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Rangelei um den Divisionstitel in der Central

In der Central Division gibt es eine Handvoll Kandidaten für den ersten Platz

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Das Rennen um den Titel in der Central Division war in der vergangenen Saison schon eng. Platz eins (Nashville Predators) und Platz drei (St. Louis Blues) trennte nur ein Zähler. Fünf Teams schafften die Qualifikation für die Playoffs. Fast schon logisch, dass die Division den späteren Stanley Cup Sieger stellte, wenn der auch mit den Blues etwas überraschend war. Und auch für diese Saison sieht es nach einem engen Rennen aus. Die Predators haben in der Offensive aufgerüstet. Das gilt auch für die Colorado Avalanche und die Dallas Stars. Die Chicago Blackhawks wollen sicherlich beweisen, dass auch sie einen Platz in der K.o.-Runde verdient haben. Und auch die Minnesota Wild möchten ihren Fans wieder Playoff-Eishockey zeigen. Federn lassen mussten die Winnipeg Jets, die noch auf Unterschriften zweier Stürmer warten. Und der Titelverteidiger? Die Blues versuchen es mit einem fast unveränderten Kader und ihrem Playoff-Überflieger im Tor. 

Nashville Predators 
Das Team aus der Music City hat im Sommer gleich zweimal für Schlagzeilen gesorgt. Zum ersten Mal am 22. Juni. Da schickten sie Starverteidiger P.K. Subban im Tausch für Steven Santini, Jeremy Davies und zwei Draftpicks zu den New Jersey Devils. Das zweite Mal, als die Predators Free-Agent-Center Matt Duchene unter Vertrag nahmen. Ansonsten war es relativ ruhig in Nashville. Der Kader blieb weitgehend unverändert. Mit diesem Team haben sich die Predators in der vergangenen Spielzeit den Titel in der Central Division gesichert. 

Ob das erneut klappt? Duchene dürfte der Offensive weitere Impulse geben. Vor allem dem Überzahlspiel wird Duchene guttun. Das war in der abgelaufenen Spielzeit mit 12,9 Prozent Erfolgsquote das schlechteste der Liga.

Die Verteidigung ist nach dem Abgang von Subban mit Ryan Ellis, den beiden Schweizern Roman Josi (Kapitän) und Yannick Weber, Mattias Ekholm und Dan Hamhuis gut aufgestellt. Im Tor ist weiterhin Finnisch die dominierende Sprache. Altmeister Pekka Rinne (36) ist auf der Zielgeraden seiner aktiven Karriere. Zwei Jahre hat er noch Vertrag. Sein Backup ist Juuse Saros (24). Die beiden bilden eines der besten Tandems in der Liga. Die Predators haben dadurch wieder die Chance, um die Spitzenposition in der Central Division mitzuspielen. Ein Selbstläufer wird es aber nicht. Immerhin haben sich in der vergangenen Spielzeit fünf Teams aus dieser Division für die Playoffs qualifiziert.

Letzte Saison: 47-29-6, 100 Punkte, 1. Platz
Top-Zugänge: Matt Duchene, Steven Santini, Daniel Carr
Top-Abgänge: P.K. Subban, Wayne Simmonds, Brian Boyle, Zac Rinaldo 

Video: Top-Spielzüge aus 2018/19: Roman Josi

Winnipeg Jets
Die Enttäuschung war groß in Winnipeg nach dem frühen Playoffaus in Runde eins. Immerhin konnte man sich in Manitoba damit trösten, gegen den späteren Stanley Cup Sieger aus St. Louis ausgeschieden zu sein. Ob es in dieser Saison wieder für die Playoffs reicht, ist mit einem dicken Fragezeichen zu versehen.

In der Verteidigung müssen die Jets den Abgang von Jacob Trouba (New York Rangers) verkraften. Hinzu kommt, dass Stürmer Patrik Laine immer noch keinen neuen Vertrag unterschrieben hat. Der Restricted Free Agent hält sich derzeit in der Schweiz beim SC Bern fit. Und auch Kyle Connor hat bis dato noch keinen neuen Kontrakt. Somit hängt im Sturm erst einmal die Hauptlast der Verantwortung an Kapitän Blake Wheeler, Mark Scheifele und dem Dänen Nikolaj Ehlers. Letzterer blieb jedoch in den Playoffs sehr blass. 

In der Verteidigung ist kein Spieler über 30 Jahre alt. Die mangelnde Erfahrung könnte hier in den entscheidenden Momenten zum Faktor werden. Dmitry Kulikov ist mit 28 Jahren der älteste Defensivmann. Er geht in sein letztes Vertragsjahr. Im Tor ist Connor Hellebuyck weiter die unangefochtene Nummer 1. Eine außerordentliche Leistung von ihm wird nötig sein, wenn die Jets wieder in die Playoffs kommen wollen. Allerdings hat General Manager Kevin Cheveldayoff einen Vorteil: Im Moment haben die Jets noch 23 Millionen US-Dollar Luft beim Salary Cap. Es gibt also genügend Spielraum, um sowohl in der Offensive als auch in der Defensive noch mal nachzurüsten.

Letzte Saison: 47-30-5, 99 Punkte, 2. Platz
Top-Zugänge: Neal Pionk, Gabriel Bourque, Mark Letestu
Top-Abgänge: Jacob Trouba, Bogdan Kiselevich, Tyler Myers, Brandon Tanev

 

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St. Louis Blues
Die St. Louis Blues waren die Sensation der vergangenen Runde. Anfang Januar noch abgeschlagen Schlusslicht der Liga, gab es ein Happy End für das Team aus Missouri mit dem erstmaligen Gewinn des Stanley Cups. Die Blues werden von Anfang an die Gejagten sein. Unterschätzen oder gar auf die leichte Schulter nehmen wird die Mannschaft von Headcoach Craig Berube niemand mehr. Ein Vorteil: Das Team ist weitgehend identisch mit jenem, das die Boston Bruins im Finale mit 4:3 Siegen bezwang.

Im Sturm bleiben der Russe Vladimir Tarasenko und Ryan O'Reilly die prominentesten Namen. Gespannt darf man auf Jaden Schwartz sein, der in den Playoffs zwölfmal traf. Kann er die Leistungssteigerung in der neuen Saison bestätigen, wäre das eine willkommene Entlastung für die Führungsspieler. Pat Maroon, der in St. Louis aufgewachsen ist und sich mit dem Titelgewinn einen Kindheitstraum erfüllte, hat die Blues in Richtung Tampa Bay Lightning verlassen.

 

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Auch die Abwehr um Kapitän Alex Pietrangelo ist nahezu unverändert geblieben. Seit Kurzem gehört Justin Faulk zum Team. Er kam im Tausch für Joel Edmundsson und den Deutschen Dominik Bokk von den Carolina Hurricanes.

Einen spannenden Zweikampf kann es im Duell um die Nummer 1 im Tor geben. Jordan Binnington, die Entdeckung der vergangenen Spielzeit und in den Playoffs nie aus der Ruhe zu bringen, muss beweisen, dass er von Anfang an in einer langen Saison ein Team tragen kann. Sollte er schwächeln, steht Jake Allen parat.

Letzte Saison: 45-28-9, 99 Punkte, 3. Platz
Top-Zugänge: Justin Faulk, Andreas Borgman
Top-Abgänge: Joel Edmundson, Pat Maroon, Dominik Bokk, Jordan Schmaltz

Video: STL@BOS, Sp1: Tarasenko zieht direkt ab und trifft

Dallas Stars 
Von den Namen her haben sich die Dallas Stars äußerst prominent in der Offensive verstärkt. Joe Pavelski, langjähriger Kapitän der San Jose Sharks, schloss sich ebenso den Texanern an wie Corey Perry, ehemals Anaheim Ducks. Beide zeigten in der Vergangenheit, dass sie genau wissen, wo das Tor steht. Perry hat sogar schon die 50-Tore-Marke geknackt. Doch das ist schon einige Jahre her. Vor allem in den Spielzeiten 16/17 (19 Tore) und 17/18 (17) war festzustellen, dass seine Produktion nachließ. Pavelski kratzte dagegen in der vergangenen Runde an der 40-Tore-Marke. Die beiden dürften den Abgang von Jason Spezza (Toronto Maple Leafs) mehr als kompensieren. Hinzu kommen in der Offensive Jamie Benn, Alexander Radulov und Tyler Seguin. Damit verfügen die Stars über zwei ausgezeichnete erste Sturmreihen, die durchaus das Zeug dazu haben, die Stars besser abschließen zu lassen als in der vergangenen Spielzeit. 209 Tore schossen die Stars vergangene Runde. Das war die drittschlechteste Bilanz aller NHL-Teams. Mit den Verstärkungen sollte dieser Wert aber locker zu knacken sein.

Die Verteidigung, angeführt von John Klingberg und Esa Lindell, ist weiterhin solide aufgestellt. Im Tor ist Ben Bishop eine verlässliche Nummer 1. Das gilt auch für seinen Backup Anton Khudobin. Mit diesem Kader, vor allem mit dieser Offensive, ist für Dallas diesmal mehr drin, als ein Wildcard-Platz.

Letzte Saison: 43-32-7, 93 Punkte, 4. Platz
Top-Zugänge: Joe Pavelski, Corey Perry, Andrej Sekera
Top-Abgänge: Jason Spezza, Mats Zuccarello, Marc Methot, Ben Lovejoy

Video: STL@BOS, Sp1: Tarasenko zieht direkt ab und trifft

Colorado Avalanche 
Da hat General Manager Joe Sakic aber mal richtig zugeschlagen: Mit Nazem Kadri, Joonas Donskoi, Pierre-Edouard Bellemare und Andre Burakovsky hat er für die nötige Tiefe in der Offensive gesorgt. Kadri, Donskoi und Burakovsky sind Kandidaten für die ersten beiden Sturmreihen. Sie können entscheidend Druck von Nathan MacKinnon und Gabriel Landeskog nehmen. Einer aus diesem Trio könnte sogar in der ersten Reihe spielen. Denn - und das ist bislang die einzige Schwachstelle - Stürmer Mikko Rantanen ist immer noch ohne neuen Vertrag. Er hält sich beim SC Bern in der Schweiz fit. Für Kadri ließ Sakic sogar Verteidiger Tyson Barrie und Center Alexander Kerfoot nach Toronto ziehen. Cale Makar, Hobey-Baker-Award-Gewinner am College, und Samuel Girard können diese Lücke füllen. Makar hat in den Playoffs mit sechs Scorerpunkten in zehn Spielen schon angedeutet, zu was er fähig ist.

Die Jungen müssen womöglich früher Verantwortung übernehmen, als sie dachten. Erik Johnson (Schulter-Operation) wird womöglich nicht rechtzeitig fit zum Saisonstart. Ian Cole (Hüft-OP) fällt vermutlich noch bis Dezember aus. Das könnte sogar die Chance für Bowen Byram sein.

Im Tor geht Philipp Grubauer als klare Nummer 1 in die Saison. Er muss zeigen, dass er den Großteil der Arbeit leisten kann. Sein Backup ist der Tscheche Pavel Francouz. Auch für die Avalanche ist diesmal in der Division mehr drin als Platz 5 und eine Wildcard für die Playoffs. Stößt Rantanen noch zum Kader und gehen die Jungen in der Verteidigung so unbekümmert zu Werke wie Makar in den Playoffs, kann es in der Endrunde noch weiter gehen, als Runde zwei.

Letzte Saison: 38-30-14, 90 Punkte, 5. Platz
Top-Zugänge: Nazem Kadri, Calle Rosen, Andre Burakovsky, Kevin Connauton, Joonas Donskoi, Pierre-Edouard Bellemare, Valeri Nichushkin
Top-Abgänge: Tyson Barrie, Alexander Kerfoot, Carl Soderberg

 

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Chicago Blackhawks
Das hatte man sich in der Windy City anders vorgestellt. Patrick Kane, Jonathan Toews und Co. mussten sich die Playoffs am Fernseher anschauen. Damit das diesmal nicht mehr passiert, muss vor allem die Defensive stabiler werden. 291 Gegentore kassierten die Blackhawks - schlechter waren in der vergangenen Saison nur die Ottawa Senators.

Also reagierten die Blackhawks und lotsten Torwart Robin Lehner von den New York Islanders nach Chicago. Der Finalist für die Vezina Trophy bildet zusammen mit Corey Crawford eines der besten Gespanne der NHL. Interessant wird sein, wie es Coach Jeremy Colliton schaffen wird, beide zufriedenzustellen.

Für die nötige Sicherheit im eigenen Drittel soll auch der Finne Olli Maatta sorgen. Der Verteidiger kam im Tausch für den deutschen Nationalspieler Dominik Kahun von den Pittsburgh Penguins. Und auch Calvin de Haan, der von den Carolina Hurricanes kam, hat seine Stärken in der Defensive. Die Neuen müssen ebenfalls dafür sorgen, dass das Penalty Killing besser wird. 72,7 Prozent aller Unterzahlsituationen wurden entschärft - das war 2018/19 der schlechteste Wert in der NHL.

Die Offensive war vergangene Saison nicht das Problem - mit Spielern wie Toews und Kane ist das wenig verwunderlich. 267 Mal trafen die Blackhawks. Eine ähnliche Torausbeute in Kombination mit einer wesentlich verbesserten Abwehrleistung - dann kann es für die Blackhwaks wieder klappen mit dem Playoff-Eishockey.

Letzte Saison: 36-34-12, 84 Punkte, 6. Platz
Top-Zugänge: Robin Lehner, Zack Smith, Alexander Nylander, Andrew Shaw, Calvin De Haan, Aleksi Saarela, Olli Maatta, Ryan Carpenter, John Quenneville
Top-Abgänge: Artem Anisimov, Henri Jokiharju, Anton Forsberg, Gustav Forsling, John Hayden, Dominik Kahun, Marcus Kruger, Cam Ward

Video: DAL@CHI: Kane bringt die Blackhawks in Front

Minnesota Wild 
Zum ersten Mal seit sieben Jahren gab es für die Wild keine Playoffs. Für die Rückkehr des Erfolgs soll vor allem ein neuer General Manager sorgen. Bill Guerin übernahm den Job von Paul Fenton, der nach einem Jahr Amtszeit wieder entlassen wurde. Verpflichtet wurden unter Fentons Ägide allerdings noch die beiden Stürmer Mats Zuccarello und Ryan Hartman. Sie sollen einer Offensive auf die Sprünge helfen, die mit 210 Toren in der vergangenen Saison die fünftschlechteste der Liga war.

Zuccarello hatte jedoch in der vergangenen Runde ebenso mit Verletzungsproblemen zu kämpfen wie Mikko Koivu und Verteidiger Matt Dumba. Vor allem mit dem Norweger Zuccarello sind einige Hoffnungen verbunden. Zum Beispiel die, dass das Powerplay (mit 20,3 Prozent vergangene Saison Ligadurchschnitt) überdurchschnittlich wird.

Viel verspricht man sich in St. Paul auch von Akteuren, die vergangene Saison zum Team gestoßen sind. Sie sollen jetzt mit der kompletten Vorbereitung unter Coach Bruce Boudreau, der in seine fünfte Saison in Minnesota geht, richtig einschlagen. Zu ihnen gehören der Schweizer Kevin Fiala, der von den Nashville Predators kam, Ryan Donato (Boston Bruins) und Victor Rask (Carolina Hurricanes). Und vielleicht ist im Kader ja auch noch Platz für den Deutschen Nico Sturm.

In der Defensive führt an Dauerbrenner Ryan Suter kein Weg vorbei. 26:42 Minuten pro Spiel waren vergangene Saison der beste Wert in der NHL. Im Tor haben die Wild die wenigsten Sorgen: Devan Dubnyk ist die unangefochtene Nummer 1, Alex Stalock sein verlässlicher Backup. Nur wenn alle Rädchen ineinander greifen, ist für die Wild ein Playoffplatz drin. 

Letzte Saison: 37-36-9, 83 Punkte, 7. Platz
Top-Zugänge: Nico Sturm, Mats Zuccarello, Ryan Hartman, Gabriel Dumont, Luke Johnson
Top-Abgänge: Eric Fehr

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