Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den San Jose Sharks und den Anaheim Ducks

Der „Shark Tank“ kochte über. Die San Jose Sharks schienen ihr Heimspiel gegen die Anaheim Ducks am Mittwoch angesichts eines 2:3-Rückstands bei etwas mehr als anderthalb Minuten auf der Uhr schon verloren zu haben. Dann aber zeigte Macklin Celebrini seine Extraklasse und half seiner Mannschaft dabei, das Spiel noch in der regulären Spielzeit in einen 4:3-Heimsieg zu drehen. Die Zuschauer im SAP Center flippten komplett aus.

„Big Mack“: Celebrini jagt mehrere Rekorde

„Es war einfach nur Freude. Ihr habt gehört, was in der Arena los war. Das war ein wichtiger Sieg für uns“, strahlte Matchwinner Celebrini nach dem Spiel über beide Ohren. „Die Fans kommen, es ist laut, wir gewinnen Spiele und drängen in die Playoffs. Es ist eine spannende Zeit, die ich vorher noch nie erleben durfte. Ich versuche, das alles aufzusaugen.“

Celebrini (2-2-4) legte zum sechsten Mal in seiner noch jungen Karriere ein Vier-Punkte-Spiel aufs Eis. Der 19-jährige Mittelstürmer steht in der Kategorie Vier-Punkte-Spiele als Teenager nur noch hinter Wayne Gretzky (14), Sidney Crosby (acht) und Dale Hawerchuk (7). Es war auch sein 44. Multi-Punkte-Spiel, was die fünftmeisten eines Teenagers in der NHL sind (hinter Crosby, 67; Gretzky ,66), Hawerchuk, 54; Jimmy Carson, 51). Sein Assist-Konto stockte Celebrini auf 65 Vorlagen auf und belegt damit Rang drei unter Teenagern in einer einzelnen Saison hinter Gretzky (86 in 1979/80) und Crosby (84 in 2006/07).

ANA@SJS: Celebrini erzielt den späten Ausgleich bei gezogenem Torwart

„Dieser Junge wird besser uns besser. Er arbeitet hart und hat sich das verdient. Er wird eine lange Zeit ein besonderer Spieler für uns sein“, sagte Sharks-Trainer Ryan Warsofsky über seinen Superstar mit der Nummer 71.

San Joses Top-Sturmreihe mit ihm, Will Smith (1-2-3) und Colin Graf (0-1-1) zeichnete für drei Treffer und acht (!) Scorerpunkte (3-5-8) verantwortlich. Celebrini, der Nummer-1-Pick aus dem Draft 2024, durchbrach mit dem späten Ausgleichstreffer die Schallmauer von 40 Saison-Toren.

„Ich könnte den ganzen Tag über ihn sprechen“, lachte Center Alexander Wennberg. „Er ist unglaublich. Er ist ein Unterschiedsspieler. Er ist unser Anführer. Er leitet die wichtigen Spielzüge ein. Er reißt alle mit. Er gibt immer noch etwas extra. Es ist unglaublich, ihm täglich zuschauen zu dürfen.“

Überraschende Wendung dank Celebrini und Wennberg

Das galt insbesondere für den Ausgleichstreffer 1:40 Minuten vor Schluss. Die Sharks hatten ihren Torwart Yaroslav Askarov (28 Saves, 90,3 Prozent Fangquote) bereits für einen zusätzlichen Angreifer aus dem Tor genommen, da nahm Celebrini kurz vor dem linken Faceoff-Kreis genau Maß und traf mit einem Laser-Schuss zum 3:3, was den „Shark Tank“ in Ekstase versetzte (59.).

23 seiner 40 Saison-Treffer erzielte Celebrini laut der offiziellen Statistikseite NHL EDGE aus eben dieser mittleren Distanz. „Sein Schuss ist explosiv, hart und schnell, das ist beeindruckend“, staunte Wennberg, der selbst viel Lob für seine Hilfe einheimste, obwohl er bei diesem Tor nicht auf dem Scoreboard auftauchte

„Er (Wennberg) hat dem Torwart komplett die Sicht genommen. Der Schuss geht nicht rein, wenn er da nicht steht“, gab Celebrini das Lob an den vor dem gegnerischen Torwart parkenden Wennberg weiter. Als „sehr guter Spieler vor dem gegnerischen Tor“, adelte Warsofsky Wennberg. „Er ist der Grund, warum wir so viele 6-gegen-5-Tore geschossen haben. Er hat ein gutes Gefühl für die Situation.“

Wennberg selbst sollte 31 Sekunden vor dem Ende für San Joses Siegtreffer sorgen. Celebrini spielte einen Pass von hinter dem Tor auf den im Slot positionierten Schweden, der zum 4:3 einschoss und die Fans aus den Sitzen hob.

ANA@SJS: Wennberg erzielt den 4:3-Siegtreffer bei noch 31,0 Sekunden auf der Uhr

„Ich war hinter dem Tor und habe den Puck zu ‚Wenny‘ gespielt. Ich habe einfach nur aufs Tor geschaut und gesehen, dass er drin war. Ich glaube, ich bin ziemlich hoch gesprungen“, lachte Celebrini. „Wir haben nicht an einer Overtime gedacht, sondern haben einfach weitergespielt. Die Erleichterung nach unserem Ausgleich bei 6-gegen-5 war riesig. Also haben wir einfach weitergemacht. Wir wollten sie nicht mehr ins Spiel kommen lassen, was zum nächsten Tor geführt hat.“

„Ich war völlig frei und ‚Mack‘ hat mich gut gefunden. Es war ein schöner Schuss, doch das war auch schon die Entwicklung dieses Spielzugs. Noch in der regulären Spielzeit zu gewinnen, war enorm wichtig“, stahlte Wennberg, der mit 17. Saison-Tor seinen Karriere-Bestewert in der NHL einstellen konnte. „An meinen Karriere-Bestwert habe ich in diesem Moment gar nicht gedacht. Es ging nur um den Sieg für unsere Jungs. ‚Mack‘ ist vor Freude einfach auf mich draufgesprungen. Das ist das Hockey, das wir spielen wollen. Der Glaube in dieser Kabine war immer da. Am Ende des Tages zählt nur der Sieg.“

Realistische Chance auf die Stanley Cup Playoffs

Die Sharks (35-31-7)) feiern den dritten Sieg in Folge und melden sich eindrucksvoll auf eine vorausgegangene Niederlagenserie von fünf Spielen zurück. San Jose hat einen Punkt Rückstand auf den letzten Wildcard-Platz in der Western Conference und ein Spiel weniger gespielt als der große Rivale Los Angeles Kings (30-26-18), die den begehrten Rang aktuell belegt.

„Wir zeigen das schon die gesamte Saison: Wir finden eine Antwort auf Niederlagenserien, Widrigkeiten, Reisestrapazen“, so Warsofksky. „Wir beschweren uns nicht, sondern spielen einfach. Genauso werden wir bis Spiel 82 weitermachen.“

Am Donnerstag (10 p.m. ET; Freitag, 4 Uhr MESZ) kommen die Toronto Maple Leafs in den „Shark Tank“.

„Wir wollen um den Einzug in die Playoffs kämpfen“, betont Wennberg. „Wir wollen ruhig und geduldig bleiben. Das zeigt den Reifeprozess in dieser Mannschaft. Wir haben noch viel zu lernen, aber wir lernen jeden Tag dazu. Morgen wollen wir es wieder zeigen.“

Verwandte Inhalte