Danach hätte das Spiel leicht noch einmal kippen können. Denn den Gastgebern gingen da langsam aber sicher die Verteidiger aus. Bereits Mitte des ersten Drittels musste Matt Grzelcyk mit einer Oberkörperverletzung vom Eis. Laut Montgomery wird er wohl „ein paar Wochen“ fehlen. Und kurz nach seinem Tor kassierte McAvoy eine Matchstrafe nach einem Foul gegen Oliver Ekman-Larsson.
Doch die Bruins überstanden sowohl die folgenden fünf Minuten in Unterzahl als auch den Rest der regulären Spielzeit mit vier Verteidigern. „Das war ein großer Charakter-Sieg“, befand Montgomery auf der Pressekonferenz nach der Partie. Am Schluss hätten die vier verbliebenen Verteidiger – Kevin Shattenkirk, Brandon Carlo, Hampus Lindholm und Derek Forbort – einen überragenden Job abgeliefert. Am Ende hatte jeder Abwehrspieler mit Ausnahme von Grzelcyk über 20 Minuten Eiszeit. Lindholm war mit 28:06 Minuten der Spitzenreiter in der Statistik.
„Es war ein hartes Stück Arbeit, in dem Spiel zurückzukommen. Aber wir haben gezeigt, dass wir das drauf haben“, betonte Center Pavel Zacha. Er war es auch, der in der Verlängerung das Comeback der Gastgeber komplettierte. Der Tscheche kam mit viel Tempo auf dem rechten Flügel unwiderstehlich ins Drittel der Gäste und ließ Sergei Bobrovsky im Tor der Panthers keine Chance. „Das war ein wichtiger Sieg. Besonders nach den Erfahrungen in der vergangenen Saison“, sagte Zacha. Er hat in der ersten Reihe zwischen Marchand und David Pastrnak die Position von Bergeron übernommen.
Blick in die Zukunft
Bei aller Freude über den gelungenen und wahrhaft goldenen Oktober, schaut man bei den Bruins schon ein bisschen weiter. Die Mannschaft ist mit 17 Zählern klar das beste Team in der Eastern Conference. „Es ist immer schön, zwei Punkte zu gewinnen. Aber das ändert nichts an der vergangenen Saison“, betonte Marchand. Man versuche, in Boston etwas Neues aufzubauen, viele neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Das klappt zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison schon ganz gut, weshalb sich die Fans in Boston wieder berechtigte Hoffnungen machen dürfen, dass ihr Team auch weiterhin von Erfolg zu Erfolg eilt.
Bei den Panthers vermisst man dagegen noch die Konstanz. „Wir haben gute Drittel und schlechte Drittel. Auch wenn es noch früh in der Saison ist“, meinte Barkov. Aber man strebe danach, eine gute Leistung über 60 Minuten zu bringen, nicht nur 20 oder 40 Minuten. Für den Finnen war es die 671. Partie im Dress der Panthers. Damit hat er gemeinsam mit Jonathan Huberdeau die meisten in der Franchisegeschichte.