VANCOUVER, BC - MARCH 19: Vancouver Canucks center Marco Rossi (93) waits for a face off during the first period of an NHL hockey game between the Tampa Bay Lightning and the Vancouver Canucks on Thursday, March 19, 2026 at Rogers Arena in Vancouver, B.C. (Photo by Ethan Cairns/Icon Sportswire via Getty Images)

Als erste Mannschaft in der regulären Saison 2025/26 wurden die Vancouver Canucks aus dem Rennen um die Stanley Cup Playoffs 2026 eliminiert. Das Aus ereilte das Team aus British Columbia ohne eigenes Zutun: Weil die Nashville Predators (3:2 n.V. bei den Chicago Blackhawks) gewannen und die Vegas Golden Knights (3:2 n.V. bei den Dallas Stars) sowie die Los Angeles Kings (3:4 n.V. beim Utah Mammoth) mindestens einen Punkt holten, sind die Playoff-Plätze rechnerisch nicht mehr zu erreichen. Überraschend kommt diese Nachricht nicht: Vancouver (21-40-8) ist 13 Spiele vor Saisonende mit nur 50 Punkten und einer Punktequote von 36,2 Prozent das abgeschlagene Schlusslicht in der Western Conference.

Die Gründe für das Aus

Eigentlich wähnten sich die Canucks im Sommer noch als eine Mannschaft, die um die Playoffs mitspielen könnte. Immerhin wurden 2025 die Wildcard-Plätze um lediglich sechs Punkte verpasst. Mit Rick Tocchet wechselte der Headcoach zu den Philadelphia Flyers, also übernahm der bisherige Assistenztrainer Adam Foote als neuer Chef. Was folgte, ist eine Saison zum Vergessen.

Vancouver stellt die schlechteste Defensive in der gesamten NHL (3,7 Gegentore/Spiel), die zweitschlechteste Offensive (2,52 Tore/Spiel) und das schlechteste Penalty Killing (71,5 Prozent). 43-mal gerieten die Canucks in einem Spiel zunächst in Rückstand (29.). Nur 26-mal konnten sie zuerst selbst in Führung gehen (T-29.) und besagte Partien nur elfmal siegreich beenden (32.).

Zu wenig Unterstützung kam auch von den Torhütern, was eine Team-Fangquote von nur 87,5 Prozent (T-29.) zeigt. Der verletzungsanfällige Torwart Thatcher Demko kam nur in 20 Spielen zum Einsatz (20 Starts, acht Siege, 29 Gegentore/Spiel, 89,7 Prozent Fangquote, ein Shutout). Seine Vertreter Kevin Lankinen (39 Spiele, 36 Starts, acht Siege, 3,62 Gegentore/Spiel, 87,6 Prozent Fangquote), Nikita Tolopilo (15 Spiele, zwölf Starts, fünf Siege, 3,34 Gegentore/Spiel, 89,2 Prozent Fangquote) und Jiri Patera (ein Spiel, ein Start, sieben Gegentore, 82,5 Prozent Fangquote) waren kein adäquater Ersatz und konnten kaum Stabilität verleihen.

Doch auch die Vorderleute kamen einfach nie ins Rollen: Ein einziger Spieler im Kader hat eine positive Plus-Minus-Bilanz: Aatu Räty mit +1. Leistungsträger wie Brock Boeser (-32), Tyler Myers (-25; jetzt: Dallas Stars), Jake DeBrusk (-25) oder Elias Pettersson (-21) hatten hier desaströse Werte.

Nur fünf Spieler sammelten zum jetzigen Zeitpunkt mindestens 30 Scorerpunkte. Nur acht Spieler trafen zweistellig. 21 Verteidiger-Tore sind ebenfalls ein Negativwert in der NHL. Schlüsselspieler wie Pettersson (15-26-41), DeBrusk (16-20-36), Conor Garland (7-19-26; jetzt Columbus Blue Jackets), Evander Kane (12-17-29) blieben hinter den Erwartungen zurück.

Nicht zu verachten ist der personelle Aderlass. Nachdem Star-Verteidiger Quinn Hughes am 13. Dezember zu den Minnesota Wild getradet wurde, ging gar nichts mehr. In diesem Zeitraum holte Vancouver ligaweit die wenigsten Siege (10-23-5) und Punkte (25). Vor der Trade Deadline wurden mit Kiefer Sherwood (San Jose Sharks) der bis dato beste Canucks-Torjäger abgegeben, es folgten Myers (Dallas Stars), Garland (Columbus Blue Jackets), Lukas Reichel (Boston Bruins) und David Kämpf (Washington Capitals).

Hinzu kam eine eklatante Heimschwäche: Auf eigenem Eis in der Rogers Arena konnten nur 
acht (!) Siege gefeiert werden. Eine 8-23-5-Bilanz ist der schlechteste Wert in der NHL.

FLA@VAN: Rossi markiert ein Tor und zwei Assists  gegen die Panthers

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Besagte Trade-Geschäfte spülten Draftpicks und Talente in die Organisation. Im kommenden NHL Draft 2026 hält Vancouver zwei Erstrunden- und zwei Zweitrunden-Picks, was dazu verwendet werden wird, den Neuaufbau voranzutreiben. Mit guten Chancen, in der Draft-Lotterie das First-Overall-Pick zu gewinnen, könnten Ausnahmetalente wie Ivar Stenberg oder Gavin McKenna gesichert werden.

Im Hughes-Trade kamen neben einem Erstrunden-Pick der Wild auch die ehemaligen Firstrounder Zeev Buium (20; NHL Draft 2024, 12. Stelle), Liam Öhgren (22; Draft 2022, 19. Stelle) und Österreicher Marco Rossi (24; Draft 2020, 9. Stelle) zu den Canucks.

Mit dem energiegeladenen und hart-arbeitenden Stürmer Braeden Cootes (19; Draft 2025, 1. Runde, 15. Stelle) sowie dem mobilen Zwei-Wege-Verteidiger Tom Willander (21; Draft 2023, 1. Runde, 11. Stelle) debütierten zwei hochinteressante Rechtsschützen bereits der laufenden Spielzeit in der NHL.

Die Entwicklung der beiden Schweden Jonathan Lekkerimäki (21; Draft 2022, 1. Runde, 15. Stelle) und Abwehrspieler Elias Pettersson (22; Draft 2022, 3. Runde, 80. Stelle) ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Hier hoffen die Canucks, die bekannt für gute Schweden in ihren Reihen sind, auf große Schritte in den nächsten Jahren.

Rossi blüht an neuer Wirkungsstätte auf

Mit Marco Rossi spielt seit Mitte Dezember auch ein Österreicher in Vancouver. Obwohl er statt für einen Cup-Aspiranten in Minnesota (17 Spiele, 4-9-13) nun für ein Team im Rebuild spielt, übertraf er bei den Canucks schon jetzt seine Punkteausbeute (20 Spiele, 5-10-15). Zuletzt spielte der in Feldkirch geborene Center in der zweite Reihe neben Öhgren und Boeser und punktete in fünf Spielen in Serie (3-7-10). Vancouver wird mit dem Talent aus Austria noch viel Freude haben und weiß die so wichtige C2-Position in guten Händen.

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