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Die Analyse der Metropolitan Divison vor Saisonstart

Die Teams sind so eng zusammengerückt, dass kaum noch Favoriten auszumachen sind

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Die Mannschaften der Metropolitan Division sind noch enger zusammengerückt, nachdem die New Jersey Devils und die New York Rangers kräftig aufgerüstet haben, und die Washington Capitals und Pittsburgh Penguins die Division schon in der vergangenen Saison nicht mehr so dominierten wie in den Jahren zuvor. Die New York Islanders und die Carolina Hurricanes hatten Playoff-Luft geschnuppert und würden das auch gerne wieder in dieser Saison. Dementsprechend könnte für die Columbus Blue Jackets und die Philadelphia Flyers eine ganz schwere Spielzeit anstehen.

Washington Capitals
Die Washington Capitals durften in der Saison 2018/19 ihren vierten Divisionstitel in Folge feiern und schlossen die Spielzeit als drittbestes Team der Eastern Conference ab, doch in den Stanley Cup Playoffs war bereits in der ersten Runde nach sieben Spielen gegen die Carolina Hurricanes Schluss.

Das von Todd Reirden betreute Team geht auf den Schlüsselpositionen nahezu unverändert in die kommende Spielzeit, doch jüngst wurde die Luft an der Tabellenspitze für Washington schon etwas dünner.

Video: Top 10 Spielzüge aus 2018/19: Alex Ovechkin

Mit Matt Niskanen und Brooks Orpik stehen zwei erfahrene Verteidiger nicht mehr zur Verfügung, doch Dmitry Orlov und John Carlson sind bereit, die Führung in der Capitals-Defensive vor dem Ausnahme-Schlussmann Braden Holtby zu übernehmen.

In der Offensive sind die Capitals, wie in den vergangenen Jahren, überdurchschnittlich gut besetzt. Namen wie Alex Ovechkin, Evgeny Kuznetsov und Nicklas Backstrom sprechen für sich.

Letzte Saison: 48-26-8, 104 Punkte, 1. Platz
Top-Neuzugänge: Garnet Hathaway, Richard Panik, Brendan Leipsic, Radko Gudas
Top-Abgänge: Matt Niskanen, Brooks Orpik, Andre Burakovsky, Brett Connolly, Devante Smith-Pelly

Pittsburgh Penguins
Von Erfolgen verwöhnt in der vergangenen Dekade, waren auch die Pittsburgh Penguins, einer der ärgsten Konkurrenten der Capitals um den Divisionstitel. Seit 2006/07 haben sie sich stets für die Playoffs qualifiziert und sogar dreimal den Stanley Cup gewonnen. Dementsprechend sorgte der dritte Divisionsplatz und das Erstrunden-Aus gegen die New York Islanders durch einen Sweep für Ernüchterung.

Hinter ihren erfahrenen Top-Stürmern Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Patric Hornqvist nahm das Management durchaus bemerkenswerte Veränderungen des Kaders vor. Phil Kessel wurde im Tausch gegen Alex Galchenyuk an die Arizona Coyotes abgegeben und mit Dominik Kahun kam ein vielversprechender junger Spieler von den Chicago Blackhawks, dem durchaus ein Platz in der zweiten Reihe zuzutrauen ist wie einem Brandon Tanev.

In der Defensive bauen die Penguins auf ihre bewährten Kräfte, angeführt von Torwart Matt Murray sowie den Verteidigern Kris Letang, Justin Schultz und Brian Doumulin.

Das Erfolgsfenster der Penguins ist noch immer einen Spalt geöffnet. 

Letzte Saison: 44-26-12, 100 Punkte, 3. Platz
Top-Neuzugänge: Alex Galchenyuk, Pierre-Olivier Joseph, Dominik Kahun, Brandon Tanev 
Top-Abgänge: Phil Kessel, Olli Maatta, Garrett Wilson

New Jersey Devils
Die New Jersey Devils zählen 2019/20 zu jenen Teams, von denen ein Riesensprung zu erwarten ist. Nachdem sie in der vergangenen Saison nur den letzten Platz in der Metropolitan und den vorletzten in der Eastern Conference belegt hatten, blieb ihr Management nicht untätig und verpflichtete mit Verteidiger P.K. Subban einen Hochkaräter. Auch von Stürmer Jack Hughes, dem Nummer 1 Draft Pick in 2019, erhoffen sie sich Verstärkung, ohne ihn zu sehr unter Druck setzen zu wollen. Stürmer Nikita Gusev lotsten die Devils aus der Kontinental Hockey League nach Newark und Wayne Simmonds unterschrieb einen Vertrag als Unrestricted Free Agent.

Video: NYR@NJD: Hall mit Strich vom Kreis im Powerplay

Nennenswerte Aderlässe hatten die Devils keine, dennoch gibt es ein kleines Fragezeichen. Wie werden sich ihre Torhüter Cory Schneider und Mackenzie Blackwood schlagen? Schafft der 22-jährige Blackwood den nächsten Leistungssprung und löst Schneider als Nummer 1 ab oder wird sich die Defensive als Achillesferse erweisen?

Letzte Saison: 31-41-10, 72 Punkte, 8. Platz
Top-Neuzugänge: Nikita Gusev, John Hayden, Jack Hughes, P.K. Subban, Wayne Simmonds
Top-Abgänge: Kenny Agostino, Steven Santini

New York Rangers
Eine Saison ohne Playoffs macht, trotz angekündigtem Umbau, nicht so richtig Spaß. Zwei Jahre in Folge qualifizierten sich die New York Rangers nicht für die Postseason und sahen dementsprechend weiteren Handlungsbedarf.

Mit Artemi Panarin lotsten sie den Topscorer von Divisions-Konkurrent Columbus Blue Jackets und gleichzeitig begehrtesten Unrestricted Free Agent in den Big Apple. Der Defensive soll Jacob Trouba mehr Sicherheit verleihen und mit Kaapo Kakko sicherten sie sich beim NHL Draft 2019 eines der vielversprechendsten Sturm-Talente. Dem 18 Jahre jungen Finnen ist durchaus ein Platz in den ersten zwei Angriffsreihen zuzutrauen.

In dieser Konstellation darf von den Rangers erwartet werden, dass sie, früher als erwartet, wieder ein Wörtchen um die Vergabe der Playoffränge mitreden werden.

Video: NYI@NYR: Panarin haut Onetimer gegen Greiss rein

Letzte Saison: 32-36-14, 78 Punkte, 7. Platz
Top-Neuzugänge: Artemi Panarin, Kaapo Kakko, Jacob Trouba
Top-Abgänge: Jimmy Vesey, Kevin Shattenkirk, Neal Pionk

Carolina Hurricanes
Auf das jüngst Erreichte weiter aufbauen ist die Prämisse. Die Latte, an der sich die Carolina Hurricanes messen lassen müssen, liegt höher als in den Jahren zuvor, nachdem sie 2018/19 bis in das Eastern Conference Finale eingezogen sind, wo sie sich den Boston Bruins in vier Spielen geschlagen geben mussten.

Angesichts dieses Erfolgs ist es durchaus nachzuvollziehen, dass die Hurricanes auf den Schlüsselpositionen kaum Veränderungen vorgenommen haben. Das Vertragsangebot der Montreal Canadiens an ihren offensivstärksten Mann, Sebastian Aho, wurde gematcht und damit steht er genauso weiter zur Verfügung wie ein Teuvo Teravainen. Auf die Dienste von Veteran Justin Williams werden die Hurricanes jedoch vorerst verzichten müssen, da der 38-Jährige sich noch nicht entschieden hat, ob er seine NHL-Karriere fortsetzen wird. 

Einen Wechsel gab es auf der zweiten Torhüterposition: Neuzugang James Reimer wird sich vermutlich die Arbeit mit Petr Mrazek teilen.
Die Hurricanes sind in dieser Saison nicht schlechter aufgestellt als im Vorjahr, doch die Leistungsdichte hat in der Metropolitan Division zugenommen.

Letzte Saison: 46-29-7, 99 Punkte, 4. Platz
Top-Neuzugänge: Erik Haula, Ryan Dzingel, James Reimer 
Top-Abgänge: Calvin de Haan, Curtis McElhinney, Micheal Ferland, Scott Darling

New York Islanders
Platz zwei in der Division, nur einen Zähler hinter den hochfavorisierten Washington Capitals, die wenigsten Gegentore und der Einzug in die zweite Playoffrunde mit 4:0-Siegen gegen keinen Geringeren als die Pittsburgh Penguins. Für die New York Islanders gestaltete sich die Saison 2018/19 wie ein schöner Traum. Torwart Robin Lehner, der zusammen mit Thomas Greiss als bestes Torhüter-Duo die William M. Jennings Trophy gewann, mussten die Islanders nach Chicago ziehen lassen, und ersetzten ihn durch Robin Lehner. Ansonsten kann Trainer Barry Trotz auf jene Kräfte bauen, die ihm schon im Vorjahr zur Verfügung standen.

Video: NYI@CAR, Sp4: Barzal verwertet den Rebound im PP

Die Hauptlast im Sturm der Islanders werden Mathew Barzal, Jordan Eberle, der noch Potenzial nach oben hat, Josh Bailey und Brock Nelson tragen. Das Defensivspiel der Islanders ließ vergangene Saison ohnehin keine Wünsche offen. Werden sie bereit sein, das zu wiederholen?

Letzte Saison: 48-27-7, 103 Punkte, 2. Platz
Top-Neuzugänge: Derrick Brassard, Semyon Varlamov
Top-Abgänge: Robin Lehner, Valtteri Filppula

Philadelphia Flyers
Obwohl die Philadelphia Flyers alles andere als zufrieden mit dem Saisonausgang 2018/19 sein durften, sie verpassten als Conference-Elfter um 16 Punkte die Playoffs, sah es ihre sportliche Leitung nicht für nötig an, einen großen Schnitt zu machen.

Mit Matt Niskanen holten sie einen erfahren Verteidiger und Stanley Cup Champion von den Washington Capitals. Justin Braun soll die Defensive in der Tiefe verstärken und Kevin Hayes könnte die Center-Position in der zweiten Sturmreihe einnehmen.

Hohe Aufmerksamkeit wird dem erst 21-jährigen Schlussmann Carter Hart zuteilwerden. Er war einer von acht Torhütern, die in der vergangenen Saison den Kasten der Flyers hüteten. Und Hart gelang es durchaus zu überzeugen. Unterstützung erhält er durch Brian Elliott.

Philadelphias Punktegaranten werden erneut Claude Giroux, Sean Couturier und Jakub Voracek sein. Ob deren Scorer-Qualitäten jedoch ausreichen werden, die Flyers in die Playoffs zu schießen, ist mehr als fraglich.

Letzte Saison: 37-37-8, 82 Punkte, 6. Platz
Top-Neuzugänge: Justin Braun, Kevin Hayes, Matt Niskanen
Top-Abgänge: Radko Gudas, Michal Neuvirth

Columbus Blue Jackets
Die Columbus Blue Jackets erreichten 2018/19 zum dritten Mal in Folge die Playoffs und zum ersten Mal in ihrer Franchisegeschichte die zweite Runde, in der sie den Bruins unterlagen. In der kommenden Saison wird das Team von John Tortorella kaum wiederzuerkennen sein. Mit Torwart Sergei Bobrovsky und Linksaußen Artemi Panarin verloren sie zwei Leistungsträger und Aushängeschilder der Franchise.
Der Schwede Gustav Nyquist, dem vergangene Saison 22 Tore und 38 Assists in 81 Partien für die Detroit Red Wings und San Jose Sharks gelangen, soll die entstandene Lücke im Angriff schließen und auf Joonas Korpisalo kommt im Tor die Aufgabe zu, einen zweifachen Vezina Trophy Gewinner zu ersetzen.

Tortorella wird aus seinen Spielern alles herauskitzeln müssen, damit sie erneut ein Playoff-Ticket ergattern. 

Letzte Saison: 47-31-4, 98 Punkte, 5. Platz
Top-Neuzugänge: Gustav Nyquist, Mark Dano
Top-Abgänge: Sergei Bobrovsky, Matt Duchene, Ryan Dzingel, Artemi Panarin

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