Skip to main content

Holzer hat die Chance auf Stammplatz bei den Ducks

NHL.com/de 31 in 31: Der deutsche Verteidiger ist ein Kandidat für einen Platz unter den Top-4-Defensivkräften in Anaheim

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Anaheim Ducks.

Im Orange County herrschte im Frühjahr große Ernüchterung. Zum ersten Mal seit sieben Jahren fanden die Stanley Cup Playoffs ohne die Anaheim Ducks statt. Von 2012/13 bis 2016/17 schlossen die Ducks fünfmal in Folge die Pacific Division als Erster ab, 2017/18 wurden sie Zweiter in ihrer Division, doch jüngst reichte es nur noch zu Platz 6 mit einem Rückstand von zehn Punkten auf die Playoff-Ränge.

Einhergehend mit dem Trainerwechsel Mitte Juni, als Dallas Eakins das Amt von Interimscoach Bob Murray übernahm, der wiederum Randy Carlyle im Februar ersetzt hatte, erhofft sich Anaheim, dass es zurück auf den Erfolgsweg findet.

 

[Ähnliches: Anaheim setzt auf die Jugend]

 

Die Schlüsselspieler

Angeführt von Teamkapitän Ryan Getzlaf gehen die Ducks mit einem Kader in die kommende Saison, der sich auf den Schlüsselpositionen nicht wesentlich von jenem des Vorjahres unterscheidet. Eine Ausnahme ist ihr langjähriger Stürmer Corey Perry, der aus seinem noch gültigen Vertrag herausgekauft wurde.

Anaheims sechs punktbeste Akteure, die Stürmer Getzlaf, Jakob Silfverberg, Rickard Rakell, Adam Henrique, Nick Ritchie und Verteidiger Hampus Lindholm sind ebenso weiterhin an Bord wie die zwei soliden, erfahrenen Schlussleute John Gibson und Ryan Miller.

Video: ANA@NJD: Gibson wehrt Seversons Schuss ab

Neben Lindholm werden Josh Manson sowie Cam Fowler die Hauptverantwortung in der Defensivabteilung übernehmen. Der vierte Mann im Bunde der ersten zwei Verteidigerpaare könnte sogar ein deutscher Blueliner werden.

Bajuwarische Zuverlässigkeit

Korbinian Holzer wird auch in der kommenden Saison das Jersey der Ducks überstreifen. In Anaheim weiß man ganz genau, was man an dem 31-jährigen Münchener hat. Am 2. Juli 2015 unterschrieb Holzer als Unrestricted Free Agent erstmals einen Einjahresvertrag bei den Ducks, einigte sich anschließend auf eine Verlängerung um eines und danach um weitere zwei Jahre bis zum Saisonende 2018/19.

Obwohl Holzer in den vier Spielzeiten nur zu 99 Einsätzen (3 Tore, 11 Assists) für die Ducks kam, sicherten sie sich erneut seine Dienste für die kommende Saison. Holzer ist kein Mann der in der Offensive viele Akzente setzt, doch er hält kompromisslos seinen Mitspielern den Rücken frei, was man in Anaheim sehr an ihm schätzt.

Video: LAK@ANA: Holzer netzt Jones' perfekten Pass ein

Sie könnten nachrücken

In der Saison 2018/19 gewährten die Ducks 16 Rookies eine Chance, jedoch bestritt keiner von ihnen mehr als 50 Spiele. Vor allem einer unter ihnen wusste zu überzeugen. Dem 20-jährigen Linksaußen Max Comtois gelangen in zehn Auftritten im Oktober sieben Scorerpunkte (2 Tore, 5 Assists), ehe ihm das Verletzungspech ereilte und er nach seiner Genesung im weiteren Saisonverlauf in der QMJHL für Drummondville Voltigeurs (25 Sp., 31 Tore, 17 Assists) und in der AHL für die San Diego Gulls (4 Sp., 1 Tor) auflief.

Auf eine akzeptable Punktequote von 0,50 brachte es Sam Steel (22 Sp., 6 Tore, 5 Assists). Auch dem 21-jährigen Center ist zuzutrauen, dass er sich einen Stammplatz bei den Ducks erkämpft.

Video: ANA@VAN: Steel mit dem ersten Dreierpack der Karriere

Unter den Nachwuchs-Verteidigern in der Organisation könnte dies ebenso dem Schweden Jacob Larsson (49 Sp., 5 Assists), 22, und Josh Mahura (17 Sp., 1 Tor, 4 Assists), 21, gelingen. Ihnen allen dürfte zu Gute kommen, dass sie Eakin bereits in San Diego trainiert hat.

Stärken

Die Ducks dürfte auszeichnen, dass sich der Großteil von ihnen schon seit Jahren kennt, sei es aufgrund gemeinsamer Auftritte in der NHL oder in der AHL. Das Management hat darauf verzichtet, einen großen Schnitt zu machen, was sich positiv auswirken könnte.

Vor allem die Defensivabteilung der Ducks wusste in der vergangenen Saison einigermaßen zu überzeugen. Mit ihrer Penalty-Killing-Quote von 79,7 Prozent teilte sie sich ligaweit den 19. und mit ihrem Gegentrefferschnitt von 3,02 sogar den 17. Platz. Nur über eine kompakt stehende Defensive können die Ducks den nächsten Schritt nach oben gehen.

 

[Die neuesten Nachrichten aus der NHL auf Twitter bekommst Du bei @NHLde]

 

Entwicklungspotenzial

Noch ziemlich viel Nachholbedarf haben die Ducks im Spiel nach vorne. Getzlaf kam als ihr bester Scorer in 2018/19 auf gerade einmal 48 Punkte (14 Tore, 34 Assists). Ihr erfolgreichster Torschütze Silfverberg traf 24 Mal ins Schwarze und damit weniger als halb so oft wie die Ligabesten.

Video: CGY@ANA: Getzlaf bezwingt Rittich vom Kreis

Dementsprechend ließ auch das Überzahlspiel der Südkalifornier zu wünschen übrig. Ihre Erfolgsquote von 17,0 Prozent reichte gerade einmal zu Platz 24. Henrique mit acht Toren und Rakell mit sechs führen das teaminterne Powerplay-Ranking an. Die Ducks erzielten insgesamt nur 36 Powerplaytreffer - die drittwenigsten aller Teams in der Western Conference.

Playoff-Chancen

Die Ducks befinden sich in einer Übergangsphase. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich in der kommenden Spielzeit für die Playoffs qualifizieren werden, ist relativ gering. Es müsste schon alles zu ihren Gunsten verlaufen, damit sie unter den Top-16 landen: Anaheims Leistungsträger müssten verletzungsfrei zu alter Stärke zurückfinden und aus der Riege der Nachwuchsspieler müsste es bei einem oder bei zwei zu einer wahren Leistungsexplosion kommen.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.