Zwei Niederlagen nach regulärer Spielzeit - das gab es für die Colorado Avalanche in der gesamten NHL-Saison 2025/26 noch nicht. Nach dem 1:2 bei den Florida Panthers und dem 2:4 beim Tampa Lightning gab die Avalanche zurück in Denver mit einem 8:2-Kantersieg gegen die Ottawa Senators am Donnerstagabend in der Ball Arena eine Antwort.

Colorados Nummer-1-Center Nathan MacKinnon (1-3-4) sowie Verteidiger Josh Manson (2-2-4) ragten jeweils mit einem Vier-Punkte-Spiel, Brock Nelson (2-1-3), Ross Colton (0-3-3) und Cale Makar (1-2-3) jeweils mit einem Drei-Punkte-Spiel heraus.

Frustbewältigung nach Avalanche-Art

Sollte die Null-Punkte-Stippvisite im Sunshine State für Frust gesorgt haben, dann ballerte sich die Avalanche diesen gegen Ottawa definitiv von der Seele.

„Keiner will verlieren, zum Glück haben wir noch nicht dreimal in Folge verloren“, sagte Torwart Scott Wedgewood (29 Saves, 93,5 Prozent Fangquote). „Wir konnten den Negativlauf sofort beenden und gehen jedes Spiel so an, um es zu gewinnen. Heute haben wir uns belohnt.“

„Wir haben zum Start unseres Roadtrips gleich ein paar Spieler verloren: (Torwart Mackenzie) Blackwood, (Verteidiger Devon) Toews und dann verlierst du auch noch ‚Landy‘ (Gabriel Landeskog, d. Aut.). Das war ein Rückschlag. Wir haben uns da durchgekämpft, waren aber nicht gut und haben nicht ausgesehen wie sonst. Heute haben wir eine wichtige Reaktion gezeigt“, so Colorados Trainer Jared Bednar. „Wieder zu Hause zu sein hat geholfen, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Das war heute eine außergewöhnliche Leistung.“

Zu Hause ist die Avalanche noch ohne Punktverlust und konnte in allen 20 Spielen punkten (18-0-2), was sie zum besten Heim-Team in der NHL macht. 16 Heimspiele in Folge konnten gewonnen werden, was den sechstlängsten Heim-Lauf der Franchise-Geschichte bedeutet.

„Es war gut. Wir haben viel darüber geredet, dass wir zu Hause die Punkte behalten möchten, insbesondere nach einem harten Roadtrip. Wir hatten ein paar Verletzte, aber dafür sind andere Jungs eingesprungen. Jetzt haben wir ein paar Heimspiele in Folge und wollen uns voll auf unsere Heimstärke verlassen“, sagte Stürmer Brock Nelson angesichts von sieben Heimspielen in Folge.

„Wir wollten unsere Heimspielserie auf dem richtigen Fuß starten und nicht mehr als zwei Spiele in Folge verlieren“, betonte Manson. „Das ist unsere Mentalität.“

Manson überrascht alle - auch sich selbst

Manson (11.) und MacKinnon (18.) sorgten für eine 2:0-Führung nach dem ersten Abschnitt. Cale Makar (23.), Martin Necas (32., im Powerplay), Brent Burns (33.), Brock Nelson (35.) sowie erneut Manson (37.) und Nelson (39.) erzielten alleine im Mitteldrittel satte sechs Tore. Darunter fünf Treffer binnen 6:18 Minuten.

„Das war etwas“, wunderte sich Colorados Trainer Jared Bednar und wunderte sich insbesondere über den Auftritt von Manson (2-2-4, +5, fünf Torschüsse, drei Checks, vier Blocks, drei Takeaways, sieben Strafminuten): „Er hatte schon früh im zweiten Durchgang einen Gordie-Howe-Hattrick (Tor, Assist und Faustkampf, d. Aut.). Er war heute in jeder Aktion mit eingebunden, auch auf der körperlichen Seite des Spiels. Das ist das, wonach wir ihn normalerweise bewerten. Sein Defensivspiel war gut, aber heute hatte er auch in der Offensive ein fantastisches Spiel.“

Ganz besonders war für Manson, dass sein Vater Dave Manson, früher selbst ein Verteidiger in der NHL, seinen Gala-Auftritt live auf der Tribüne verfolgte.

„Das hat Spaß gemacht. Ich glaube, so etwas hat er noch nie gesehen“, sagte Josh Manson. „Er hat mich schon kämpfen sehen, vielleicht auch schon mal ein Tor schießen sehen, aber so etwas hat er bestimmt noch nicht von mir gesehen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass in der NHL noch niemand so etwas von mir gesehen hat. Für jeden war es das erste Mal - auch für mich.“

MacKinnon spielt eine Ausnahme-Saison

MacKinnon verzeichnete dagegen bereits zum 34. Mal in seiner NHL-Karriere ein Vier-Punkte-Spiel und überholte damit Alex Ovechkin (33, Washington Capitals) für die viertmeisten unter allen aktiven Spielern. Auf mehr kommen nur Connor McDavid (45, Edmonton Oilers), Sidney Crosby (43, Pittsburgh Penguins) und Nikita Kucherov (35, Tampa Bay Lightning).

OTT@COL: MacKinnon trifft aus dem Slot

Das Kunststück von drei Assists in nur einem Drittel gelang ihm bereits zum neunten Mal, wodurch er zusammen mit Crosby und Kucherov den Rekord für die meisten unter allen aktiven NHLern hält.

Somit bleibt MacKinnon der Top-Favorit auf viele begehrte Trophäen wie die Art Ross Trophy für den Top-Scorer, die Rocket Richard Trophy für den Top-Torjäger oder die Hart Trophy und den Ted Lindsay Award für den wertvollsten Spieler der Saison. Der 30-jährige Kanadier führt die NHL-Scorerwertung mit 78 Punkten (36-42-78) vor McDavid (29-48-77) und Macklin Celebrini (24-43-67, San Jose Sharks) sowie die Torjägerliste mit 36 Treffern vor McDavid (29) und Matt Boldy (26, Minnesota Wild) an.

Frustration bei den Senators

Während Colorado (32-4-7) die gesamte NHL souverän anführt und nun nacheinander die Columbus Blue Jackets, Toronto Maple Leafs, Nashville Predators, Washington Capitals, Anaheim Ducks und Philadelphia Flyers empfängt, muss Ottawa (20-18-5) um die Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs bangen.

Die Senators haben drei Spiele in Folge sowie fünf der letzten sieben Partien verloren (2-5-0) und sind Vorletzter in der Eastern Conference sowie Letzter in der Atlantic Division mit fünf Punkten Rückstand auf einen Wildcard-Rang im Osten.

Die Klatsche in Denver sorgte also nicht gerade für gute Laune bei den kanadischen Hauptstädtern.

„Es ist frustrierend“, sagte Angreifer Shane Pinto. „Wenn du 2:8 verlierst, dann ist das offensichtlich einfach nur frustrierend.“

Verwandte Inhalte