In der Liga dürfte mittlerweile bekannt sein, dass Toronto auch bei Rückständen vor den finalen 20 Minuten ein ernstzunehmender Gegner ist. Vor der Partie konnten sie bereits dreimal einen Rückstand in einen Sieg verwandeln. Und auch die Devils mussten sich nach Toren von Jason Spezza (45.), Mitch Marner (54.), Ilya Mikheyev (57.) und erneut Matthews (60.) noch geschlagen geben. Das Siegtor durch Mikheyev fiel dabei in Unterzahl. Akira Schmid, der für New Jersey das Tor hütete kam am Ende bei 32 Torschüssen auf 27 Paraden.
"Ich denke, dass das, was wir am besten können, forechecken, nachsetzen, in Tornähe sein und den Puck verfolgen, uns im dritten Drittel geholfen hat das Momentum zu drehen", analysierte Marner die Gründe für das Comeback. "Wir wissen aber natürlich auch, dass wir in den ersten 40 Minuten besser sein müssen."
Schon am Samstag gelang es den Maple Leafs einen Rückstand von zwei Treffern im finalen Abschnitt zu drehen. Die Detroit Red Wings unterlagen nach einer 4:2-Führung noch mit 4:7 und waren damit das erste Opfer der Comback-Leafs.
Erst zum zweiten Mal konnte Toronto zweimal hintereinander einen Rückstand von mehreren Toren vor dem Schlussabschnitt noch in einen Sieg verwandeln. Erstmals gelang es der historischen Franchise vor fast genau 22 Jahren, als sie am 29. Januar 2000 die Partie gegen die Los Angeles Kings drehten und auch gegen die Tampa Bay Lightning, drei Tage später, noch siegreich waren.
Mit nun vier Erfolgen nach Rückständen vor dem dritten Drittel stehen die Maple Leafs bei einer Quote von 30,8 Prozent an Siegen, nachdem sie nach 40 Minuten zurück lagen. Nur eine Mannschaft, die Florida Panthers (40 %) sind hier noch gefährlicher.
Einen entscheidenden Anteil am Comeback hatte Auston Matthews, der mit drei Treffern und einer Vorlage verdient zum besten Spieler des Abends gewählt wurde. Der US-Amerikaner erzielte den zweiten Hattrick der Saison und den fünften seiner Karriere. Seit er in der NHL aktiv ist (2016/17) konnten nur sechs Akteure mehr Drei-Tore-Spiele sammeln als er. Alex Ovechkin (13), David Pastrnak (11), Connor McDavid (10), Patrik Laine (8), Mika Zibanejad (7) und Patrice Bergeron (6) übertreffen Matthews hier noch.
Nebenbei war es auch das 46. Match in der Karriere von Matthews, in dem er mehrfach einnetzen konnte. Nur zwei andere US-Amerikaner konnten vor ihrem 25. Geburtstag mehr solcher Partien sammeln (Pat LaFontaine (51) und Jimmy Carson (48)).
In seinen 372 NHL-Begegnungen sammelte Matthews 227 Tore und 173 Vorlagen. Damit steht der Angreifer bei 400 Zählern und erreichte diese Marke so schnell wie kein anderer Akteur, der sein Liga-Debut im Trikot des Traditionsclubs gab. Den Bestwert hielt bislang Syl Apps, der in 387 Duellen auf 400 Tore und Vorlagen kam und 1936 für Toronto debütierte.
Bereits am Dienstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 1 Uhr MEZ) kommt es zum Rückspiel der Maple Leafs und der Devils. In New Jersey wird Toronto alles daran setzen die Partie nicht erst im Schlussabschnitt drehen zu müssen, wohingegen die Gastgeber nun noch stärker vor Matthews und den Comeback-Qualitäten der Maple Leafs gewarnt sein dürften.