Die Mannschaft hat es geschafft, den verletzungsbedingten Ausfall ihres zweitbesten Scorers Leon Draisaitl aufzufangen. Das gelang dadurch, dass quer durch die Offensive ein Ruck ging und jeder eine Schippe drauflegte. In den jüngsten vier gewonnenen Begegnungen trugen sich zehn verschiedene Akteure der Oilers mit mindestens zwei Punkten in den Spielberichtsbogen ein. Fünf Spieler sammelten sogar drei oder mehr Zähler. Durch die Ausgeglichenheit im Scoring ist Edmonton für die Kontrahenten wesentlich schwerer auszurechnen.
Gegen Seattle zeichneten mit Max Jones und Kasperi Kapanen zwei Stürmer der vierten und dritten Offensivformation für die ersten beiden Tore der Oilers verantwortlich. „Ich habe das Gefühl, seit wir das Gespräch darüber geführt haben, dass jeder ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen müsse, hat sich ein positiver Effekt eingestellt“, sagte Jones. Der Linksaußen absolvierte gegen die Kraken seinen 300. NHL-Auftritt. In der laufenden Spielzeit hat er 16 Einsätze bestritten und fünf Punkte (drei Tore, zwei Assists) gesammelt.
Nach Ansicht von Kapanen ist es die Hauptaufgabe der dritten und vierten Reihe, für zusätzliche Energie zu sorgen und dem Gegner das Leben schwer zu machen. Das habe man gegen Seattle ordentlich hinbekommen. „Das erste Drittel war nahezu perfekt. Aus diesem Grund war es schwer, im weiteren Verlauf der Partie daran anzuknüpfen. Trotzdem fand ich unsere Leistung über die gesamte Spielzeit hinweg recht solide“, lautete die Einschätzung des Rechtsaußen.
Der Schlusspunkt gegen Seattle blieb Kapitän Connor McDavid vorbehalten. Rund zweieinhalb Minuten traf er per Empty-Net-Goal und verlängerte somit seine aktuelle Torserie auf fünf Spiele. Insgesamt sechsmal netzte er in diesem Zeitraum ein. Für den Superstar der Oilers ist es der siebte Streak in seiner NHL-Laufbahn mit Toren in mindestens fünf aufeinanderfolgenden Partien. Er zog dadurch in der Geschichte des Franchise mit Glen Anderson gleich. Beide rangieren gemeinsam auf dem vierten Platz in dieser Kategorie. Vor ihnen im Ranking befinden sich die „Serientäter“ Wayne Gretzky (16), Leon Draisaitl (10) und Jari Kurri (9).
Der Kraken-Defensive treibt McDavid traditionell die Schweißperlen auf die Stirn. Kein anderer Akteur schenkte dem Team seit dem Ligadebüt 2021/22 so viele Gegentore ein wie er. 13-mal in 17 Aufeinandertreffen setzte McDavid den Puck in die Maschen. Daraus ergibt sich ein Torschnitt von 0,76 pro Match.
Einen Eintrag in die Geschichtsbücher der Oilers sicherte sich Torhüter Connor Ingram. Er ist Edmontons erster Schlussmann, der an seinem Geburtstag einen Shutout erreichte. Am Dienstag wurde er 27 Jahre alt und lief zu großer Form auf. 27 Schüsse der Kraken auf seinen Kasten machte er unschädlich. „Je mehr man spielt, desto leichter wird es“, konstatierte Ingram nach seinem 10. NHL-Spiel ohne Gegentor. Er sah das als logische Konsequenz einer tadellosen Defensivleistung der gesamten Mannschaft. „Alle vor mir haben heute einen super Job gemacht. Ich musste deshalb hinten gar nicht viel tun. Abgesehen vielleicht von einem Abpraller beim Penalty-Killing“, erklärte er.
Durch den entschlossenen Zwischenspurt mit der vollen Ausbeute von acht Punkten aus vier Spielen haben die Oilers ihre Ausgangsposition im Kampf um ein Ticket für die Stanley Cup Playoffs gestärkt. Mit einer Bilanz von 38-28-9 und 85 Zählern aus 75 Spielen stehen sie an zweiter Stelle in der Pacific Division. Der Rückstand auf Spitzenreiter Anaheim Ducks beträgt zwei Punkte, der Vorsprung auf die Los Angeles Kings, die als erstes Team der Western Conference außerhalb der Playoff-Zone liegen, beläuft sich auf neun Punkte.
In dieser Woche sind die Oilers noch zweimal vor eigenem Publikum im Rogers Place gefordert. Am Donnerstag haben sie die Chicago Blackhawks zu Gast und am Samstag die Vegas Golden Knights.