenen drei Schlüsselspieler konnte sein Niveau halten: Auston Matthews (60 Spiele, 27-26-53) und William Nylander (59 Spiele, 26-46-72) hatten mit Verletzungen zu kämpfen, auch John Tavares (76 Spiele, 29-36-65) kam nicht an die Zahlen aus der Vorsaison heran. Immerhin Matthew Knies, auf den die Maple Leafs ihre Hoffnungen gesetzt hatten, spielt ein Karriere-Jahr (73 Spiele, 21-39-60), wenngleich seine Produktivität nicht annähernd an die von Marner heranreicht. Abwehrchef Morgan Rielly (72 Spiele, 10-25-35) ist auf Kurs für seine punktemäßig schlechteste Saison seit fünf Jahren.
Zu wenig Scoring-Unterstützung kam zudem aus den hinteren Reihen: Nur die bereits genannten vier Stürmer sammelten jeweils mehr als 40 Scorerpunkte. Nur diese Vier erzielten bisher mehr als 20 Saisontore. Gerade einmal zehn Spieler trafen zweistellig.
Die größte Baustelle aber ist die Defensive mit 3,47 Gegentoren/Spiel (T-29.). 186 Gegentreffer bei 5-gegen-5 sprechen für eine besonders große Anfälligkeit bei Gleichzahl (31.). In der gesamten NHL ließ kein Team mehr gegnerische Torschüsse zu als Toronto (32,4 pro Partie). Gleichzeitig verbuchten die Maple Leafs die fünftwenigsten Verteidiger-Punkte und sechstwenigsten Verteidiger-Tore. Kein Wunder also, dass Trainer Craig Berube zwölf (!) unterschiedliche Abwehrspieler ausprobierte. Mit Chris Tanev (Leistenverletzung; elf Spiele, 0-2-2) fehlte ein wichtiger Schussblocker und Stabilisator. Zudem fiel mit Joseph Woll der eigentliche Starter lange aus (36 Spiele, 15-14-6, 3,22 Gegentore/Spiel, 90,4 Prozent Fangquote, zwei Shutouts).