NEWARK, NJ - MARCH 04: Auston Matthews #34 of the Toronto Maple Leafs chats with William Nylander #88 during a game between the Toronto Maple Leafs and New Jersey Devils at Prudential Center on March 4, 2026 in Newark, New Jersey. (Photo by Andrew Mordzynski/Icon Sportswire via Getty Images)

Die Toronto Maple Leafs haben seit Donnerstagabend die traurige Gewissheit, dass die Stanley Cup Playoffs 2026 ohne sie stattfinden werden. Eine 1:4-Auswärtsniederlage bei den San Jose Sharks besiegelte die Elimination auch rechnerisch.

Bis zum 13. Januar durfte Toronto noch hoffen. Zu diesem Zeitpunkt standen die Maple Leafs noch auf dem zweiten Wildcard-Platz in der Eastern Conference (23-16-7). Ab dem 14. Januar aber verlor der Traditionsklub sechs Spiele in Folge und damit den Anschluss an die Playoff-Ränge. Nach der Olympia-Pause folgte die nächste Niederlagen-Serie von sechs Spielen. Überhaupt konnten seit den Olympischen Spielen nur fünf (5-10-4) von 19 Spielen gewonnen werden. 

Das Aus war also keine Überraschung mehr, ist trotzdem nicht weniger schmerzhaft: Nach neun Playoff-Teilnahmen in Folge war eine erneute Qualifikation eigentlich das Minimalziel, das krachend verpasst wurde.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den San Jose Sharks und den Toronto Maple Leafs

Die Gründe für das Aus

Toronto wähnte sich im Sommer auf einem guten Weg: Superstar Mitch Marner, der aus welchen Gründen auch immer im Umfeld als einer der Hauptverantwortlichen für das regelmäßig frühe Scheitern den Playoffs ausgemacht worden war, wurde zu den Vegas Golden Knighs ziehen gelassen. Statt einen frischen Neustart aber erlebten die Maple Leafs einen herben Einbruch. Mit Marner fehlte ein unberechenbares Element, ein kongenialer Spielmacher, der seine Mitspieler besser macht sowie auch ein exzellenter und explosiver Schlittschuhläufer, der Lücken im gegnerischen Defensivverbund aufreißen kann. Die 27 Tore, 75 Assists und 102 Scorerpunkte, die Marner in einem persönlichen Karriere-Jahr in der Saison 2024/25 noch für Toronto erzielt hatte, konnte in der aktuellen Spielzeit niemand auffangen.

Aus den „Core Four“ wurden die „Core Three“, doch keiner der verbliebenen drei Schlüsselspieler konnte sein Niveau halten: Auston Matthews (60 Spiele, 27-26-53) und William Nylander (59 Spiele, 26-46-72) hatten mit Verletzungen zu kämpfen, auch John Tavares (76 Spiele, 29-36-65) kam nicht an die Zahlen aus der Vorsaison heran. Immerhin Matthew Knies, auf den die Maple Leafs ihre Hoffnungen gesetzt hatten, spielt ein Karriere-Jahr (73 Spiele, 21-39-60), wenngleich seine Produktivität nicht annähernd an die von Marner heranreicht. Abwehrchef Morgan Rielly (72 Spiele, 10-25-35) ist auf Kurs für seine punktemäßig schlechteste Saison seit fünf Jahren.

Zu wenig Scoring-Unterstützung kam zudem aus den hinteren Reihen: Nur die bereits genannten vier Stürmer sammelten jeweils mehr als 40 Scorerpunkte. Nur diese Vier erzielten bisher mehr als 20 Saisontore. Gerade einmal zehn Spieler trafen zweistellig.

Die größte Baustelle aber ist die Defensive mit 3,47 Gegentoren/Spiel (T-29.). 186 Gegentreffer bei 5-gegen-5 sprechen für eine besonders große Anfälligkeit bei Gleichzahl (31.). In der gesamten NHL ließ kein Team mehr gegnerische Torschüsse zu als Toronto (32,4 pro Partie). Gleichzeitig verbuchten die Maple Leafs die fünftwenigsten Verteidiger-Punkte und sechstwenigsten Verteidiger-Tore. Kein Wunder also, dass Trainer Craig Berube zwölf (!) unterschiedliche Abwehrspieler ausprobierte. Mit Chris Tanev (Leistenverletzung; elf Spiele, 0-2-2) fehlte ein wichtiger Schussblocker und Stabilisator. Zudem fiel mit Joseph Woll der eigentliche Starter lange aus (36 Spiele, 15-14-6, 3,22 Gegentore/Spiel, 90,4 Prozent Fangquote, zwei Shutouts).

NJD@TOR: Woll lässt kein Gegentor gegen die Devils zu und feiert seinen ersten Saison-Shutout

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Knies ist erst 23 Jahre jung und kommt erst noch ins beste Stürmer-Alter. Mit Easton Cowan (20) spielte ein Erstrundenpick aus dem NHL Draft 2023 (28. Stelle) eine solide erste Saison in der NHL (60 Spiele, 9-16-25). Der Spielmacher bringt sowohl eine physische als auch eine kreative Komponente mit und dürfte viel Entwicklungspotenzial besitzen. 

Perspektivisch könnte Defensivverteidiger Ben Danford (20; Brantford Bulldogs, OHL) weiterhelfen. Torontos Erstrunden-Pick aus dem NHL Draft 2024 (31. Stelle) bringt gute körperliche Voraussetzungen mit (1,88 Meter groß, 88 Kilogramm schwer) und schießt rechts.

Weil die Maple Leafs in den letzten Jahren immer als Käufer auftraten, fehlte es sowohl an Qualität als auch an Quantität im Talentepool. Auch im kommenden Draft 2026 hält Toronto weder ein Erstrunden- noch ein Zweitrunden-Draftpick, was das schlechte sportliche Abschneiden umso bitterer macht.

An einen schnellen Neuaufbau über Talente ist bei den Maple Leafs nicht zu denken. Ein Umbau kann nur über Trades oder Free Agents erfolgen. Wer auch immer das Amt des General Managers für den am Montag gefeuerten Brad Treliving übernehmen wird, steht vor nicht weniger als einer Herkulesaufgabe.

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