The Colorado Avalanche celebrate the win after the game against the Carolina Hurricanes at Lenovo Center on January 3, 2026 in Raleigh, North Carolina. (Photo by Josh Lavallee/NHLI via Getty Images)

Die Colorado Avalanche bleiben auch Anfang 2026 in der NHL das Maß aller Dinge. Am Samstag besiegte das Team aus Denver im Lenovo Center in Raleigh die gastgebenden Carolina Hurricanes mit 5:3. Spielentscheidend war dabei ein dominantes drittes Drittel, in dem der Ligaprimus (69 Punkte aus 40 Spielen) einen 1:3-Rückstand noch in einen beeindruckenden Sieg verwandelte.

MacKinnon schreibt Franchise-Geschichte

Mit einem Treffer und drei Assists überragte bei Colorado einmal mehr der blendend aufgelegte Nathan MacKinnon, der mit 74 Scorerpunkten und 35 Toren die Liga in der Saison 2025/26 souverän anführt. Es war das 33. Vier-Punkte-Spiel in seiner NHL-Karriere. Damit überholte er Avalanche-/Nordiques-Legende Joe Sakic (32) und ist nun alleiniger Zweiter in der Franchise-Geschichte hinter Peter Stastny (52).

Zweite zweistellige Siegesserie – historischer Lauf

Im Duell der Divisionsspitzenreiter aus der Central und der Metropolitan Division gingen die Avalanche mit ihrem zehnten Ligasieg am Stück hervor. Doch damit nicht genug: Es ist bereits die zweite zweistellige Erfolgsserie der Mannschaft in dieser Spielzeit. Colorado ist erst das vierte Team in der Geschichte der NHL, dem dieses Kunststück in einer Saison gelang (ebenfalls zehn Siege vom 4. bis 26. November), nach den Tampa Bay Lightning 2019/20 (elf Spiele- und zehn Spiele-Siegesserie), den Boston Bruins 1970/71 (13 Spiele- und zehn Spiele-Siegesserie) sowie den Bruins 1929/30 (14 Spiele- und elf Spiele-Siegesserie).

Nach rund der Hälfte der laufenden Hauptrunde stellt sich zunehmend die Frage, wer dieses Team auf dem Weg zum Stanley Cup überhaupt noch aufhalten soll. Vieles deutet derzeit darauf hin, dass der Weg zum Titel im Frühjahr nur über die Mannschaft von Trainer Jared Bednar führen wird.

Breite Offensive und starke Special Teams

Neben MacKinnon, der bereits beim 6:1-Sieg gegen die St. Louis Blues am Mittwoch vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists) erzielt hatte, überzeugten bei den Gästen unter anderem Brock Nelson mit zwei Powerplay-Toren sowie Gabriel Landeskog und Jack Drury mit jeweils einem Treffer für die Avalanche (31-2-7). Colorado baute seine Punkteserie auf 13 Spiele (12-0-1) aus.

Cale Makar und Martin Necas steuerten jeweils zwei Assists bei, während Torhüter Scott Wedgewood mit 25 Paraden den späten Erfolg festhielt.

„Das war eine großartige Leistung“, freute sich Colorados Trainer Bednar hinterher. „Es wäre leicht gewesen, aufzugeben, aber ich hatte das Gefühl, dass unsere Jungs von Beginn des dritten Drittels an entschlossen waren. Sie haben sich ein paar Powerplays verdient, und es war toll zu sehen, wie unsere Überzahlformation Kapital daraus schlug. Insgesamt war es ein großartiges drittes Drittel.“

Hurricanes lassen nächste Führung liegen

Auf der anderen Seite konnten die Hurricanes nur wenig Trost daraus ziehen, dass Sebastian Aho sein 300. NHL-Tor erzielte und zudem eine Vorlage beisteuerte. Carolina (24-14-3) hat nun drei Spiele in Folge verloren und weist aus den letzten fünf Partien eine Bilanz von 2-5-1 auf. Aho ist der fünfte finnische Spieler in der NHL-Geschichte mit mindestens 300 Toren und reiht sich damit hinter Teemu Selanne (684), Jari Kurri (601), Olli Jokinen (321) und Mikko Rantanen (310) ein.

Dabei sah es nach 40 Minuten noch gut für die Hausherren aus: Treffer von Aho (17.), Nikolaj Ehlers (25.) und Andrei Svechnikov (28.) hatten, bei einem zwischenzeitlichen Gegentor durch Gabriel Landeskog (22.), eine scheinbar komfortable 3:1-Führung beschert.

Doppelschlag binnen 33 Sekunden bringt die Wende

Doch Colorado schlug zu Beginn des dritten Drittels eiskalt zurück und erzielte innerhalb von nur 33 Sekunden zwei Tore. Zunächst verkürzte Nelson in der 42. Minute im Powerplay auf 2:3, als er MacKinnons Schuss am rechten Pfosten entscheidend abfälschte.

„In den ersten beiden Dritteln war unser Powerplay meiner Meinung nach nicht optimal“, erklärte Landeskog. „Im dritten Drittel hat es dann hervorragend funktioniert. Wir wussten, dass wir nur ein Tor brauchen würden, um wieder ins Spiel zu kommen – und danach gab es kein Halten mehr.“

Noch in derselben Minute glich Drury nach einem kurzen Pass von Ross Colton mit einem Schuss aus dem linken Kreis zum 3:3 aus.

Nelson vollendet die Aufholjagd – Burns mit Meilenstein

„Er macht so viele Dinge richtig, und er macht so viele schwierige Dinge richtig“, schwärmte Avalanche-Verteidiger Brent Burns über die Leistung seines Teamkameraden. „Er ist ein großartiger und sehr intelligenter Spieler. Das war ein großer Sieg gegen eine großartige Mannschaft.“

Burns absolvierte an diesem Abend sein 965. Spiel in Folge seit dem 21. November 2013. Damit überholte er Doug Jarvis und hält nun allein die drittlängste Serie dieser Art in der NHL-Geschichte.

Nelson war es schließlich auch, der mit einem weiteren Powerplay-Tor das Spiel endgültig drehte. Nach einem Querpass von MacKinnon traf er in der 48. Minute mit einem Schuss aus dem rechten Kreis zum 4:3 für Colorado. „Sie haben angefangen, uns ihr Spiel aufzuzwingen“, haderte Hurricanes-Stürmer Ehlers anschließend.

COL@CAR: MacKinnon, Nelson gemeinsam zum PPG

Empty-Net-Treffer besiegelt den Sieg

18 Sekunden vor der Schlusssirene setzte MacKinnon mit einem technischen Tor den Schlusspunkt und machte den nächsten Erfolg der Avalanche endgültig perfekt. Er wurde vom Shayne Gostisbehere, dem Verteidiger der Hurricanes, zu Fall gebracht, als beide dem Puck hinterherliefen, der auf das leere Tor zusteuerte.

Carolina hingegen hat in fünf der letzten acht Spiele eine Führung von mehreren Toren verspielt und dabei lediglich eine enttäuschende Bilanz von 0-4-1 erzielt. „Wir reden darüber, aber wir schlagen uns immer wieder selbst“, sagte Trainer Rod Brind’Amour. „Die Lösung muss aus der Kabine selbst kommen. Im Moment ist das aber nicht der Fall.“

Blick nach vorn: Nächste Bewährungsprobe wartet

Den Avalanche dürfte das herzlich egal sein. Bereits am heutigen Sonntag wartet mit dem Auswärtsspiel bei den Florida Panthers die nächste Herausforderung. Sollten sie auch diese Hürde überspringen, würde der Erfolgslauf auf beeindruckende Weise weitergehen. Doch selbst wenn der Siegeszug beim Titelverteidiger enden sollte, würde das nichts an der herausragenden Ausgangslage der Avalanche nach der ersten Saison-Hälfte ändern.

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