EDM@SJS: McDavid schließt zum 150. Punkt ab

Vor acht Jahren bestritt Connor McDavid seine erste NHL-Saison für die Edmonton Oilers. Die Erwartungen an den jungen Mann, den die Oilers beim NHL Draft 2015 an erster Stelle ausgewählt haben, waren riesig. Bereits in seiner zweiten NHL-Saison wurde ihm das Amt des Kapitäns übertragen. Eine Aufgabe, von der er sich zunächst leicht überfordert fühlte.

"Wenn man mit 19 Jahren zum Kapitän ernannt wird, hat man keine Ahnung, was da vor sich geht. Man hat wirklich keine Ahnung. Man versucht immer noch, sich in der Liga zurechtzufinden. Und wenn ich das sage, heißt das nicht, dass ich irgendeine Entscheidung, die ich getroffen habe, bereue oder so etwas. Ich fühle mich unglaublich geehrt, das 'C' für die Oilers zu tragen, und das nun schon seit einigen Jahren", so McDavid gegenüber Mike Zeisberger von NHL.com.
Als Kapitän führt man nicht nur die Mannschaft im Spiel an, sondern ergreift auch das Wort in der Kabine. Zudem kommen auf ihn öffentlichtliche Aufgaben zu, vor allem bei einem Klub im eishockeyverrückten Kanada.
"Ich habe das Gefühl, dass ich in einer einzigartigen Position bin, um in dieser Rolle aufzugehen und aus Fehlern zu lernen. Jetzt bin ich in meinem siebten Jahr als Kapitän, und ich fühle mich in der Rolle des Kapitäns und mit der Führungsrolle wohler als je zuvor."
Auch im Rampenlicht zu stehen, macht dem Top-Scorer der Liga weniger aus, denn zu Beginn seiner Karriere, als er eine Art Schutzschirm, um sich herum aufgebaut hatte.

EDM 6, SJS 1

"Es hat funktioniert, es hat mich irgendwie durch diese Zeit gebracht. Jetzt bin ich 26 Jahre alt, ich bin schon lange in der Liga, und ich fühle mich wohler, wenn ich einfach ich selbst bin. Außerdem war es mir wichtig, was die Älteren über mich dachten. Ich weiß, dass es im Eishockey Tradition ist, den Älteren gegenüber respektvoll zu sein und sich seine Meriten zu verdienen. Ich habe das Gefühl, dass ich mir das zu Herzen genommen habe, also war das auch ein Teil davon. Und ich habe das Gefühl, dass ich jetzt in einer Position bin, in der ich ein bisschen mehr Respekt im Spiel genieße und meine Meinung vielleicht ein bisschen freier sagen kann."
McDavid scheute sich nicht davor, die Pride Night in Edmonton zu unterstützen und äußerte seinen Wunsch nach einem internationalen Turnier der Besten. Er ergreift jetzt häufiger das Wort als in den Jahren zuvor.
"Ich verstehe meine Position im Spiel und dass meine Stimme ein gewisses Gewicht hat. Daher ist das, worüber ich spreche und wann ich darüber spreche, ein bisschen strategischer. Ich mache mir über einige Dinge etwas mehr Gedanken. Und abgesehen davon war die Liga immer sehr, sehr offen zu mir. Sie waren immer bereit, mit mir zu reden, und die Spielergewerkschaft tat das Gleiche. Ich fühle mich also sehr glücklich, in dieser Position zu sein. Ich weiß, dass nicht jeder so behandelt wird, und wenn man das weiß, kann man sich glücklich schätzen."
Ähnliches: [McDavid über Draisaitl: "Er macht mich so viel besser"\]
Am Samstag, beim 6:1-Sieg gegen die San Jose Sharks, erzielte McDavid seinen 150. Scorerpunkt. Zum ersten Mal seit fast 30 Jahren erreichte kein Spieler mehr diese Marke in einer Saison. Selbstverständlich wird ein solcher Ausnahmesportler der Gegenwart zum Aushängeschild der Liga erhoben. McDavid kommt gut damit zurecht, wenn es heißt, er müsse besser vermarktet und zum Gesicht der NHL werden.
"Man muss da hineinwachsen. Man muss die Leute beobachten, die vorher schon in dieser Situation waren, und man muss versuchen, so viel wie möglich zu lernen, aber auch über die Dinge zu sprechen, für die man eine Leidenschaft hat. Und das sind die Dinge, über die ich weiterhin sprechen werde", erklärt er.