Colorado Avalanche v Minnesota Wild - Game Three

Die Vegas Golden Knights haben die ersten beiden Spiele im Western Conference Finale 2026 auswärts bei der Colorado Avalanche gewonnen (4:2, 3:1) und kehren mit einer 2:0-Führung in der Best-of-7-Serie nach Las Vegas zurück. Dort stehen die Avalanche nun brutal unter Druck und sind schon fast verpflichtet, in Spiel 3 am Sonntag (8 p.m. ET, Montag, 2 Uhr MESZ), den ersten Sieg der Serie einzufahren.

NHL.com/de blickt mit fünf Slapshots auf diese Partie…

Schicksalsspieler: Wird Makar fit für Spiel 3?

Colorado bestritt die ersten beiden Spiele des Western Conference Finals ohne seinen besten Verteidiger: Cale Makar wird aufgrund einer Oberkörperverletzung von Tag zu Tag neu bewertet. Ohne den 27-jährigen Kanadier fehlt der Avalanche ein pfeilschneller Offensivverteidiger, ein zuverlässiger Aufbau-Spieler und ein Quarterback, der das Powerplay lenkt. 

Schon seine ersten neun Spiele in den Stanley Cup Playoffs 2026 bestritt Makar angeschlagen. In seinen letzten vier Partien sammelte er keinen Scorerpunkt, zudem fuhr er in den gesamten Playoffs noch keinen einzigen Check. Und trotzdem profitierte Colorado ungemein von der Präsenz des zweimaligen Norris Trophy-Gewinners (Verteidiger der Saison, 2022 & 2025), Stanley Cup Champions (2022) und Conn Smythe Trophy-Gewinners (Playoff-MVP, 2022), der vier Tore, darunter ein Siegtreffer, beisteuerte (4-1-5; +5) und im Schnitt 24:59 Minuten Eiszeit pro Partie abspulte.

Wie sehr Makar Colorado fehlt, zeigten die Spiel 1 und 2 gegen Vegas: Das erste Abwehr-Paar mit Devon Toews (0-1-1, -3) und Sam Malinski (0-0-0, -3) zeigte sich anfällig in der Defensive und konnte in der Offensive kaum Impulse geben.

Es scheint, als würde die Personalie Makar über das Schicksal der Avalanche in dieser Serie entscheiden. Die große Frage vor Spiel 3 lautet deshalb: Wird der 1,83 Meter große Rechtsschütze rechtzeitig fit?

MIN@COL, Sp 1: Makar markiert seinen zweiten Treffer im Spiel

Avalanche muss auswärts liefern

Die Statistik spricht in dieser Serie definitiv nicht mehr für Colorado: Wenn Teams eine Best-of-7-Serie zu Hause starten und dort mit 0:2 in Rückstand geraten, dann liegt die Chance aufs Weiterkommen nur noch bei geringen 19,5 Prozent. In der NHL-Historie gelang dieses Kunststück erst 22-mal (22:91).

Ein Blick in die Geschichte zeigt allerdings, dass Colorado es schon einmal geschafft hat. Im Western Conference Halbfinale 1999 verloren sie die beiden ersten Spiele gegen die Detroit Red Wings zu Hause, ehe die Avalanche die Serie mit vier Siegen in Folge gewannen. 

„Wir müssen jetzt auswärts antreten und dort unseren Job erledigen“, betont Stürmer Ross Colton, der einzige Torschütze von Colorado in Spiel 2.

Was für einen Erfolg dieses Unterfangens spricht, ist die bisherige Auswärtsbilanz in den Playoffs 2026: Drei von vier Spielen wurden gewonnen (3-1, 15:10 Tore, 33,3 Prozent Erfolgsquote im Powerplay).

„Das ist die Situation, in der wir uns befinden, und wir müssen einen Weg finden, sie zu unserem Vorteil zu nutzen“, fordert Torwart Scott Wedgewood.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Colorado Avalanche und den Vegas Golden Knights

Bednar fordert mehr Kampfgeist

Was Colorado Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass die Avalanche in beiden Spielen nah dran war.

„Natürlich haben wir nicht damit gerechnet, mit 0:2 zurückzuliegen. Wir müssen einfach die Ärmel hochkrempeln und uns auf das nächste Spiel vorbereiten“, so Angreifer Nicolas Roy. „Ich finde, wir haben ziemlich gut gespielt. Wir glauben an unsere Mannschaft.“

„Es ist ein schmaler Grat für Fehler und den Unterschied, ob du gewinnst oder verlierst“, weiß Colorados Trainer Jared Bednar. „Wir müssen weiter an den kleinen Details feilen und versuchen, sie für uns zu entscheiden.“

Wie in solchen Situationen üblich, will die Avalanche allen voran über den Kampf zurück in dieser Serie finden. 

„Einige der Dinge, über die wir nach Spiel 1 und Spiel 2 erneut gesprochen haben, betreffen den Kampfgeist, den wir an den Tag legen müssen“, sagte Bednar. „Wir spielen zu lasch nach dem Eintritt in die Offensivzone, was zu Puckverlusten führt und ihnen wirklich gute Konterchancen verschafft, die sie nutzen konnten. Es geht um Stärke und Kampfgeist am Puck in der neutralen Zone. Wir müssen entschlossener spielen und bessere Entscheidungen treffen. Das müssen wir korrigieren.“

Eichel verzückt die Golden Knights in beide Richtungen

Vegas profitierte in beiden Spielen von seiner ersten Sturmreihe mit Center Jack Eichel (1-2-3, +3, 20 Prozent Schusseffizienz), Linksaußen Ivan Barbashev (2-1-3, +2, ein Siegtreffer, 40 Prozent Schusseffizienz, neun Checks) und Rechtsaußen Pavel Dorofeyev (1-2-3, 20 Prozent Schusseffizienz). 

Die Offensivkraft dieser Reihe ist alleine deshalb schon beeindruckend, weil sie in der Regel gegen die Top-Reihe der Avalanche mit Nathan MacKinnon, Gabriel Landeskog und Martin Necas spielen muss. Es lohnt sich aber auch der Blick auf die Defensive, die gegen Colorados Top-Linie erst ein Tor zuließ.

Insbesondere Zwei-Wege-Mittelstürmer Eichel drückt dem Spiel in beide Richtungen seinen Stempel auf. Tortorella nennt ihn „den besten 200-Fuß-Spieler im Eishockey“, Verteidiger Noah Hanifin findet dessen Leistung „phänomenal“, und Abwehrmann Rasmus Andersson spricht von einem „Superstar“.

„Das sind sehr schöne Komplimente“, bedankt sich Eichel. „Für mich persönlich geht es einfach darum, ein kompletter Spieler zu sein, unseren Verteidigern zu helfen, wenn wir nicht im Puckbesitz sind, die kleinen Dinge richtig zu machen, mich voll einzubringen und, wenn sich die Gelegenheit bietet, Tore zu erzielen und Spielzüge zu gestalten. Das war schon immer ein Schwerpunkt meines Spiels, und ich denke, darauf muss man sich gerade in dieser Zeit des Jahres besonders konzentrieren. Wir wissen, wie schwer es ist, zu gewinnen. Vieles davon hängt davon ab, dass man defensiv hart spielt.“

VGK@COL, WCF, Sp2: Eichel trifft am Inenpfosten zum Ausgleich

Vegas und die Stärke im dritten Drittel

Eine Spezialität der Golden Knights sind Comeback-Qualitäten im dritten Drittel. Im Schlussabschnitt hat Vegas eine Tordifferenz von +7 und konnte bereits vier Spiele trotz eines Ein-Tor-Rückstands noch in einen Sieg drehen. Vier der insgesamt fünf Comeback-Siege der Golden Knights passierten also im dritten Abschnitt.

„Wir bleiben einfach dran“, erklärt Center William Karlsson. „Es gibt immer Momentum-Wechsel in einem Spiel.“

„Es gibt keine Panik“, sagt Vegas-Trainer John Tortorella. „Die Spieler finden ihre Ruhe wieder und wissen, was zu tun ist. Es gibt vielleicht ein paar Dinge, die wir korrigieren müssen, sei es in taktischer Hinsicht oder was auch immer, aber sie gehen einfach raus und setzen es um.“

Die Geduld der Golden Knights hat sich bislang voll ausgezahlt.

„Geduld bedeutet nicht, sich zurückzulehnen. Du musst voll da sein, auch wenn du das Spiel mal auf dich zukommen lässt“, erklärt Tortorella.

„Wir arbeiten uns einfach Schritt für Schritt vor“, so Andersson. „Das ist die Mentalität, die man in den Playoffs haben muss.“

VGK@COL, WCF, Sp2: Eichel, Barbashev drehen Spiel in 2:07 Minute

Verwandte Inhalte