CAR@TOR: Marner baut Punkteserie auf acht Spiele aus

In einem absoluten Spitzenspiel setzten sich die Toronto Maple Leafs am Montag in ihrer Scotiabank Arena mit 4:3 nach Verlängerung gegen die Carolina Hurricanes durch. Den Sieg hatten sie vor allem ihren Startstürmern Auston Matthews und Mitch Marner zu verdanken, die jeweils zwei Tore lieferten.

"Das war ein gutes Spiel", erklärte Carolinas Trainer Rod Brind'Amour nach dem Spiel. "Wir haben gut gespielt. Ich bin nicht im Geringsten von unserer Leistung enttäuscht. Natürlich hätte man gerne die zwei Punkte, aber dafür, dass wir keine Powerplays hatten, haben wir viel Offensive kreiert, besonders im zweiten Drittel. Da hatten wir vier oder fünf Alleingänge und Chancen bei zwei auf eins. Hätten wir die genutzt, wäre es ein anderes Spiel gewesen."
Die Hurricanes belegen mit 65 Punkten (31-9-3) den ersten Platz der Metropolitan Division, die Maple Leafs liegen mit 63 Zählern (30-10-3) auf dem dritten Platz der Atlantic Division. Toronto stellte mit dem Erfolg gegen Carolina einen Franchise-Rekord auf. Sie erreichten im 43. Spiel ihren 30. Sieg der Saison, dafür brauchten sie noch nie so wenige Spiele.
"Das war ein verrücktes Spiel, wir haben die Führung erobert und haben sie dann wieder verloren und haben schließlich ausgeglichen", fasste Marner zusammen. "Die Arbeitshaltung und der Kampfgeist waren etwas, worüber wir nach der Hälfte der Saison gesprochen haben und heute war ein guter Schritt in diesen Bereichen."
Im ersten Drittel brachte der Schweizer Nino Niederreiter (14. Spielminute) die Hurricanes mit seinem 14. Tor der Saison zunächst in Führung. Das 1:0 hielt mehr als 20 Minuten lang, doch gegen Ende des zweiten Drittels schlug Auston Matthews mit zwei schnellen Toren zu. Er glich zunächst im Powerplay aus (37.) und drehte die Partie schließlich (40.). Der Ausgleich war sein 30. Tor der Saison, eine Marke, die er in seiner sechsten NHL-Saison zum sechsten Mal erreichte.

CAR@TOR: Niederreiter verwertet Coles Pass

"Über das heutige Spiel kann man viel gutes sagen", lobte Torontos Trainer Sheldon Keefe. "Das ist kein einfacher Gegner, sie stören den Spielaufbau gut, kommen schnell durch die neutrale Zone und setzen sich im Angriff fest. Mir hat wirklich gefallen, wie wir bei unserem Spielplan geblieben sind."
Tony DeAngelo nahm den Maple Leafs bereits acht Sekunden nach der zweiten Drittelpause die Führung wieder ab (41.) und Derek Stepan ließ das 3:2 für die Gäste folgen (50.). Marner erzwang jedoch mit seinem 15. Saisontreffer die Verlängerung (55.). Nach insgesamt 62:51 Minuten gelang ihm dann auch das Siegtor. Er traf bereits im achten Spiel in Folge und erzielte dabei zehn Tore.
Petr Mrazek, der in der vorherigen Saison noch bei den Hurricanes im Tor stand, lieferte 28 Saves für Toronto. Ihm gegenüber stand Frederik Andersen, der vor der Saison von den Maple Leafs nach Carolina wechselte und ebenfalls 28 Mal zur Stelle war.
"Es ist immer etwas besonderes, wenn man gegen sein ehemaliges Team spielt", ließ Mrazek wissen. "Danach haben mich viele Leute gefragt, aber ich behandele es einfach als einen weiteren Gegner, ein weiteres Spiel. Man versucht einfach sich so gut wie möglich vorzubereiten, um den Sieg zu holen."
Die Maple Leafs können auf ihre Leistung gegen eins der besten Teams der NHL durchaus stolz sein. Durch den Sieg liegen sie im Kampf um den Spitzenplatz der Atlantic Division nur noch drei Punkte hinter den Tampa Bay Lightning und sechs Punkte hinter den Florida Panthers. Tampa bestritt jedoch bereits drei Spiele mehr, Florida vier.

CAR@TOR: Matthews schießt im 2. Drittel sein 2. Tor

Trotz vieler positiver Aspekte brachte die Begegnung am Montag auch einen Dämpfer mit sich. Weniger als eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit musste Matthews die Partie verletzungsbedingt vorzeitig verlassen. Im Zweikampf mit Niederreiter stürzte er und fiel mit dem Kopf gegen das Knie des vorbeifahrenden Brett Pesce. Er blieb mehrere Minuten auf dem Eis liegen, konnte dann aber aus eigener Kraft zur Spielerbank und in die Kabine laufen.
"Dafür gibt es keine Worte", kommentierte Keefe den Verlust seines Superstars. "Wir haben etwas Zeit um das zu verdauen und seinen Status zu bewerten. Ich hatte für ihn morgen sowieso einen freien Tag eingeplant. Er kommt gerade vom All-Star Spiel zurück, so haben wir etwas mehr Zeit seinen Zustand einzuschätzen und eine Entscheidung zu treffen."
Dafür haben die Maple Leafs nun zwei freie Tage Zeit, ihr nächstes Spiel findet am Donnerstag statt. Dann treffen sie auf die Calgary Flames (7 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 1 Uhr MEZ), die mit einer Serie von drei Siegen im Gepäck anrücken.

Matthews, Marner treffen doppelt bei 4:3-Sieg nach OT