WPG nino niederreiter

Die Aufholjagd der Winnipeg Jets in den vergangenen Monaten war durchaus beeindruckend und gab dem Team und den Fans Hoffnung. Am Ende war es aber zu wenig und zu spät. Am Montag mussten die Jets auf Schützenhilfe von den Seattle Kraken hoffen. Doch die verloren mit 3:5 gegen die Los Angeles Kings. Dadurch sind die Kings für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und für Winnipeg steht fest: Am Donnerstag geht es nach dem letzten Spiel der regulären Saison gegen die San Jose Sharks ohne Playoffs in die Sommerpause.

Am 8. Januar lagen die Jets auf dem letzten Platz der gesamten NHL, elf Punkte hinter der zweiten Wildcard der Western Conference. Sie verbesserten sich im weiteren Verlauf zwar deutlich und pirschten sich zwischenzeitlich bis auf einen Punkt an einen Playoff-Platz heran. Letztendlich begann das Comeback aber zu spät und den Jets ging auf den letzten Metern die Luft aus.

„Das ist bitter. Ich weiß, dass unsere Spieler leiden. Wir wollen alle in die Playoffs, das ist unser Job, unsere Rolle. Wenn man dann vor dieser Realität steht, tut das weh“, sagte Trainer Scott Arniel.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Vegas Golden Knights und den Winnipeg Jets

Die Gründe für das Aus

Die Punkte, die Winnipeg in der ersten Hälfte der Saison liegen ließ, rächten sich am Ende. Die Jets mussten über zu lange Zeit eine Aufholjagd aufrechterhalten, die jede kleine Schwäche sofort bestrafte.

„Das ist ätzend“, zeigte sich Stürmer Mark Scheifele sichtlich enttäuscht. „Wir haben bis zum Ende Druck gemacht. Das ist jetzt bittere Realität. Das ist einfach Eishockey.“

Die Jets mussten schon früh in der Saison einen schweren Schlag hinnehmen. Bis zum 15. November waren sie gut im Rennen und standen auf Platz drei der Central Division. Dann verletzte sich Connor Hellebuyck, der in den zwei vorherigen Spielzeiten die Vezina Trophy für den besten Torhüter der NHL gewonnen hatte. Er fiel vier Wochen lang aus und die Jets implodierten. Ohne ihn holten sie in zwölf Spielen mit einer Bilanz von 3-8-1 nur sieben von 24 möglichen Punkten (29,2 Prozent). Nach seiner Rückkehr am 13. Dezember hatte Hellebuyck nicht die gewohnte Form. Vor seiner Verletzung hielt er 91,3 Prozent aller Schüsse, danach nur 88,9 Prozent.

Wenn der Torwart schwächelt, muss die Offensive das ausgleichen. Der Angriff der Jets war allerdings die gesamte Saison über zu harmlos. Mit 2,81 Toren pro Spiel lagen sie auf Rang 25, dazu kam eine schwache Quote von 18,1 Prozent im Powerplay (Platz 24).

Die Spitzenspieler der Jets lieferten dabei sogar respektable Leistungen. Mark Scheifele erzielte 101 Punkte (35 Tore, 66 Assists), Kyle Connor brachte es auf 90 Zähler (38 Tore, 52 Assists) und Gabriel Vilardi hielt mit 67 Punkten (30 Tore, 37 Assists) genauso seine Form aus der Vorsaison, wie Verteidiger Josh Morrissey mit 55 Punkten (14 Tore, 41 Assists). Vom Rest der Mannschaft kam aber zu wenig. Zwischen Vilardi und dem nächstbesten Stürmer klaffte eine Lücke von 35 Punkten.

STL@WPG: Scheifele markiert per Rückhand das 2:0 der Jets

Schwierige Saison für Niederreiter

Der Schweizer Nino Niederreiter hatte weder seine beste, noch seine einfachste Saison. In den vergangenen Jahren galt er als Mister Zuverlässig für mehr Tiefe im Kader. Seit der Saison 2020/21 erzielte er immer mindestens 17 Tore und 34 Punkte.

In dieser Spielzeit hatte auch er mit Verletzungen zu kämpfen und kam so in 59 Spielen auf nur 19 Punkte (acht Tore, elf Assists). Es war sein statistisch schlechtestes Jahr, seit er 2013/14 seine erste volle Saison als Stammspieler bestritt. Der 33-jährige Außenstürmer steht noch für ein Jahr bei den Jets unter Vertrag und dürfte nächste Saison wieder deutlich näher an seinem üblichen Niveau sein.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Die Jets gewannen in der Saison 2024/25 die Presidents Trophy als punktbestes Team der NHL. Dass sie diese Leistung vielleicht nicht wiederholen würden, war zu erwarten. Genauso wenig ist jedoch zu erwarten, dass das Niveau dieser Saison ihr Standard ist. Wahrscheinlicher ist, dass sie sich kommende Saison irgendwo dazwischen einordnen werden, nicht an der Spitze, aber in den Playoffs.

Winnipeg war diese Saison von Verletzungen geplagt. Nur fünf Spieler bestritten alle Partien, insgesamt setzte die Mannschaft sage und schreibe 32 Skater ein. Hellebuycks Verletzung und seine schwache Form nach seiner Rückkehr warfen das Team aus der Bahn. Wenn Hellebuyck und andere Spieler sich im Sommer auskurieren, macht das die Jets deutlich stärker.

Hellebuyck

Die wichtigsten Kernspieler wie Scheifele, Morrissey, Connor, Vilardi und Hellebuyck stehen alle noch mehrere Jahre unter Vertrag. Durch den steigenden Salary Cap verzehren ihre Verträge Jahr für Jahr einen geringeren Anteil des Budgets, wodurch mehr Geld bleibt, um das Team mit anderen Akteuren zu verstärken.

Aus dem Nachwuchsbereich gibt es einige Talente, die der Mannschaft in den nächsten ein bis zwei Jahren eine echte Hilfe sein könnten. In der Abwehr hoffen die Schweden Elias Salomonsson, Alfons Freij und Sascha Boumedienne auf den Durchbruch. Salomonsson kam diese Saison bereits zu 32 Einsätzen.

In der Offensive holten die Jets in einem Transfer mit Isak Rosen einen weiteren vielversprechenden Schweden von den Buffalo Sabres. Brayden Jager kam gerade erst zu seinem ersten NHL-Spiel und könnte nächste Saison eine größere Rolle im Kader haben.

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